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  • 29.07.2001 · 18:38

  • von Marcus Kollmann

Glücklicher Rennausgang für Ferrari

Trotz Ausfall von Michael Schumacher endete das Rennen mit Rubens Barrichello auf dem Podium für die Scuderia gut

(Motorsport-Total.com) - Für Ferrari begann der Große Preis von Deutschland mit einem Albtraum. Michael Schumacher war nämlich beim Start weit zurückgefallen und Luciano Burti fuhr aus dem Hinterfeld in das Heck des F2001, überschlug sich und landete im Kiesbett. Bei diesem Unfall wurde das Auto des Deutschen total beschädigt, sodass er in der ersten Runde liegen blieb. Nachdem die Rennleitung aus Sicherheitsgründen - wegen der vielen Wrackteile auf der Rennstrecke -den Grand Prix abbrach, konnte Schumacher das Ersatzauto nehmen. Beim zweiten Start lief es für den Gebürtigen Kerpener deutlich besser, jedoch schied er später in der 23. Runde mit technischem Defekt aus. Sein Teamkollege, Rubens Barrichello, der ein starkes Rennen fuhr und vor allen Dingen in seinen Zweikämpfen mit Mika Häkkinen und David Coulthard seinen Kampfeswillen aufzeigte, beendete den Grand Prix am Ende als Zweiter und holte für Ferrari sechs wichtige Punkte.

Michael Schumacher (Ferrari)

Michael Schumacher schied kurze Zeit nach seinem Boxenstopp aus

Michael Schumacher: "Nach dem ersten Start hatte ich Probleme die Gänge einzulegen. Ich wusste nicht wohin ich fahren sollte und sah Burti in meinen Rückspiegeln, jedoch konnte ich ihm nicht ausweichen. Es war eine schwierige Situation, aber sie hätte ehrlich gesagt noch schlimmer sein können. Nach meinem Boxenstopp hatte ich dann ein Problem mit dem Benzindruck und schied aus. Ich bin nicht allzu sehr enttäuscht, da ja die Situation in der Meisterschaft gleich geblieben ist und jetzt wieder ein Rennen absolviert ist. Das Rennen nicht beendet und keine sechs Punkte geholt zu haben war aber schon schade. Ich freue mich aber sehr für Ralf, da das unser Heim-Grand-Prix ist und es schön ist ihn hier gewinnen zu sehen. Es wäre schön gewesen, hätte ich zusammen mit Ralf und Rubens auf dem Podium stehen können, die Fans hätten es sicherlich gemocht, jedoch hat es nicht sollen sein."

Rubens Barrichello: "Da wir dachten, dass die Williams in einer anderen Liga fahren würde, war die Zwei-Stopp-Strategie die richtige Entscheidung, denn so konnten wir hoffen hinter ihnen ins Ziel zu fahren. Tatsächlich war ich der Einzige, der ihr Tempo gehen konnte, was dank der Strategie so war. Ich bin sehr glücklich über meinen zweiten Platz. Bevor das Rennen abgebrochen wurde war ich ja schon Dritter gewesen. Nachdem ich Mika überholt hatte, fuhr er mir ins Heck, weshalb ich dachte, dass das Auto beschädigt sein könnte, aber vor dem zweiten Start hat das Team den Heckflügel sicherheitshalber gewechselt. Mika hat sich dafür in der Pause vor dem Neustart entschuldigt. Mein Kampf mit David hat Spaß gemacht und war fair, wenngleich ein bisschen zu hart manchmal. Das Problem dabei war nämlich das, dass wir beide dabei Zeit verloren haben als wir uns auf dem Weg nach vorne befanden. Ihn außen herum zu überholen war aber kein Problem. Er hat mir dort Platz gelassen und wir kennen uns beide seit der Formel 3, weshalb wir einander auch respektieren. Ich war ehrlich gesagt über die vielen Ausfälle überrascht. Das heutige Ergebnis war wirklich worauf ich gehofft hatte. Ich bin glücklich sechs wichtige Punkte für die Konstrukteurswertung geholt zu haben."

Jean Todt, Ferrari Sportdirektor: "Das war ein merkwürdiges Rennen welches die Autos auf eine Belastungsprobe gestellt hat. Ferrari hat sechs Punkte geholt und seine Führung in der Konstrukteurswertung ausgebaut, während in der Fahrerwertung Schumachers Vorsprung gegenüber Coulthard weiterhin Bestand hat, wenngleich sein Bruder Ralf ein wenig aufgeholt hat. Rubens ist wirklich ein großartiges Rennen gefahren. So wie das Rennen gelaufen ist, hat es die Wichtigkeit der Standfestigkeit unterstrichen. Ich bin aber enttäuscht, dass Michael nicht ins Ziel gekommen ist. Er hatte beim ersten Start ein Problem mit dem Getriebe und dann später nach seinem Boxenstopp ein Problem mit dem Benzindruck. Ich freue mich für Prost und Jean Alesi, der als Sechster mit einem Ferrari-Motor im Heck das Rennen beendet hat."

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