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Reifenmarkierung: Bridgestone wird unter Druck gesetzt

Die Markierung der weicheren Reifen ist beim Auftaktrennen in Melbourne von vielen als schlechter Witz aufgenommen worden - Japaner müssen nachbessern

(Motorsport-Total.com) - Das Reglement schreibt seit diesem Jahr vor, dass die zwei im Rahmen eines Rennwochenendes zum Einsatz kommenden Reifen-Typen "erkennbar" voneinander unterscheidbar sein müssen. Dies soll es den Fans und Kommentatoren ermöglichen, zu sehen, ob ein Fahrer gerade mit der weicheren oder mit der härteren Gummi-Mischung unterwegs ist.

Boxenstopp beim Super Aguri F1 Team

Der weiße Punkt am rechten Vorderrad ist kaum zu erkennen

Wichtig ist dies seit diesem Jahr, da die Piloten laut Reglement dazu gezwungen sind, im Verlauf eines Rennens beide Reifen-Typen mindestens einmal zum Einsatz zu bringen. Doch die Art und Weise, wie Reifenausrüster Bridgestone die Gummis in Melbourne markierte, war in den Augen vieler ein schlechter Witz.#w1#

Der drei Zentimeter große weiße Punkt auf der Flanke der weicheren Reifen war teilweise nicht einmal im stehenden Zustand des Autos beim Boxenstopp zu erkennen, weil ein Mechaniker die Sicht auf den Punkt verdeckte.

Und schon bei langsamer Fahrt eines Autos war der Punkt nicht mehr zu sehen. Eine andere Möglichkeit war Bridgestone jedoch in der Kürze der Zeit nicht eingefallen, beziehungsweise nicht als machbar eingestuft worden.

Bridgestone hat bereits deutlich gemacht, dass bereits alle Reifen für die kommenden zwei Rennen produziert sind und es somit nicht möglich sei, innerhalb von kürzerer Zeit eine neue Art der Markierung einzuführen.

Derzeit führt die Markierung der Reifen bei den Fans aber eher zur Verärgerung als zu Freude: "Wenn die Zuschauer es nicht verstehen, dann sollten wir das nicht machen", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Die aktuelle Idee ist keine Lösung, denn sie ist schwierig zu sehen, wenn das Auto still steht, und sobald es sich bewegt, hat man gar keine Chance mehr."

Auch Sam Michael, Technischer Direktor des Williams-Teams, ist der Meinung, dass die aktuelle Markierung der Reifen absolut nicht ausreichend ist: "Vielleicht wäre es eine bessere Lösung, den unteren Teil der Rillen einzufärben", so der Australier gegenüber 'autosport.com'.

"Die Rillen werden nicht abgenutzt, man würde also in der Vorderansicht einen weißen Streifen sehen", fährt Michael fort. Man müsse lediglich eine Rille markieren, "auch wenn dies für Bridgestone natürlich Arbeit darstellt."