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Red Bulls Argument für Perez: "Hülkenberg war zuletzt Renault"

Helmut Marko verrät, warum Nico Hülkenberg gegen Sergio Perez letztendlich die schlechteren Karten und was das mit der Mercedes-Power-Unit zu tun hatte

(Motorsport-Total.com) - Neben der herausragenden Performance von Sergio Perez in der Formel-1-Saison 2020 war es auch dessen Kenntnis über den Mercedes-Antriebsstrang, die bei der Red-Bull-Fahrerentscheidung den Ausschlag für den Mexikaner und gegen Nico Hülkenberg gegeben hat. Das verrät Helmut Marko im zweiten Teil des exklusiven Interviews mit 'Motorsport-Total.com' und 'Formel1.de', der am Dienstag (29. Dezember) veröffentlicht wird.

Helmut Marko, Sergio Perez

Helmut Marko erklärt, warum die Entscheidung pro Perez gefallen ist Zoom

Bereits sehr früh in der Saison 2020 war klar, dass die Wahl nicht auf Sebastian Vettel fallen wird, sollte sich Red Bull tatsächlich dazu entscheiden, Alexander Albon auszutauschen. Von dem Zeitpunkt an gab es nur noch zwei realistische Kandidaten für das Cockpit: Perez, der letztendlich den Zuschlag erhalten hat, und Hülkenberg.

Interessant: Marko verrät im Jahresrückblick-Interview erstmals, dass die beiden Fahrer sich beim Team gemeldet haben und nicht umgekehrt. Abgesehen von einer Kontaktaufnahme fand zunächst nicht viel statt. Erst "im Herbst, bei den Italien-Rennen, wurde das intensiver", sagt der Red-Bull-Motorsportkonsulent.

Dort fuhr Albon in Mugello aufs Podium und verschaffte sich kurz etwas Luft. Doch gleich darauf, beim Grand Prix von Russland in Sotschi, fiel seine Leistung wieder deutlich ab. Es waren entscheidende Wochen, in denen immer klarer wurde, dass Albons Chancen auf einen Weiterverbleib nur noch gering sind.

Perez begann in der Öffentlichkeit auf eine Entscheidung zu drängen, doch Red Bull befand sich "in einer sehr komfortablen Lage. Weder Hülkenberg noch Perez hatten Alternativen in der Attraktivität von Red Bull Racing. Wir mussten also nicht warten, sondern wir mussten denen nur sagen, dass sie warten sollen bis nach Saisonende, dann entscheiden wir uns", sagt Marko.

Und für diese Entscheidung war ein Faktor sehr wichtig: das langjährige Wissen über den Mercedes-Motor, das Perez mitbringen konnte. Der 30-Jährige hat seine Formel-1-Karriere seit 2013 (damals noch auf McLaren, später dann auf Force India beziehungsweise Racing Point) ausschließlich mit Mercedes-Power bestritten.

Hülkenberg hingegen "war zuletzt Renault", sagt Marko. 2012 und 2014 bis 2016 war er bei Force India zwar ebenfalls mit Mercedes-Hybridantrieben unterwegs. Doch 2017, 2018 und 2019 fuhr er bei Renault, sodass ihm aktuelles Detailwissen über die fahrerischen Parameter der Mercedes-Power-Unit fehlt.

Das können in Markos Augen auch die Racing-Point-Gasteinsätze in der Saison 2020 nicht kompensieren: "Die drei Rennen, die er mit Mercedes-Motor gefahren ist, kann man wahrscheinlich nicht hernehmen, weil er da mehr damit beschäftigt war, sich aufs Auto einzustellen als Daten zu sammeln."

Für Perez habe hingegen gesprochen, "dass er viele Saisons mit dem Mercedes-Motor gefahren ist und über Fahrbarkeit, Ansprechverhalten und all diese Dinge Bescheid weiß". Die finale Entscheidung hat Marko Hülkenberg dann telefonisch am Tag der Bekanntgabe mitgeteilt: "Ich habe ihn zehn Minuten vorher angerufen und ihm gesagt, dass es leider nichts wird."

Der erste Teil des großen Jahresrückblick-Interviews mit Helmut Marko wurde bereits am Montag auf Motorsport-Total.com und Formel1.de veröffentlicht und kann dort jederzeit ungekürzt nachgelesen werden. Der zweite Teil folgt am Dienstag, der dritte dann am Mittwoch (29. und 30. Dezember).

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