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  • 10.06.2018 · 02:10

  • von Dominik Sharaf & Adam Cooper

Wegen steiler Flügel zu langsam? McLaren widerspricht sich

Am Freitag noch im vorderen Mittelfeld, im Qualifying im Nirgendwo: Rennleiter Boullier hat einer Erklärung für den Einbruch, doch Fernando Alonso rätselt nur

(Motorsport-Total.com) - Dass McLaren im Qualifying zum Kanada-Grand-Prix (Formel 1 2018 live im Ticker) am Samstag enttäuschte, hat offenbar einen Grund: Rennleiter Eric Boullier erklärt die Plätze 14 und 15 für Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne mit steil angestellten Flügeln an beiden Autos. Die Ingenieure hatten ein entsprechendes Set-up gewählt, weil es dem MCL33 an Grip in den langsamen Kurven mangelt. Diesen Malus wollten sie auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit ausgleichen.

Fernando Alonso

Fernando Alonsos Auto fühlte sich noch gut an, aber es war unerklärlich langsam Zoom

Boullier begründet die Maßnahme damit, dass auf dem Circuit Gilles Villeneuve keine Kurve mit mehr als 140 km/h gefahren wird und es sich um den "besten Kompromiss" gehandelt hätte. Doch die Sache ging schief, weil der McLaren auf Geraden - die es in Montreal auch haufenweise gibt - über weite Strecken das langsamste Auto war. Alonso klagt: "Der Tag war eine Enttäuschung."

Sein Abschneiden ärgert ihn auch deshalb, weil es in den Freitagstrainings überraschend gut ausgesehen hatte - auf ungeliebtem Terrain. "Wir sind im dritten Training zurückgefallen und leider hat es sich im Qualifying bestätigt", meint Alonso. Dabei hätte sich das Auto ordentlich angefühlt. Dennoch: Ohne den Turboschaden bei Romain Grosjean und den Unfall Marcus Ericssons wäre er wohl in Q1 ausgeschieden. Das ist nicht McLarens Anspruch, nicht einmal auf einer ungeliebten Bahn.

Vandoorne nennt die plötzliche Verschlechterung des McLaren "bizarr". Man hätte noch am Freitag auf die Top 10 der Startaufstellung spekuliert. "Aber vom Start des Qualifyings an hatten wir nicht annähernd das Zeug, um es zu schaffen", resümiert der Belgier und spricht von Stagnation.


Grand Prix von Kanada

Eigenartigerweise behauptet Alonso, dass über Nacht am Auto "nicht allzu viel verändert" worden wäre - was im Widerspruch zu Boulliers Behauptung, die Flügel wären steiler eingestellt worden - steht. "Wir müssen es mit mehr Tiefgang analysieren", verschiebt der Spanier das Thema genau wie die Diskussion über das Renault-Upgrade. Die Unterschiede zur alten Version des Antriebsstrangs seien kaum zu spüren. Red Bull beweise aber, dass es keinen Quantensprung bringen könnte.

Alonso hat trotz des durchwachsenen Abschneidens WM-Punkte im Visier: "Abwarten, wie es läuft. Mit einem guten Start und einer guten Strategie sind Zähler möglich", sagt er. Vandoorne hofft, dass die auf Hypersoft startenden Renaults und Force Indias Probleme bekommen, von denen McLaren dank freier Reifenwahl am Start profitieren kann: "Unsere Pace im Renntrimm sah etwas besser aus. Auf dieser Strecke kann man zudem überholen."

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