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Red Bull nach Aufholjagd sicher: Das Rennen hätte Mateschitz gefallen!

Red Bull macht Max Verstappen mit einem Elf-Sekunden-Stopp das Leben schwer: Der Weltmeister tobt, aber fährt zum Gedenksieg an Dietrich Mateschitz

(Motorsport-Total.com) - "Es war genau ein Rennen, wie es Mateschitz geliebt hätte", sagt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko nach dem Sieg von Max Verstappen beim Formel-1-Rennen in Austin. Der Niederländer gewann einen Tag nach dem Tod von Unternehmensgründer Dietrich Mateschitz und machte so auch den Konstrukteurstitel klar, doch der Weg dahin war alles andere als einfach.

Max Verstappen (Red Bull) und Helmut Marko jubeln über den Sieg beim Formel-1-Rennen in Austin 2022

Glückliches Ende eines traurigen Wochenendes für Red Bull Zoom

Denn Red Bull versaute Verstappens zweiten Boxenstopp, der 11,1 Sekunden dauerte. Der fluchende Weltmeister fiel dadurch hinter Lewis Hamilton und Charles Leclerc zurück und musste beide erst im direkten Duell niederkämpfen, um das Rennen in einem spannenden Finish zu gewinnen.

"Wir haben es ein bisschen zu spannend mit unseren langsamen Boxenstopps gemacht, aber dadurch ist die Leistung von Max noch eindrucksvoller", betont Marko bei 'Sky' und scherzt, dass man das extra für das Publikum gemacht habe, "damit es spannender wird".

Laut dem Team soll es ein Problem mit dem Schlagschrauber vorne links gegeben haben. Welches, das gilt es aber erst noch zu analysieren. Fakt ist, dass Verstappen nicht nur Hamilton durchlassen musste, sondern auch Leclerc, der in der gleichen Runde an der Box war.

Verstappen schnell wieder beruhigt

"Das kann passieren", sagt Verstappen nach dem Rennen; während des Grand Prix hörte es sich aber noch ganz anders an. "Ganz toll. Verdammt toll", schimpfte er am Funk. Doch Red Bull konnte den Niederländer schnell wieder beruhigen: "Der Renningenieur ist sehr gut. Der hat ihm gesagt: 'Komm, vergiss das. Es sind 17 Runden, konzentrier dich.' Und das hat er dann gemacht", so Marko.

Verstappen selbst sagt, dass er zunächst "sprachlos und ziemlich wütend" gewesen sei. "Aber ich weiß: Wenn du den Pit-Limiter loslässt, dann musst du dich fokussieren", so der Red-Bull-Pilot. "Es wurde mir nicht leicht gemacht, aber zum Glück kann man auf dieser Strecke fantastisch racen."

Verstappen kämpfte zunächst gegen Leclerc und ging vor Kurve 12 recht spielerisch am Ferrari vorbei. Anschließend machte er sich auf die Jagd nach Hamilton, der rund 4,5 Sekunden vor ihm lag. Doch das war für ihn gar nicht so einfach.

"Als ich vorbei war, hatte ich das Gefühl, dass ich meine Reifen am Anfang ein bisschen zu sehr beschädigt habe. Ich habe nicht so sehr auf Lewis aufgeholt, wie ich mir das gewünscht hätte", sagt Verstappen, der zu dem Zeitpunkt die Medium-Reifen aufgeschnallt hatte - Hamilton die harten.

Red Bull ohne Zweifel

"Aber als die Reifen zurückkamen, konnte ich die Lücke Stück für Stück zufahren und dann das Manöver in Kurve 12 setzen", so Verstappen. Doch der Kampf war damit noch nicht gewonnen, denn Hamilton klebte Verstappen weiter im Heck und lauerte auf jeden Fehler.

Dass er lange nicht aus dem DRS-Fenster fahren konnte, war ein Trend, den Verstappen auch schon bei Leclerc beobachten konnte: "Das war ziemlich kraftvoll und hat es uns nicht leicht gemacht."

Doch bei Red Bull war man die ganze Zeit über zuversichtlich, dass Verstappen trotz der Boxenpanne noch gewinnen würde: "Mit Zweifel sind wir nicht geplagt", sagt Marko im 'ORF'. Daher war man auch optimistisch, dass die Reifenwahl die richtige sein würde.

"Sie haben mich während des Rennens immer gefragt, was ich von den Reifen halte. Nach meinem Feedback haben sie die Mediums ausgewählt, und ich denke, das war richtig", sagt Verstappen, meint aber auch: "Ich glaube nicht, dass es am Ende einen großen Unterschied gemacht hätte, denn wir waren auf Medium und Hard schnell, aber der Medium hat einfach bis zum Ende gut gehalten."

Verstappen mit neuem Rekord

Das einzige Damoklesschwert waren am Ende noch einmal die Tracklimits. Verstappen war schon bei der letzten Verwarnung angekommen, bevor er eine Zeitstrafe kassieren würde, und wurde von Hamilton immer wieder für verschiedene Stellen angeschwärzt. Aber: Auch der Mercedes-Pilot war schon an der Grenze angelangt.

Und schließlich fuhr Verstappen nach 56 Runden als Sieger über die Ziellinie und hatte gleich mehrfach Grund zur Freude: Mit dem 13. Saisonsieg hat er mit Michael Schumacher und Sebastian Vettel gleichgezogen und auch die Konstrukteurs-WM für Red Bull eingetütet.


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"Am Ende bin ich glücklich, an diesem schwierigen Wochenende zu gewinnen", sagt er und schlägt in die gleiche Kerbe wie Marko: "Ich denke, das wäre ein Rennen nach seinem (Mateschitz; Anm. d. Red.) Geschmack gewesen. Ich bin traurig, aber auch unglaublich stolz auf das gesamte Team und was sie am gesamten Wochenende gemacht haben."

"Wir wollten das gewinnen, um diesen ganzen traurigen gestrigen Tag vergessen zu machen", sagt auch Marko. "So traurig der Tag gestern war, so fröhlich und so stolz sind wir, was wir dank Mateschitz alles erreicht haben."