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  • 29.07.2001 · 19:58

  • von Fabian Hust

Rennabbruch sorgt für Diskussionen

Der Rennabbruch, der Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher wieder ins Rennen brachte, sorgt für hitzige Debatten

(Motorsport-Total.com) - Nach dem schweren Startunfall zwischen Burti und Schumacher auf dem Hockenheimring entschied sich die Rennleitung, das Rennen abzubrechen, da die Autos kaum durch das Trümmerfeld fahren konnten. Für Michael Schumacher eine weise Entscheidung: "Wir fahren auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke und sollten sich da wirklich Teile in den Reifen bohren, dann hat das schwerwiegende Folgen. David hat, glaube ich, beim letzten Rennen in Silverstone die Erfahrung gemacht, wenn irgendwelche Schäden am Auto sind, was da passieren kann und was die Konsequenzen sein können. Insofern ist der Spruch ein bisschen dumm von ihm, aber vielleicht verständlich durch die Situation, dass er sich noch eine letzte Chance in der Meisterschaft erwartet hatte", sagte Schumacher dem Fernsehsender 'RTL'.

Luciano Burti

Bei dem Unfall wurde die komplette Streckenbreite mit Trümmern übersäht

"Es ist ungewöhnlich, eine rote Flagge in so einer Situation zu haben. Das ist schwer zu akzeptieren. Die Entscheidung fiel erst, als wir schon über die Wrackteile über der Unfallstelle gerollt waren", hatte Coulthard die Entscheidung der FIA-Funktionäre für den Rennabbruch nach dem Startunfall Schumachers kritisiert. "Ich würde eher behaupten, dass man den Zuständigen von der FIA gratulieren sollte. Es lagen zu diesem Zeitpunkt so viele Teile auf der Strecke, da wäre es ziemlich unverantwortlich gewesen, weiter zu fahren", sagte Schumacher, der beim Neustart mit dem Ersatzwagen fahren konnte, dann aber ausfiel.

Dass Coulthard die Entscheidung kritisierte, ist sicherlich verständlich, wurde doch so sein ärgster Widersacher Michael Schumacher wieder ins Rennen gebracht. Auf der anderen Seite zeigte die Entscheidung auch, dass man nicht die WM durch gezielte Eingriff künstlich spannend halten möchte, denn dann hätte man das Rennen nicht abbrechen dürfen, sondern das Safety Car auf der Strecke belassen sollen. Doch die Rennleitung war weise genug, der Sicherheit vor dem Kommerz den Vorrang zu gewähren.

Für David Coulthard ist die Entscheidung dennoch unverständlich: "In meinen Augen hätten wir alle langsam da durch fahren können, die Autos mussten das ja sowieso tun, da das Safety Car auf der Strecke war. Sie hatten mindestens zweieinhalb Minuten, bis wir wieder an die Stelle zurückkamen. Unfälle oder Verletzungen abseits der Strecke sind normalerweise kein Grund, das Rennen zu stoppen. Es gibt eine Menge Rennen, die von einer roten Flagge profitiert hätten, um den Leuten eine gute Show zu bieten."

Unterstützung erhielt der Schotte von Freund Jacques Villeneuve, der die Entscheidung der Rennleitung auch nicht ganz nachvollziehen konnte: "Ich war überrascht, als ich die roten Flaggen sah, da wir bereits alle über die Trümmerteile gefahren waren", so der BAR-Honda-Pilot, der Dritter wurde. "Die Strecke war dann sauber, denn der gefährlichste Moment des Rennens ist der Start." Für den Sieger des Rennens war die Entscheidung jedoch korrekt: "Man hätte über ein Trümmerteil fahren können und der Reifen wäre dann vielleicht auf der Geraden explodiert. Ich denke, es war eine gute Entscheidung", so Ralf Schumacher.

Bei den zahlreichen Formel-1-Experten im Fahrerlager war die Meinung über den Neustart ungespalten, sie befanden die Entscheidung für richtig, denn nur mit dem Einsatz der Kehrmaschine konnten die tausend spitzen Kohlefasersplitter beseitigt werden. Allerdings - und dieser Kritikpunkt ist wohl berechtigt - hätte man das Rennen abbrechen sollen, bevor das ganze Feld eine Runde absoliviert hatte und zwangsläufig sich einen Reifensatz beim Durchfahren der Trümmer beschädigte.