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Red Bull: Pleiten, Pech und Pannen und kein Ende in Sicht

Weltmeister Sebastian Vettel schafft am vorletzten Testtag vor Melbourne keine fliegende Runde - Gary Anderson rätselt, Gerhard Berger sieht die Schuld bei Renault

(Motorsport-Total.com) - Beim Weltmeisterteam Red Bull ist in diesem Formel-1-Winter sprichwörtlich der Wurm drin. Auch am vorletzten Testtag vor dem Saisonauftakt lief für die Truppe von Christian Horner und Co. nichts zusammen. Sebastian Vettel, der den RB10 für Samstag und Sonntag planmäßig von Daniel Ricciardo übernommen hat, musste aufgrund von technischen Problemen zunächst zweieinhalb Stunden warten, eher er auf die Strecke gehen konnte.

Sebastian Vettel

Vettel kam am diesmal erst vier Kurven weit, dann nicht einmal bis aus der Boxengasse Zoom

Einmal auf dem Bahrain International Circuit unterwegs, kam der Champion allerdings nur vier Kurven weit. Dann rollte er mit seinem Renault-befeuerten Boliden aus und löste eine Unterbrechung mit der Roten Flagge aus. Den Weg zurück an die Box schaffte der RB10 mit der Startnummer 1 nur auf der Ladefläche eines Bergungsfahrzeugs.

Doch damit nicht genug. Auch als Vettel eine halbe Stunde später wieder auf die Piste gehen wollte, war ihm keine fliegende Runde vergönnt. Diesmal schaffte der Deutsche nicht mal den Weg bis auf die Rennstrecke. An der Boxenausfahrt musste er mit Elektronikproblemen stehenbleiben. Ein Batteriewechsel war die Folge. Bis zum Ende des Testtags verblieb der RB10 in der Box, womit für Vettel am vorletzten Tag vor dem Saisonstart keine einzige komplette Runde zu Buche schlägt.

Anderson schüttelt den Kopf - Horner gesteht Rückstand

"Wenn ich mich recht erinnere gab es so etwas zuletzt bei Jordan mit dem Yamaha-Motor im Heck." Gary Anderson

Experte Gary Anderson zeigt sich nicht nur angesichts der jüngsten Red-Bull-Probleme verwundert. Schon die Maßnahmen an den vergangenen Testtagen, als die Red-Bull-Mechaniker aufgrund von Kühlungsproblemen wiederholt provisorische Schlitze in die Verkleidung des RB10 schneiden mussten, sorgen bei Anderson für Kopfschütteln. "Wenn ich mich recht erinnere gab es so etwas zuletzt bei Jordan mit dem Yamaha-Motor im Heck. Das war in Südafrika 1992", erinnert sich der Nordire, der den angesprochenen Jordan 192 selbst gezeichnet hatte.

Doch während man bei Jordan das Problem damals schnell in den Griff bekam und Mauricio Gugelmin das notdürftig überarbeitete Auto beim Grand Prix von Südafrika 1992 sogar ins Ziel brachte, herrscht bei Red-Bull-Teamchef Horner 22 Jahre später Rätselraten darüber, ob bis zum Saisonauftakt eine zufriedenstellende Besserung der Situation eintritt.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Probleme überwinden werden. Die Frage ist, wie schnell das gehen wird", sagt Horner und bestätigt die Worte von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, wonach sich das Weltmeisterteam gegenüber dem selbstgesteckten Zeitplan beträchtlich im Rückstand befindet: "Wir versuchen, in so guter Form wie möglich nach Melbourne zu reisen, doch wir haben wahrscheinlich gerade mal ein Drittel der Laufleistung der anderen Teams geschafft. Wir geben aber nicht auf und wollen so schnell es geht aufholen."

Berger sieht den Schwarzen Peter bei Renault

Die Schuld für die wiederholten Gebrechen während der Testfahrten ist laut Horner sowohl auf Seiten des Teams als auch auf Seiten des Motorenpartners Renault zu suchen. Gerhard Berger hingegen schiebt den Schwarzen Peter in erster Linie den Franzosen zu. "Das Schicksal von Red Bull liegt in der Hand von Renault. Die haben ihre Hausaufgaben schlechter gemacht als Mercedes und Ferrari", meint der Österreicher gegenüber 'auto motor und sport' und attestiert Adrian Newey und Co. im Gegenzug gute Arbeit: "Das neue Auto sieht gelungen aus, aber so lange es nicht fährt, kann keiner sagen, wie schnell es ist."


Fotos: Red Bull, Testfahrten in Sachir, Samstag


"Wenn ich die Runden von Mercedes und Red Bull übereinanderlege und analysiere, dann hat Renault noch viel Arbeit vor sich", sagt Berger und sinniert: "Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Renault bei der Entwicklung des neuen Motors ein Geschäftsmodell in den Vordergrund gestellt hat. Es sieht so aus, als hätte man die Kosten bei der Entwicklung immer im Hinterkopf gehabt."

Bei Mercedes sei man da "viel kompromissloser herangegangen" und hätte den Faktor Performance auf der Prioritätenliste vor dem Faktor Geld angesiedelt, wie Berger anmerkt. Den Glauben an das Talent Newey verliert der zehnmalige Grand-Prix-Sieger aus Österreich zuletzt. "Das Auto schaut verdammt schnell aus. Da haben sie wahrscheinlich einen Vorteil gegenüber den anderen, aber nur wenn Renault auch mitzieht", so Berger über den RB10, der mit dem Renault-Antriebsstrang im Heck bisher eines der großen Sorgenkinder - wenn nicht sogar das größte - im Feld ist.

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