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Rücktritt von Susie Wolff: Wieso Adrian Sutil Mitschuld hat

Adrian Sutil ist mit dafür verantwortlich, dass Susie Wolff am Ende der Saison vom Motorsport zurücktreten wird: Die Schottin sieht keinen Fortschritt in der Formel 1

(Motorsport-Total.com) - Williams-Testpilotin Susie Wolff überraschte gestern mit ihrer Ankündigung, sich am Ende der Saison vom aktiven Motorsport zurückzuziehen. Lange Zeit träumte die Schottin davon, dass sie es als Frau endlich einmal in die Startaufstellung bei einem Formel-1-Rennen schafft, doch als ihr bewusst wurde, dass dies wohl nur ein Traum bleiben würde, zog sie die Konsequenzen, wie sie jetzt verrät.

Susie Wolff

Mit drei Susies hätte es kein Gezanke um den Williams-Ersatzjob gegeben Zoom

"Als ich im Sommer das letzte Mal im Auto saß, habe ich auf meine Optionen für das kommende Jahr geschaut. Ich habe immer gesagt, dass ich aufhören würde, wenn ich keine Fortschritte mehr erzielen könnte", erzählt sie gegenüber 'Sky Sports News'. Doch nach den ersten Freitagstrainings und der Berufung zur offiziellen Testfahrerin sah der nächste Schritt den Sprung in das Starterfeld vor. "Es wurde aber klar, dass ich nicht in die Startaufstellung kommen würde. Von daher war die Entscheidung am Ende ziemlich einfach."

Vor allem ein Vorfall hat der Schottin in dieser Saison vor Augen geführt, dass Williams wohl nicht so schnell auf sie setzen wird: der Saisonauftakt in Australien. Beim Formel-1-Rennen in Melbourne musste Valtteri Bottas aufgrund von Rückenproblemen passen. Einen Ersatzpiloten nominierte Williams nicht, und weil Bottas zuvor das Qualifying gefahren war, hätte ohnehin kein anderer Fahrer den FW37 steuern können.


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Doch als der Finne auch für den zweiten Event in Malaysia auszufallen drohte, machte das Team nicht etwa Susie Wolff rennbereit, stattdessen holte man sich Adrian Sutil ins Boot, der bei einem eventuellen Ausfall eines Stammpiloten aufrücken sollte. "Das war der Moment, als ich mich der harschen Realität stellen musste, dass es vielleicht doch schwieriger werden würde, als ich erwartet hatte", so die 32-Jährige.

Diese Tatsache schiebt sie allerdings nicht auf den Umstand, dass sie eine Frau ist, die sich in der Männerdomäne Formel 1 nicht durchsetzen kann. Vielmehr sei es für jeden Fahrer schwierig, weil es so wenig Möglichkeiten gibt und so viele Piloten um diese wenigen Möglichkeiten kämpfen. "Am Ende kann ich sagen, dass ich alles gegeben habe und nichts unversucht gelassen habe. Ich bin glücklich mit meiner Entscheidung."

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