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Red Bull präsentiert neuen RB14: Mehr Newey, mehr Erfolg?

Red Bull präsentiert seine Waffe für die Formel-1-Saison 2018: Mit dem RB14, auf den Stardesigner Newey wieder mehr Einfluss hatte, will man Mercedes ärgern

(Motorsport-Total.com) - So früh wie nie hat Red Bull dieses Jahr seinen RB14 präsentiert (alle Präsentationen 2018 auf einen Blick), mit dem Max Verstappen und Daniel Ricciardo Mercedes und Ferrari im Kampf um den WM-Titel ärgern wollen. Das Auto, das auf den Bildern noch in einer speziellen Präsentationsfarbgebung gezeigt wird, die die Designtricks verschleiern soll und schon beim Testauftakt kommende Woche in Barcelona Geschichte sein wird, entstand wie in den Vorjahren unter Leitung des Ingenieurskollektivs Rob Marshall, Dan Fallows, Paul Monaghan und Pierre Wache. Stardesigner Adrian Newey hatte aber dieses Jahr deutlich mehr Einfluss auf die Aerodynamik, da die Arbeit an seinem Aston-Martin-Supersportwagen bereits in der Endphase ist.

"Das Auto ist sehr hübsch, hoffentlich ist es auch schnell", sagt Verstappen über seine neue Waffe, die bereits heute in Silverstone von Ricciardo einem Rollout unterzogen wird. Doch nicht alles am RB14 gefällt ihm: "Leider hat er auch den Halo, der ist wirklich hässlich. Wir hoffen aber, dass das Auto ein Schritt nach vorne ist und wir vor allem ab dem Saisonbeginn schnell sind und nicht wie im Vorjahr einem Rückstand nachlaufen. Das ist für uns das Wichtigste."

Das ist auch der Grund, warum Red Bull - dieses Jahr erstmals mit Hauptsponsor Aston Martin - seine Strategie geändert hat: Normalerweise tüftelt die Truppe aus Milton Keynes bis zur letzten Sekunde im Windkanal, um noch ein paar Hunderstelsekunden herauszukitzeln, enthüllt das Auto dann aber erst zu Beginn der Testfahrten. Daher opfert man die ersten zwei Testtage meist für Funktionstests - ein Erfahrungsrückstand, der schwer aufzuholen ist.

Warum Red Bull dieses Jahr früher fertig ist

"Unser Ziel ist es, bereits am ersten Testtag etwa 100 Runden abspulen zu können", bestätigt Teamchef Christian Horner, dessen Rennstall im Vorjahr in der Konstrukteurs-WM auf Rang drei kam und drei Siege einfuhr, nachdem man zu Saisonbeginn auch noch von einem Windkanalproblem gehandicapt wurde. Das ist laut dem Team definitiv behoben. Außerdem habe man die Ziele im Windkanal erreicht.


Der Red Bull RB14 erstmals auf der Strecke

Daniel Ricciardo gebührt vor der Formel-1-Saison 2018 die Ehre, den ersten neuen Boliden des Jahres auszufahren Weitere Formel-1-Videos

Die frühe Deadline für die Ingenieure hat auch noch einen anderen Grund: Die Piloten übten zuletzt Kritik an den mäßigen Red-Bull-Starts in die vergangenen Saisons. Verstappen hatte bei den Verhandlungen zu seinem neuen Deal im Vorjahr eine Änderung verlangt, außerdem läuft Daniel Ricciardos Vertrag mit Saisonende 2018 aus. Geht der Auftakt in die Hose, wird sich der "Aussie" mit Sicherheit woanders umschauen.

RB14, Seitenkästen

Die Seitenkästen des RB14 sind noch einmal schlanker geworden Zoom

"Ich glaube, dass wir dieses Jahr öfter gegen Mercedes und Ferrari kämpfen können", ist Ricciardo zuversichtlich. "Und wenn der Wagen so läuft wie in den Simulationen, dann werden wir bei meinem Heimrennen in Melbourne besser aussehen und um einen Podestplatz kämpfen können."

Renault als Zünglein an der Waage

Das Zünglein an der Waage wird mit Sicherheit Renault sein. Die langjährige Erfolgspartnerschaft geht voraussichtlich ins letzte Jahr, denn die Franzosen wollen nach den Querelen der Vergangenheit nicht mehr mit dem österreichischen Team zusammenarbeiten. Ein Mitgrund ist, dass Red Bull über das Toro-Rosso-Team bereits die Fühler in Richtung Honda ausgestreckt hat und das japanische Triebwerk beim B-Team testet, um 2019 auch mit dem A-Team zu wechseln. Das schmeckt den Franzosen nicht. Offiziell muss bei der FIA aber erst bis Saisonmitte bekanntgegeben werden, mit welchem Antrieb man nächstes Jahr an den Start geht.


Fotos: Roll-out Red Bull RB14


Dazu kommt, dass dieses Jahr nur noch drei statt vier Antriebseinheiten pro Saison erlaubt sind - für jede weitere drohen Gridstrafen. Im Vorjahr hatte Verstappen rund doppelt so viele Motordefekte - eine Steigerung wird also nötig sein, will man auch im Titelkampf ein Wörtchen mitreden.

Angst vor erneutem Mercedes-Leistungssprung

Dazu kommt die Angst, dass Mercedes beim Motor für 2018 erneut einen großen Sprung nach vorne gemacht hat, auch wenn der RB14 mit dem Renault-Antrieb beim ersten ersten Prüfstandtest klaglos funktioniert hat und die französischen Techniker einen Leistungssprung versprechen. Legen die Silberpfeile diesbezüglich ordentlich nach, helfen auch die Renault-Fortschritte nur bedingt etwas.

Auf das Leistungsdefizit hat Red Bull übrigens auch beim Design des RB14 Rücksicht genommen: Während man früher alles auf maximalen Abtrieb setzte, legen Newey & Co. nun großen Wert auf aerodynamische Effizienz, um auch bei den Topspeed-Werten im Vorderfeld zu rangieren.

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