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Romain Grosjean erklärt: Darum habe ich Kwjat nicht gesehen

Ex-Formel-1-Pilot Romain Grosjean schildert, wie es zu seinem Horrorunfall in Bahrain kommen konnte und was Daniil Kwjat damit zu tun hat

(Motorsport-Total.com) - Romain Grosjean hat mit seinem Feuerunfall im Grand Prix von Bahrain die Formel 1 schockiert. Auslöser für den Horrorcrash war eine Berührung mit dem AlphaTauri-Boliden von Daniil Kwjat. Der Franzose rekapituliert noch einmal, wie er diese Sekunden vor dem Flammeninferno erlebt hat und wie es überhaupt zum Zusammenstoß mit dem Russen kommen konnte.

Romain Grosjean

Romain Grosjean rettet sich aus den Flammen Zoom

"Ich habe den Ausgang von Kurve 1 gut erwischt. In Kurve 2 war niemand auf der rechten Seite. Ich habe das Momentum aus Kurve 3 sehr gut mitnehmen können", erinnert sich Grosjean an die wenigen Sekunden nach dem Start. Danach habe er Funken links von sich wahrgenommen, Kimi Räikkönen war von der Ideallinie abgekommen.

"Dadurch bin ich ein wenig nach rechts gefahren, ich habe in den Spiegel geschaut und da war niemand." Zu jenem Zeitpunkt lag Grosjean auf dem 17. Rang. Direkt vor ihm befand sich eine Gruppe von sechs Autos, auf die er aufschließen wollte.

"Ich habe nichts Verrücktes gemacht"

"Durch dieses positive Momentum hätte ich jemanden überholen können, der neben mir gefahren wäre. Aber das ist nicht passiert." Stattdessen zog Grosjean auf der Geraden hin zu Kurve 4 immer weiter nach rechts, um seinen Teamkollegen Kevin Magnussen zu attackieren, der knapp vor ihm platziert war.

Dabei übersah er allerdings das Auto von Kwjat rechts im toten Winkel. "Ja, ich bin recht aggressiv rübergezogen. Ich stimme zu, dass ich ziemlich stark nach rechts gezogen bin", gibt er zu. Dann war es auch schon zu spät: Er touchierte den linken Vorderreifen von Kwjat und war fortan nur noch Passagier.

"Ich habe mir die Onboard-Aufnahmen angesehen. Daniil war praktisch in meinem toten Winkel von Kurve 2 weg." Dadurch konnte er den AlphaTauri-Piloten nicht im Rückspiegel sehen. "Die Rückspiegel sind nicht die großartigsten in der Formel 1, bei einem Nachtrennen wird die Sicht noch erschwert."


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Wäre das Bahrain-Rennen bei Tageslicht gefahren worden, hätte Grosjean den Russen dennoch nicht erkennen können. Davon ist er überzeugt. Außerdem sei in Bahrain aufgrund der bemalten Auslauffläche neben der Strecke grundsätzlich recht viel Platz für Zweikämpfe.

"Wenn man all diese Elemente in Betracht zieht, dann habe ich nichts Verrücktes gemacht", verteidigt sich der ehemalige Formel-1-Fahrer. Bereits seit Beginn seiner Karriere galt Grosjean als "Crashpilot", nicht zuletzt aufgrund seiner Beteiligung am Unfall in Belgien 2012. Damals wurde er für ein Rennen gesperrt.

Gegen Vorwürfe, er sei häufig in größere Zusammenstöße und Kollisionen zu Rennbeginn verwickelt gewesen, wehrt er sich jedoch entschieden. "Ja, ich war in ein paar beeindruckende Unfälle verwickelt", gibt er zu. "Aber wenn man sich das [Vorjahr] ansieht, dann habe ich mich zweimal gedreht und niemanden berührt."

Image des "Crashpiloten" von Webber verliehen

Das Image des rücksichtslosen Crashfahrers haftete ihm seit seiner ersten Formel-1-Saison an. "Das wurde mir von Mark Webber verliehen", merkt Grosjean an. Bereits mehrfach kritisierte ihn der ehemalige Red-Bull-Pilot scharf. "Ich denke nicht, dass es so viele Unfälle von mir in der ersten Runde gab, womöglich ein paar kaputte Frontflügel."

An den Unfall in Belgien 2012 erinnert er sich noch genau, auch in Japan desselben Jahres krachte es. "Und vielleicht in Russland 2017 und Barcelona 2018", zählt er auf. "Das waren die offensichtlichen Unfälle in den ersten Runden, es waren aber nicht sehr viele."

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