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  • 12.03.2015 · 10:15

  • von Dieter Rencken & Roman Wittemeier

Red Bull: Neue Nase kommt, Renault arbeitet weiter

Im Lager von Red Bull herrscht vor dem Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne vorsichtiger Optimismus - Teamchef Christian Horner: "Sind besser vorbereitet"

(Motorsport-Total.com) - Red Bull möchte in der Formel-1-Saison 2015 die kleine Schwächephase des Vorjahres hinter sich lassen und wieder an jene Erfolge anknüpfen, die man zwischen 2010 und 2013 mit Sebastian Vettel einfahren konnte. Dem team aus Milton Keynes sind allerdings etwas die Hände gebunden. Man ist extrem abhängig von Fortschritten des Antriebspartners Renault, dessen Aggregat in der Vorsaison vergleichsweise schwach war. Ein Teil dieses Defizits hat man angeblich aufgeholt, einen anderen Teil soll das verbesserte Chassis wettmachen.

Red Bill Logo

Red Bull will in der Formel-1-Saison 2015 wieder um Rennsiege kämpfen Zoom

"Der RB11 ist eine Evolution des Vorjahresautos. Es ist eine gute Basis für die weitere Entwicklung im Verlauf dieses Jahres", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Der RB10 war ein gutes Auto, hatte ein gutes Chassis. Der RB11 hat die Stärken des Vorgängers behalten, die Schwächen haben wir ausgemerzt. Im vergangenen Jahr hätten wir in langsamen Kurven besser sein können. Die Traktion hätte besser sein können."

Während Renault auf den Prüfständen weiter am Antrieb arbeitet und sich für die weitere Entwicklung einige Token aufgespart hat, bringt Red Bull Updates im Wochentakt. Allerdings geht bei den Verbesserungen des Autos nicht immer alles nach Wunsch. Die neue, deutlich kürzere Nase für den RB11 fiel zunächst durch den Crashtest der FIA. "Wir machen ständig Crashtests. Manche bestehen wir, andere nicht. Die Nase, die an unserem Auto verbaut ist, hat natürlich den Test bestanden", sagt Horner.

Angeblich soll bereits vor dem Start in die Sessions in Melbourne in weiterer Versuch unternommen werden, die Abnahme für die neue Nase zu erlangen. "Es kann durchaus sein, dass wir in näherer Zukunft bei einem Rennen mit einer anderen Nase kommen werden. Das kann wirklich passieren", schmunzelt der Teamboss, ohne bezüglich des Fahrplans ins Detail zu gehen. Auch die Frage, wann die freien Token von Renault eingesetzt werden, beantwortet Horner nicht konkret.

Wann setzt Renault die restlichen Token ein?

"Das steht noch nicht ganz fest. Wenn man nur vier Motoren im Jahr einsetzen darf, dann sollten Verbesserungen recht zügig kommen. Realistisch betrachtet werden wir wohl ab Saisonmitte den endgültigen Stand fahren", sagt er. "Renault gibt alles, um die Lücke möglichst zu schließen. Man hat nur zwei Teams als Partner. Aller Aufwand geht also in die beiden Red-Bull-Teams. Das kann eigentlich nicht schlecht sein."

"Die Fahrbarkeit des Antriebs ist ein wichtiges Element. Das Turboaggregat und die ganzen Hybridsysteme müssen passend zusammenspielen. Das muss man hinbekommen. Dies ist sicherlich ein Bereich, der bei uns besser werden muss", sagt Horner vor dem Auftakt in Australien. "Auf dieser Strecke kommt es jedoch nicht ganz so auf das Tempo auf den Geraden an. Hoffentlich sind die Antriebe, die wir hier einsetzen, schon etwas besser abgestimmt als jene, die wir bei den Tests in Barcelona im Auto hatten."


Daniel Ricciardo vor dem Australien-Grand-Prix

Der Red-Bull-Pilot spricht über seine Erwartungen vor dem Saisonstart Weitere Formel-1-Videos

"Die Tests im Winter liefen viel besser als im Jahr zuvor. Wir haben im Vergleich die vierfache Kilometerzahl abspulen können, gehen also besser vorbereitet in diese Saison", meint der Brite. Er schränkt jedoch ein: "Der Vorsprung von Mercedes scheint aber in etwa auf jenem Niveau zu sein, wie es Ende der vergangenen Saison der Fall war. Die Gruppe dahinter mit Williams und Ferrari, die erheblich vorangekommen sind, liegt eng zusammen."

"Erst wenn am Samstag mal fast kein Benzin mehr in den Tanks ist, wird es einen ersten Eindruck von der wahren Hackordnung geben", meint Horner vor den ersten Fahrten im Albert Park zu Melbourne. "Es ist zu früh für Vorhersagen. Wer hätte gedacht, dass wir im vergangenen Jahr drei Rennen gewinnen? Unser Ziel ist es, um so viele Siege wie möglich zu kämpfen. Aber am Donnerstag vor dem ersten Grand Prix des Jahres will ich keine konkreten Ansagen machen."

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