powered by Motorsport.com
  • 15.12.2011 · 18:41

Ricciardo: "Rivalität mit Jean-Eric am größten"

Daniel Ricciardo im Interview: Wie die Rivalität die Freundschaft mit Vergne beeinträchtigt, was er 2012 gelernt hat und wie groß das Zittern um das Cockpit war

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardo wird in der kommenden Saison nicht mehr für die Hinterbänkler-Mannschaft von HRT starten, sondern für das Red-Bull-B-Team Toro Rosso fahren. Damit hat er nach seinen ersten elf Grands Prix die nächste Sprosse auf der Karriereleiter erklommen. Wie groß das Zittern vor der Fahrer-Bekanntgabe wirklich war und wieviel Rivalität sich hinter der Freundschaft mit Weggefährten und Neo-Teamkollegen Jean-Eric Vergne verbirgt, erzählt er im Interview.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo kehrt nach einem Abstecher bei HRT zu Toro Rosso zurück Zoom

Frage: "Daniel, Gratulation zu deinem Toro-Rosso-Renn-Cockpit. Wie fühlt sich das an?"
Daniel Ricciardo: "Es fühlt sich großartig an! Es ist schön, mit dem Wissen, was man tun wird, in die kommende Saison zu gehen. Jetzt kann ich mich ausschließlich darauf konzentrieren. Ich freue mich darauf, mit einer guten Gruppe von Leuten zu arbeiten, mit der ich dieses Jahr bereits viel Zeit verbracht habe. Es gibt also vieles, auf das ich mich 2012 freuen kann."

Frage: "Wie hast du herausgefunden, dass du das Cockpit hast?"
Ricciardo: "Ich war zuhause, es war nach dem Abendessen und dann kam der Anruf. Er war kurz, knapp und auf den Punkt gebracht, aber er beinhaltete all die Nachrichten, die ich hören wollte. Es war ein tolles Weihnachts-Geschenk und eine große Erleichterung. Ich war zu dieser Zeit bei Mama und Papa, kam von meinem Zimmer und erzählte ihnen die Nachricht. Das fühlte sich ganz speziell an."

Frage: "Hast du dir seit dem letzten Rennen in Brasilien je Sorgen gemacht, dass du 2012 kein Cockpit haben könntest?"
Ricciardo: "Bis zur Bestätigung ist man doch immer etwas besorgt, aber ich weiß, dass sich jeder bei Red Bull um meine Interessen kümmert und ich hatte das Gefühl, dass ich mich dieses Jahr aus ihrer Sicht gut genug geschlagen habe, um mir für 2012 einen Sitz zu besorgen. Ich hatte das Vertrauen, dass etwas Gutes herauskommen würde."

Frage: "Du hattest ein stressiges Jahr, hast am Anfang die ersten Trainings für Toro Rosso und dann die letzten elf Rennen für HRT bestritten. Was sind die größten Lehren, die du dieses Jahr gezogen hast?
Ricciardo: "Ich habe während des gesamten Jahres mehr Reisen absolviert als bis dahin in meinem gesamten Leben und ich habe herausgefunden, dass es sehr ermüdend und auslaugend sein kann. Dadurch habe ich gelernt, wie wichtig es ist, pünktlich zu sein, meine Zeit so effizient wie möglich zu managen und mich bei Gelegenheit auszurasten."

"Dieses Jahr habe ich so viel aufgenommen. Aus Fahrersicht bin ich draufgekommen, dass man als Ersatzfahrer zwar sieht, worin die Arbeit besteht, aber erst als Rennfahrer erkennt man, wieviel einem das abverlangt - das war eine weitere wichtige Lehre. Ich habe gelernt, meine Prioritäten richtig zu setzen und meine Energie nicht irgendwo anderes zu vergeuden."

Frage: "Wie gut kennst du deinen neuen Teamkollege, Jean-Eric Vergne?"
Ricciardo: "Ziemlich gut. Wir wurden am gleichen Tag für das Red-Bull-Juniorprogramm verpflichtet und waren bereits in der Formel Renault Teamkollegen. Ich habe mit ihm etwas Zeit in seinem Haus in Frankreich verbracht, wir waren gemeinsam Kartfahren. Wir hatten für Rennfahrer-Teamkollegen ein ziemlich gutes Verhältnis. Im Laufe der Zeit wurde die Rivalität zwischen uns größer, aber das Wichtigste ist, dass wir einander respektieren."

"Wir wollen einander mehr als alle anderen schlagen - das ist seit unserem ersten gemeinsamen Rennen so. Das ist eine gute Sache und es bedeutet, dass wir das Maximum aus dem gegebenen Material herausholen. Das nächste Jahr wird für uns eine richtige Probe sein."

Frage: "Wann wirst du nach Europa zurückkehren?"
Ricciardo: "Ich habe mit Chefingenieur Laurent Mekies gesprochen und wir stellen gerade ein Programm für die Zeit vor der Saison zusammen. Ich rechne damit, dass ich den wunderbaren australischen Sommer sehr früh im neuen Jahr verlassen werde müssen, um ins kalte Italien zu reisen und mich dort Arbeit zu widmen, um sicherzustellen, dass ich so gut vorbereitet bin wie möglich."

Frage: "Das bedeutet, dass du den besten Anreiz hast, bei deinem Wintertraining alles zu geben."
Ricciardo: "Ja. Mein Trainer hat gesagt, dass ich es bis Weihnachten locker nehmen kann. Aber als ich hörte, dass ich das Cockpit habe, wollte ich rausgehen und es mir im Fitnessraum ordentlich besorgen."

Frage: "Kannst du - jetzt wo du unterschrieben hast - auch auf die technische Seite des nächstjährigen Autos richtig Einfluss nehmen?"
Ricciardo: "Ja, es gibt einige Bereiche, wo man früh anfangen kann. Es gibt zum Beispiel unterschiedliche Optionen für meine Position im Cockpit, das Layout des Lenkrades. Das Team hat mich bereits gefragt, was ich bevorzuge. Das bedeutet, dass ich mich wohlfühlen und das Gefühl haben sollte, dass es mein Auto ist, wenn die Tests beginnen."

Motorsport-Total Business Club

Formel-1-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen täglichen und/oder wöchentlichen Formel-1-Newsletter von Motorsport-Total.com!

Formel-1-Paddock-Tickets

ANZEIGE
Anzeige

Motorsport-Total.com auf Twitter