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Salo versteht Räikkönen: "Funksprüche eine Belästigung"

Ex-Formel-1-Pilot Mika Salo wundert sich, warum Renningenieure ständig stören, und legt Lotus nahe, einen neuen Teamkollegen für Kimi Räikkönen zu finden

(Motorsport-Total.com) - Kimi Räikkönen fühlte sich beim Grand Prix von Abu Dhabi, den er sensationell gewann, von seinem Team in der Konzentration gestört. Sein Renningenieur Mark Slade gab ihm regelmäßige Informationen über den Stand des Rennens und Anweisungen, wie er die Reifen in der Safety-Car-Phase auf Temperatur halten soll, doch der "Iceman" wollte davon nichts wissen. "Lasst mich in Ruhe! Ich weiß schon, was ich tue", reagierte er schroff.

Kimi Räikkönen

Räikkönen wurde von Mark Slade über die Rückstände seiner Verfolger informiert Zoom

Und das nicht zum ersten Mal, denn bereits aus Ferrari-Zeiten sind ähnliche Funksprüche Räikkönens bekannt. Bei den im TV übertragenen Wortmeldungen seiner Triumphfahrt soll es sich übrigens noch um die harmloseren Kommentare handeln. Landsmann Mika Salo hat übrigens großes Verständnis für Räikkönens Ärger.

Salo wundert sich über Renningenieure

"Kimis Funksprüche sind ganz normal", meint der ehemalige Formel-1-Pilot und nunmehrige Langstreckenpilot in Diensten Ferraris gegenüber 'MTV3'. "Während des Rennens ist man so konzentriert und sich seiner Situation bewusst, wenn man in den Rückspiegel schaut und ein rotes Auto sieht. Da bringt es nichts, wenn dir ständig jemand ins Ohr schreit. Das ist reine Belästigung."

Salo führt die Reaktion des Finnen, der nicht gerade als kommunikativer Typ gilt, nicht auf dessen Charakter zurück: "Das ist für alle Fahrer gleich." Der Finne versteht nicht, warum viele Renningenieure nicht den Wünschen der Piloten nachkommen: "Wenn der Fahrer Informationen haben will, dann kann er danach fragen. So war es für mich immer. Ich will nicht, dass sie mich von der Boxenmauer anbrüllen - wenn ich etwas wissen will, dann frage ich danach."

Kritik an Grosjean

Slades Stimme, die er übrigens schon aus McLaren-Zeiten gut kennt, wird Räikkönen während der Rennen aber vermutlich noch länger begleiten, denn der Finne verlängerte seinen Vertrag um eine weitere Saison. Wie es mit seinem Teamkollegen Romain Grosjean weitergeht, ist allerdings noch ungewiss. Der Franzose stand nach einigen Startunfällen dieses Jahr trotz seines unumstrittenen Speeds in der Kritik, was ihm schließlich sogar eine Sperre für ein Rennen bescherte. In Abu Dhabi war er erneut Auslöser einer Kollision.

Salo ist der Meinung, dass man sich bei Lotus nach Alternativen umsehen sollte: "Sie sollten sich überlegen, ob Grosjean der richtige Mann für das andere Auto ist. Es wäre gut, wenn der Teamkollege das Zeug dazu hätte, Druck auszuüben. Grosjean hatte Zeiten, wo er etwas schneller war, aber in Abu Dhabi war es umgekehrt. Ein Formel-1-Fahrer ist immer so gut wie sein letztes Rennen, und schlechte Rennen hatte Grosjean zur Genüge."