powered by Motorsport.com
  • 11.09.2022 · 21:41

  • von Kevin Hermann

Red Bull versteht Ferrari-Strategie: "Sie haben eine gute Entscheidung getroffen"

Red Bull hat Verständnis für den frühen Reifenwechsel bei Charles Leclerc und sagt, dass der RB18 mit seiner "enormen" Pace mit jeder Strategie gewonnen hätte

(Motorsport-Total.com) - Das Red-Bull-Team kann verstehen, warum Ferrari Charles Leclerc in der zwölften Runde während des virtuellen Safety-Cars, was durch den Ausfall von Sebastian Vettel ausgelöst wurde, zum Reifenwechsel an die Box geholt hat.

Charles Leclerc

Kam Charles Leclerc beim Italien-Grand-Prix mal wieder zum falschen Zeitpunkt an die Box? Zoom

Sowohl der Monegasse als auch Max Verstappen starteten den Großen Preis von Italien auf den weichen Soft-Reifen und der Niederländer konnte sich vom siebten Startplatz innerhalb kürzester Zeit an den Ferrari-Piloten heranpirschen.

Vor der virtuellen Safety-Car-Phase betrug der Abstand von Leclerc zu Verstappen gerade einmal 1,5 Sekunden, weshalb man bei Ferrari die Chance nutzte, zeitsparend einen Reifenwechsel durchzuführen. Allerdings endete die VSC-Phase etwas zu früh für Leclerc, sodass er nicht mehr den kompletten Zeitvorteil in der Boxengasse mitnehmen konnte.

Red Bull bestätigt: Hätten gewechselt, wenn Leclerc draußen geblieben wäre

Bei Red Bull stand man zu diesem Zeitpunkt auch in der Boxengasse bereit, um Verstappen hereinzuholen, doch man entschied sich, eine entgegengesetzte Strategie zu Ferrari zu fahren. Auf die Frage, ob der Niederländer reingekommen wäre, wenn Leclerc draußen geblieben wäre, sagt Teamchef Christian Horner: "Ja."

Daher ist er auch nicht überrascht davon, dass Ferrari mit dem Boxenstopp die Position auf der Strecke aufgab: "Nein, wir verstehen, warum sie das getan haben. Strategisch gesehen haben sie eine gute Entscheidung getroffen. Ich denke, wir hatten heute einfach ein schnelleres Auto und hätten das Rennen auch unabhängig davon gewonnen."

"Sie haben mir [am Funk] gesagt, dass ich das Gegenteil zu Charles machen soll", bestätigt Verstappen die Situation während des virtuellen Safety-Cars. "Es hätte also heute in beide Richtungen gehen können, schätze ich."

Ferraris Pace einfach nicht gut genug?

Doch auch bei seinem zweiten Stint auf den frischen Medium-Reifen konnte Leclerc mit seiner Pace nicht unbedingt überzeugen, da er nur wenig auf Verstappen an der Spitze mit alten Soft-Reifen aufholte. Als der Red-Bull-Pilot schließlich in Runde 25 ebenfalls zum Reifenwechsel kam und Leclerc die Führung übernahm, konnte Verstappen auf neuen Reifen mit seinem Tempo auftrumpfen.


Der Weltmeister nahm Leclerc pro Runde etwa eine Sekunde ab, bei einem Rückstand nach dem Boxenstopp von etwa zehn Sekunden. Hochgerechnet hätte Verstappen den Ferrari-Piloten auf der Strecke locker überholen können, doch man entschied sich bei Ferrari, Leclerc in Runde 33 für einen zweiten Reifenwechsel auf frische weiche Reifen an die Box zu holen.

Aber auch Leclercs Performance auf diesem Reifen war nicht gut genug, um Verstappen zu gefährden. Einen Rückstand von 20 Sekunden nach dem Boxenstopp konnte er bis zur letzten Safety-Car-Phase zu Rennende nur auf 17 Sekunden reduzieren.

Horner: "Hatten eine enorme Pace"

"Ich denke, wir haben das Auto verfeinert und wir haben es geschafft, das Auto ziemlich gut zu verstehen", sagt Horner nach Verstappens fünftem Sieg in Serie. "Wir haben im Qualifying ein paar Kompromisse gemacht, weil wir wussten, dass wir eine Strafe kassieren würden, und das hat sich ausgezahlt, denn ich denke, wir waren heute sehr schnell und hatten eine enorme Pace."

Ausschlaggebend für den letztendlich ungefährdeten Red-Bull-Sieg war laut Horner der gute Start von Verstappen: "Max war am Ende der ersten Runde bereits auf P3 und ein paar Runden später war er schon Zweiter, ehe er dann den Rückstand auf Charles aufgeholt hat."

"Am Ende hat man bei Charles dann auf zwei Stopps umgestellt, aber selbst auf dem weichen Reifen war die Pace von ihm im Vergleich zu Max auf Medium nicht ausreichend, um ihn einzuholen. Wir hatten das Rennen also sicher unter Kontrolle", so der Red-Bull-Teamchef.

Horner bedauert Ende hinter dem Safety-Car

Als Daniel Ricciardo kurz vor Rennende in seinem McLaren ausrollte wechselten alle Top-Fahrer noch einmal auf weiche Reifen für den letzten Sprint, zu dem es dann aber doch nicht mehr kam, wie Horner bedauert.


Fotostrecke: Die längsten Siegesserien in der Formel 1

"Wir hatten einen neuen Reifensatz, den wir [im Qualifying] aufgespart hatten und wir rechneten damit, das Rennen wieder aufnehmen zu können, weil der Zwischenfall ziemlich harmlos aussah.

Aber das Rennen wurde nicht neu gestartet und es war enttäuschend, nicht unter Rennbedingungen zu gewinnen, denn das widerspricht so ziemlich allem, worüber wir in den letzten Jahren gesprochen haben. Aber es ist toll, diesen Sieg zu erringen und es bringt Max in eine großartige Position."

Verstappen: "Waren auf jeder Mischung die Schnellsten"

"Wir hatten ein tolles Rennen, auf jeder Mischung waren wir die Schnellsten", bestätigt Verstappen die Aussagen seines Teamchefs. "Und der Reifenabbau war sehr gut, wir hatten also ein wirklich gutes Rennauto. Am Ende konnte ich den Abstand kontrollieren."

"Natürlich hat es sehr geholfen, dass ich eine tolle erste Runde hatte und die meisten Autos abhängen konnte, bevor sie, sagen wir mal, in einen DRS-Zug gerieten. Von da an fühlten sich beide Reifensätze großartig an und ich konnte den ersten Stint ein wenig verlängern. Und auch auf den Mediums hat alles sehr gut funktioniert."

Neueste Kommentare

Folge uns auf Instagram

Folge uns jetzt auf Instagram und erlebe die schönsten und emotionalsten Momente im Motorsport zusammen mit anderen Fans aus der ganzen Welt

Folge uns auf Facebook

Werde jetzt Teil der großen Community von Motorsport-Total.com auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über den Motorsport und bleibe auf dem Laufenden!

Anzeige