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  • 16.06.2018 · 08:04

  • von Dominik Sharaf & Adam Cooper

Renault: Benzinpartner schuld an Red Bulls Leistungsdefizit

ExxonMobil würde mit Sprit und Schmierstoffen die neue Version des Renault-Antriebs nicht optimal nutzen, meint Cyril Abiteboul - Kein Vorwurf an Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Renaults Formel-1-Geschäftsführer Cyril Abiteboul ist sicher, dass Red Bull aufgrund seines Benzin- und Schmierstoffpartners ExxonMobil (vertreten durch die Marken Esso und Mobil 1) nicht vollständig von dem jüngsten Antriebsupdate profitieren würde. Deshalb hinkten die Österreicher dem Werksteam und McLaren leistungsmäßig hinterher - sie könnten die Lücke jedoch schließen.

Carlos Sainz, Max Verstappen

Leistungsmäßig scheint Red Bull derzeit noch hinter Renault zu fahren Zoom

Abiteboul sagt 'Motorsport-Total.com': "Ich bin sicher, dass Exxon die Mittel und Fähigkeit hat, aufzuholen, aber sie befinden sich im Rückstand." Renault selbst setzt wie McLaren auf eine Zusammenarbeit mit BP (und Tochter Castrol). Vorteil: Bei der Entwicklungsarbeit und bei Prüfstandtests wird von Anfang an mit dem Material experimentiert, das auch in den Renneinsatz gelangt.

Anders bei Red Bull. Für das Team werden spezielle Probeläufe mit den ExxonMobil-Produkten vorgenommen - aber nicht in dem Umfang, in dem die Entwicklung mit dem Standardbenzin und -schmierstoff erfolgt. Abiteboul macht dem teils ungeliebten Partner aber keinen Vorwurf: "Sie haben es sich aus strategischen und kommerziellen Gründen so gewünscht. Das akzeptieren wir."

Renault, das ExxonMobil bei seiner Entwicklungsarbeit unterstützt, könne aber nicht mehr für die volle Leistung seiner Triebwerke garantieren, wenn nur die Hardware und die Software aus dem eigenen Hause kommen. "Die Art und Weise, wie der Antrieb im Auto eingebaut ist, weicht leicht ab. Deshalb gibt es die kleinen Unterschiede", so Abiteboul über den RB14 und seine Konkurrenten.


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Er deutet an, dass das Update für Red Bull zum heiligen Gral werden könnte, sobald die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind: "Ich habe heimlich gehofft, dass Red Bull schnell genug sein würde, um dzu gewinnen", blickt Abiteboul auf Kanada zurück. Es könnte Daniel Ricciardo und Max Verstappen also bald möglich sein, Mercedes und Ferrari sogar auf Powerkursen zu schlagen.

Für die B-Version des Antriebs gibt es von Abiteboul - abgesehen von den Red-Bull-Problemen - ein gutes Zeugnis. Fernando Alonsos angebliches Problem mit der Energierückgewinnung entpuppte sich als Falschmeldung. In Sachen Leistung sei man an Mercedes und Ferrari herangekommen, hätte sich von Honda abgesetzt. "Auf dem Prüfstand sehen wir, dass viel mehr drin ist", verspricht er.

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