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Reifentests 2017: Pirelli hofft auf Mitarbeit aller Teams

Pirelli will in der Formel-1-Saison 2017 die Reifentests ausweiten: Bei den Testfahrten für die 2018er-Reifen hoffen die Italiener auf viel Mitarbeit, doch wer will wirklich?

(Motorsport-Total.com) - Das Testverbot in der Formel 1 machte Pirelli bei der Entwicklung der neuen Reifen für die Saison 2017 bislang zu schaffen. Nach zähen Verhandlungen rang der Einheitsreifenlieferant Mercedes, Ferrari und Red Bull Testfahrten in modifizierten 2015er-Autos ab, an denen die sieben Reifentypen (fünf Trocken- und zwei Regenmischungen) in breiteren Dimensionen an insgesamt 24 Tagen getestet worden sind. Für 2018 erhofft sich Pirelli nun die Beteiligung weiterer Teams an Reifentests.

Kimi Räikkönen

Pirelli hofft bei den Testfahrten kommendes Jahr auf reichlich Mitarbeit durch die Teams Zoom

Am liebsten würde der Exklusivausrüster alle Teams in den Entwicklungsprozess einbeziehen. "Das Format wird ähnlich dem in diesem Jahr sein, nur dass wir keine Interims-, sondern Rennwagen haben werden", sagt Mario Isola von Pirelli. "Deshalb erwarte ich, dass mehr Teams bereit sind zu testen. Noch können wir keine Zahlen nennen, aber wir sind dabei, einen Plan zu erstellen. Sobald wir eine Liste der teilnehmenden Teams haben, werden wir mit der FIA einen Kalender erstellen, um die Tests fair unter den Teams aufzuteilen."

Der Plan sieht vor, dass allen Teams Reifentests angeboten werden, möglichst im Anschluss an Rennwochenenden. "Wir orientieren uns beim Zeitplan an den Testfahrten während der Saison" so der Pirelli-Motorsportmanager. "Sonntag ist das Rennen, sodass die Teams bereits da sind. Ab Dienstag gibt es dann zwei oder drei Testtage." An Reifentestfahrten teilzunehmen ist durchaus im Sinne der Teams, da diese so an Daten kommen. Zwar waren die drei Testteams in dieser Saison dazu verpflichtet, alle Daten zu teilen, doch selbst ermittelte Werte sind für die meisten Rennställe noch immer besser als Sekundärdaten.

Unklar ist noch, auf welchen Strecken die Testfahrten für die 2018er-Pirellis stattfinden werden. "Es gibt viele potenzielle Strecken, aber sie werden noch eruiert", sagt Isola. "Wir haben einige Referenzen wie Barcelona oder für die Regenreifen Paul Ricard, deshalb werden wir diese Strecken wieder benutzen." Allerdings würde ein Test auf dem Circuit Paul Ricard einen Extra-Termin erfordern, da ein Rennen in Le Castellet erst 2018 auf dem Programm stehen wird.

Die Italiener waren bei der Entwicklung der Reifen für die Formel-1-Saison 2017 mit mehreren Hürden konfrontiert. Die Entwicklung von Interims-Autos passte den meisten Teams nicht ins Budget. Außerdem konnten sie nicht den Abtrieb generieren, den die neue Formel-1-Generation liefern wird, weshalb Pirelli die Werte künstlich hochrechnen muss, ohne wirklich zu wissen, wie groß die Kräfte kommendes Jahr wirklich werden. 2017 werden allerdings hinreichend Fahrzeuge mit den neuen Abmessungen vorhanden sein, um für die Saison 2018 testen zu können. Der Abtriebszuwachs bei konstantem Reglement ist deutlich vorhersehbarer.