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  • 26.11.2015 · 18:19

  • von Heiko Stritzke & Dominik Sharaf

Rosberg: Bremsprobleme noch immer nicht behoben

Nico Rosberg hadert bereits seit zwei Saisons mit dem Verhalten seines Mercedes W06 auf der Bremse: Warum ein schnelles Beheben des Problems nicht möglich ist

(Motorsport-Total.com) - Trotz zweier WM-Niederlagen gegen Teamkollege Lewis Hamilton gilt Nico Rosberg nicht als jemand, der nach Ausflüchten sucht, sondern bei sich selbst anfängt. Vor dem Saisonfinale der Formel-1-Saison 2015 in Abu Dhabi gibt er jedoch nochmal einen Einblick in das Kapitel, das ihm die meisten Probleme bereitet: Das Verhalten seines Mercedes W06 Hybrid auf der Bremse. Seit Beginn der Saison 2014 hadert er mit dem Verhalten seines Boliden beim Verzögern mit bis zu 5g.

Nico Rosberg, Kimi Räikkönen

Da rauchen Reifen wie Köpfe: Rosberg hadert seit zwei Jahren mit der Bremse Zoom

Zuletzt standen die Stopper von Carbon Industries beim Großen Preis von Mexiko im Fokus der Öffentlichkeit, als sich die hintere rechte Bremse entzündete. Schon beim Großen Preis von Bahrain verlor Rosberg den zweiten Platz an Kimi Räikkönen durch einen Bremsdefekt. Sein eigentliches Problem besteht aber auch bei gesunder Bremse: "Es ist suboptimal für mich, weil das Bremsverhalten nicht linear ist", klagt der 30-Jährige.

"Man muss sich vor Augen führen, dass man den Bremsvorgang mit kalten Bremsen beginnt und ihn bei 1.000 Grad Celsius beendet", geht er ins Detail. "Und in diesem Prozess ist das Verzögerungsverhalten nicht linear." Die Sorgen bestehen seit der Einführung des Hybrid-Reglements im Jahr 2014, doch noch immer ist kein Fortschritt zu verzeichnen. "Es dauert sechs Monate, um eine neue Bremse zu backen", begründet Rosberg. "Und da ist die Entwicklungszeit noch gar nicht eingerechnet, es geht rein um den Herstellungsprozess."


Fotos: Großer Preis von Abu Dhabi, Pre-Events


Mercedes arbeitet mit Carbon Industries daher im Hintergrund bereits seit einiger Zeit zusammen. Doch selbst nach dem langwidrigen Herstellen einer Bremse steht zunächst nur ein Prototyp bereit, der intensiven Tests unterzogen werden muss. "Wir sind dabei, Entwicklungen durchzuführen. Ich dränge im Hintergrund darauf, Dinge zu verbessern. Aber manche Dinge brauchen eben ihre Zeit." Rosberg hatte das Problem immer wieder thematisiert, Hamilton hingegen hielt das für eine Ausrede.

Datenaustausch ohne Worte

Die Beziehung zwischen den beiden Teamkollegen ist spätestens seit Austin irreversibel zerrüttet. "Man kann es von außen sehen, es ist ein Auf und Ab und wirklich schwierig in diesem Duell", sagt Rosberg, der das Psychospiel Hamiltons mittlerweile ebenfalls beherrscht. "Ich glaube, Spaß macht es ihm momentan nicht, während ich mich über diese Situation freue", grinst Rosberg über die Tatsache, dass er den Weltmeister zweimal mit einem PS-Defizit geschlagen hat. "Gegenseitig pushen wir uns auf ein enormes Level, das ist ganz klar und wird auch immer so sein."

Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel

Haben sich nichts mehr zu sagen: Hamilton und Rosberg machen ihr eigenes Ding Zoom

Erst vor kurzem hat Lewis Hamilton gefordert, künftig bei Mercedes auf den Datenaustausch zu verzichten und eine Trennwand in der Mercedes-Garage aufzubauen. Und das, obwohl eigentlich Hamilton als derjenige gilt, der von Tüftler Rosberg profitiert als umgekehrt. "Ich übernehme niemals sein Setup", sagt Rosberg. "Ich mache mein eigenes Ding. Es gibt natürlich Dinge, die man vom anderen Fahrer hier und da übernehmen kann, wo er seine Sachen besser macht. Aber komplett übernehme ich es nie." Den Namen "Lewis Hamilton" erwähnt er in keinem Wort.

Keine Worte wechseln die Fahrer auch über die Daten, fügt Nico Rosberg hinzu. Sie seien lediglich einsehbar. Doch schon jetzt herrscht nicht immer unbedingt Ehrlichkeit beim Austausch von Daten zwischen den beiden Mercedes-Piloten, wie er durchblicken lässt: "Wenn ich möchte, kann ich alles finden. Aber es wird nicht unbedingt alles auf den Tisch gelegt." Ob Lewis Hamilton nach den jüngsten Niederlagen das Setup von Nico Rosberg wieder übernehmen wird? "Das ist eine Möglichkeit", sagt der Wiesbadener.

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