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Red Bull & Renault: Waffenstillstand im Rosenkrieg

Die Ex-Lieblingspartner sprechen davon, "Mercedes einzuholen" - Horner entschärft Mateschitz-Aussagen - Geld und Zeit größeres Entwicklungshindernis als Token

(Motorsport-Total.com) - Christian Horner und Cyril Abiteboul nach dem China-Grand-Prix am Sonntag an einem Tisch: Angesichts eines Antriebsschadens bei Daniil Kwjat und einem wenig berauschenden neunten Platz Daniel Ricciardos klingt das danach, als sollten umstehenden Kindern die Ohren zugehalten werden - doch es ging gesittet bis harmonisch zu in der Red-Bull-Medienrunde von Schanghai. "Kein guter Tag. Aber es gilt, zu verstehen, was passiert ist und wo die Wurzeln des Problems liegen", erklärt Horner gefasst.

Cyril Abiteboul, Christian Horner

Cyril Abiteboul und Christian Horner waren wieder ein Herz und eine Seele Zoom

Auch Renault ist in Person von Abiteboul bemüht, für positive Stimmung zu sorgen und die häufig zerstritten wirkenden Partner auf das gemeinsame Ziel einzuschwören. "Wir müssen das zusammen durchziehen. Da haben wir keine Wahl", macht der Formel-1-Geschäftsführer der Franzosen klar und glättet die Wogen: "Es gibt kein Problem mit Red Bull. Wir verstehen ihren Frust, aber auch wir sind Bleifüße und frustriert. Es geht darum, auf die Philosophie und die Probleme des anderen einzugehen."

Was nach dem durchschlagenden Erfolg einer Paartherapie klingt, könnte sich dennoch zu einem Geduldsspiel entwickeln. Abiteboul gibt sich nicht der Illusion hin, mit einem Schwung des Zauberstabs zurück zu alter Stärke zu finden. "Wir planen auf lange Sicht. Wir lösen die Probleme, die uns seit 18 Monaten plagen, nicht, weil wir einmal eine Überarbeitung bringen", enttäuscht er Red-Bull-Fans, die auf ein baldiges Wunderupdate gehofft hatten. Grund dafür ist auch das Formel-1-Reglement.

Renault will keine Schnellschüsse

Denn Renault will sich nicht zu Aktionismus verleiten lassen und begrenzte Entwicklungspunkte, die so genannten Token, unnötig verfeuern. "Wir sollten uns nicht in etwas hetzen lassen, was diesbezüglich nicht effizient ist." Entsprechend ist auch der Kwjat-Defekt für Abiteboul kein Anlass, Novellen zu initiieren "Motorentechnologie ist nichts, was man an einem Sonntagabend hinterfragt. Wir müssen Erkenntnisse mitnehmen und in unsere allgemeine Strategie einbeziehen", blickt er voraus.


Fotos: Red Bull, Großer Preis von China


Renaults Plan steht: Zunächst geht es darum, dem Antrieb mehr PS zu verleihen, um die Nachteile in temporeichen Passagen zu kompensieren. Horner beschwört die Comeback-Qualitäten Ferraris und nimmt sich zum Vorbild, dass die Scuderia in den wenigen Monaten zwischen dem Saisonfinale 2014 in Abu Dhabi und dem Malaysia-Grand-Prix eine riesige Lücke geschlossen hätte. Er weiß aber auch: "Mercedes' Motorenabteilung ist 50 Kilometer weg von Brackley, Ferrari hat sie im eigenen Haus. Bei uns sind es zwei Gruppen von Menschen."

Tokenkontingent "reicht, um Mercedes einzuholen"

Nämlich Red Bull im mittelenglischen Milton Keynes und Renault im französischen Viry. Macht Hunderte Kilometer, einen Ärmelkanal und zwei ganz unterschiedliche Arbeitsumfelder. Trotzdem will Horner an die Partnerschaft glauben: "Zu Zeiten des angeblasenen Diffusors haben wir die perfekte Symbiose von Motor und Auto hinbekommen." Auch Aussagen des Red-Bull-Patrons Dietrich Mateschitz bezüglich eines möglichen Formel-1-Ausstiegs infolge der Querelen entschärft der Brite.

"Wir haben mehr als genug Token, um Mercedes einzuholen." Cyril Abiteboul

Horner bremst: "Wenn man sich genau anschaut, was er sagt, dann stellt man fest, dass er Renault ermutigt, sich zu verbessern und einen vernünftigen Job zu machen. Sie sind besser als das, was wir zur Zeit erleben." Eine breite Brust besitzt Abiteboul trotz der Misserfolge und glaubt nicht, dass Renault an den Beschränkungen durch das Reglement scheitert: "Wir haben mehr als genug Token, sogar um Mercedes einzuholen. Sie sind nicht der limitierende Faktor, eher sind es die Zeit oder das Geld." Beides bestimmt Red Bull maßgeblich.

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