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  • 02.08.2008 · 20:51

Rosberg: "Es fehlt uns noch immer an Speed"

Nico Rosberg wird den Großen Preis von Ungarn vom 14. Startplatz aus in Angriff nehmen - Fehlersuche bei Williams zeigt Früchte

(Motorsport-Total.com) - Seit dem überraschenden Podiumsplatz in Australien lief bei Williams nicht immer alles so glatt wie an jenem Tag im Albert Park, als Nico Rosberg erstmals in seiner Karriere an der Siegerehrung teilnehmen durfte. Williams ist im Vergleich zur Konkurrenz wieder etwas deutlich ins Hintertreffen geraten, was sich auch am Hungaroring zeigte. Dennoch scheint man beim britischen Traditionsteam dem Fehlerteufel auf die Spur gekommen zu sein, woraus Rosberg Hoffnung für 2009 schöpft.

Nico Rosberg

Nico Rosberg kam in Ungarn nicht über den zweiten Quali-Abschnitt hinaus Zoom

Frage: "Nico, wie schätzt du das Qualifying-Ergebnis ein?"
Nico Rosberg: "Es fehlt uns noch immer an Speed. Ich hatte heute aber ein komplett anderes Setup als Kazuki und andere Teile am Auto. Das war aber recht kurzfristig und wir müssen erst einmal schauen, ob das die passende Richtung ist. Ich bin heute damit gefahren, auch wenn das einen großen Kompromiss bedeutet. In einem kleinen Bereich erreichen wir dadurch Verbesserungen - und der Bereich scheint sehr wichtig zu sein."#w1#

Williams entwickelte in falsche Richtung

"Wir bekommen also recht deutlich vor Augen geführt, wo wir uns bislang in die falsche Richtung bewegt haben. In den Wintertests waren wir nämlich gleichauf mit den Trullis (Jarno Trulli; Anm. d. Red.) und Toyotas und Red Bulls. Wir lernen also, wo wir etwas falsch gemacht haben und das bestätigt sich immer mehr, schon seit ein paar Monaten."

"Für uns ist das sehr positiv, denn so können wir gegen Ende des Jahres noch ein paar Teile bringen. Das wird uns sicherlich noch helfen. In der Formel 1 dauert das halt immer eine ganze Weile: Erst müssen die Elemente produziert und dann getestet werden und es braucht eine gewisse Zeit, bis die Teile dann tatsächlich auf das Auto kommen."

Frage: "Im Vorfeld hat man gedacht, dieser Kurs würde euch vielleicht entgegenkommen. Haben sich deine Erwartungen erfüllt?"
Rosberg: "Nein, überhaupt nicht. Wir sind hier wirklich sehr schlecht gestartet und mussten uns wirklich ranarbeiten, haben sehr viele Veränderungen vorgenommen und einen guten Job dabei gemacht."

"Wir haben an diesem Wochenende schon sehr viele Fortschritte gemacht, womit wir letztendlich recht solide dastanden. Im Vergleich zu den vergangenen Rennen in Hockenheim und Silverstone, wo wir etwas weiter weg waren, war das hier schon etwas besser. Aber das ist immer noch sehr weit davon entfernt, wo wir hin wollen. Um in die Top 10 hineinzugelangen hätte es heute wohl eine Hammerrunde gebraucht."

Kein Frust bei Rosberg

Frage: "Wann rechnest du damit, dass sich Besserung bei euch einstellt?"
Rosberg: "Ich weiß nicht, wie lange dieser Prozess dauert. Auf der anderen Seite werden wir wohl nur eine begrenzte Menge an Arbeitskraft in diese Aufgabe stecken, denn man muss natürlich auch schon auf 2009 schauen. Wichtig ist aber vor allem, dass wir sehen können, dass es die richtige Richtung für uns ist - gerade im Hinblick auf das kommende Jahr. Dafür bin ich extrem zuversichtlich."

Frage: "Bist du zufrieden, dass ihr wisst, woran es hapert - oder nervt es dich, weil es nicht schnell genug geht?"
Rosberg: "Es ist natürlich sehr ärgerlich, dass wir die falsche Route genommen haben. Schön ist aber, dass wir wenigstens verstehen, woran das liegt. Ich gebe gewiss keine genaue Auskunft, aber es gab da einen Bereich, wo wir sehr stark falsch gegangen sind."

Frage: "Ihr habt also die Wurzel allen Übels gefunden?"
Rosberg: "Nicht die Wurzel, aber eine davon."

Frage: "Wenn du an der Box aus dem Auto steigst und die anderen fahren noch, da wirkst du immer recht entspannt. Man könnte den Eindruck bekommen, es sei dir beinahe egal..."
Rosberg: "Nein, aber das habe ich mir so angewöhnt. Was soll ich mich da groß ärgern, das liegt ja doch nicht in meinen Händen. Daran kann ich wirklich gar nichts ändern. Ich habe in Q1 mein Bestes gegeben, aber wenn die mich nicht rauslassen, dann kann ich halt auch nichts machen. Ich versuche mich da nicht aufzuregen und hoffe, das ist eine meiner Stärken."

2009 als große Chance

Frage: "Warst du immer davon überzeugt, Q1 zu überstehen?"
Rosberg: "Ich hatte zum einen Verkehr bei meinem ersten Run und habe im zweiten einen Fehler gemacht, das war das Problem. Ich habe also nicht meine wirkliche Performance zeigen können."

Frage: "Wie hälst du deine Motivation aufrecht?"
Rosberg: "Naja, wir bauen nun einmal darauf, dass das kommende Jahr ein große Chance für uns ist. Ich habe auch Vertrauen in mein Können und mein technisches Verständnis. Ich versuche wirklich, so viele Richtungen wie möglich vorzugeben."

"Das Problem ist, dass dieses Auto so ein komplexes Ding ist, ich lerne noch immer neue Sachen. Jetzt haben wir etwas, wo man sich als Fahrer erst einmal hineinarbeiten muss. Dann erst kann man verstehen, was sich dahinter verbirgt und was jetzt passieren muss. Das ist etwas komplett neues, das hat man in der GP2 einfach nicht. Man lernt einfach noch immer dazu."

Frage: "Hast du jemals bereut, dass du deinen Vertrag bei Williams verlängert hast?"
Rosberg: "Nein. Aber wenn ich sehe, wo ich jetzt bin, dann mache ich natürlich keine Jubelsprünge, das ist klar. Es wäre allerdings Quatsch zu sagen, 'das hätte ich doch anders machen müssen'."

"Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nun einmal einen Aufwärtstrend und daran habe ich geglaubt. Aber da müssen wir jetzt einfach durch. Anfügen muss ich an dieser Stelle noch, dass ich mich hier nach wie vor sehr wohl fühle. Ich kenne die Leute jetzt schon eine ganze Weile, fühle mich im Team sehr integriert und das ist auch wichtig."

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