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Red Bull: Ferrari im Griff und Mercedes in Reichweite?

Daniel Ricciardo und Max Verstappen hängen in Hockenheim Ferrari ab und greifen die Silberpfeile an - Wie nahe war Red Bull tatsächlich Sieger Lewis Hamilton?

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Deutschland fuhr Daniel Ricciardo sieben Sekunden hinter Lewis Hamilton ins Ziel. War in Ungarn noch Ferrari der direkte Gegner von Red Bull, so fuhr die Scuderia in Hockenheim hinterher. Es stellt sich die Frage, ob Red Bull einerseits tatsächlich so nahe an Mercedes herangekommen ist und gleichzeitig deutlich vor Ferrari liegt, wie es die Konstrukteurs-WM vor der Sommerpause zeigt. "Wir hatten jetzt eine Serie von guten Resultaten", sagt Teamchef Christian Horner zufrieden. "Ich glaube, wir hatten schon mehr als 30 Punkte Rückstand auf Ferrari und haben jetzt vor der Sommerpause 14 Punkte Vorsprung."

Daniel Ricciardo

Red Bull jagte in Hockenheim Mercedes und hängte Ferrari ab Zoom

Auch die Silberpfeile haben Red Bull wieder als ernstzunehmenden Gegner auf der Rechnung. "Ja, Red Bull kommt mit dem Auto und dem Motor immer weiter", analysiert Niki Lauda bei 'RTL'. "Ein Teil der Performance kommt durch den Motor. Jetzt sind die an Ferrari vorbeigezogen. Jetzt muss man sehen, ob das nach der Sommerpause so weitergeht. Die haben einen sehr guten Job gemacht. Die kommen auch Mercedes wesentlich näher. Mercedes ist immer noch vorne, aber der Abstand wird immer geringer. Wie man beim Beispiel Rosberg sehen kann, sind die bei dem geringsten Fehler von Mercedes vor einem."

Die schnellste Rennrunde von Ricciardo war auch um drei Zehntelsekunden schneller als jene von Hamilton. Doch der Weltmeister konnte jederzeit zulegen, wenn der Australier eine gute Runde fuhr. Hat Hamilton mit seinem Verfolger nur gespielt und entsprechen die sieben Sekunden Rückstand nicht der Realität? "Ich habe meinen Antrieb stark geschont. Deshalb waren sie näher dran", erklärt Hamilton nach dem Rennen. "Ich brauchte nur sechs Sekunden Vorsprung. Generell habe ich auf meinen Motor geachtet und hatte nie das Gefühl, dass ich unter Druck stehe." Auch Vettels beste Rennrunde war schneller als Hamilton, was untermauert, dass der Brite jederzeit alles unter Kontrolle hatte.

Mercedes drei Zehntel schneller als Red Bull

Damit zeigte sich ein ähnliches Bild wie in Ungarn, als Ricciardo phasenweise Mercedes unter Druck setzen konnte. Doch die Silberpfeile erhöhten schon dort nach Belieben das Tempo, wenn es nötig war. Aus eigener Kraft ist Mercedes für Red Bull damit nicht in Reichweite. "Im Short- und Longrun fehlten uns in Hockenheim im Schnitt 0,3 Sekunden auf Mercedes", rechnet Horner vor. "Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir diesen Rückstand verringern. Sehr ermutigend ist, dass Nico im letzten Stint keinen unserer Fahrer einholen konnte."


Fotostrecke: GP Deutschland, Highlights 2016

Der vierte Platz von Rosberg zeigt, dass Red Bull zur Stelle ist, wenn bei Mercedes Kleinigkeiten nicht klappen. Man ist in Lauerstellung und in der Abstauberposition, wenn die Silberpfeile Schwierigkeiten haben. "Zweifellos waren sie an diesem Wochenende fantastisch schnell", muss auch Hamilton anerkennen. "Für mich war es kein Problem, aber Nico hatte Schwierigkeiten. Es scheint eng auszusehen. Ich hoffe, ich habe meinen Motor genug geschont, um ihn auch in Spa verwenden zu können." Hamilton wird in Spa-Francorchamps oder in Monza die Motorstrafe ziehen.

Chance in Spa-Francorchamps?

Das könnte Red Bull eine Chance eröffnen, aber in Belgien und Italien sollte theoretisch auch Ferrari wieder stärker sein, wie Horner glaubt: "Hoffentlich ist Spa für uns eine bessere Chance als Monza. Dort werden Mercedes und Ferrari stark sein. In Spa spielt das Wetter auch immer eine Rolle. Wir hatten dort auch schon schöne Erfolge. Monza wird sicherlich schwieriger, aber wir gehen es Rennen für Rennen an." Auf diesen beiden Strecken kommt es vor allem auf die Motorpower an. Renault ist noch nicht auf Augenhöhe mit Mercedes und Ferrari.

Große Entwicklungsschritte wird es in der laufenden Saison nicht mehr geben, die Konzentration liegt bei allen Teams schon beim neuen Reglement 2017. "Es kommen noch einige Teile, die wir in der Pipeline haben", entgegnet Horner dennoch. "Sie wurden schon vor einiger Zeit geplant. Es gibt auch beim Antrieb bezüglich der Fahrbarkeit noch Fortschritte. Es sind also noch Dinge in der Pipeline, die uns hoffentlich helfen werden, den Rückstand auf Mercedes zu verkleinern."

Ziel bleibt gleich: Vor Ferrari bleiben

Dass Red Bull in Spa-Francorchamps wieder hinter Ferrari zurückfallen wird, ist nicht gesagt, denn das Team rechnete auch in Hockenheim mit einem schwierigeren Rennen als in Ungarn. Und dann war Red Bull in Deutschland sogar stärker. "Ich denke, unsere Performance ist ähnlich wie 2014", meint Ricciardo und denkt an seinen Sieg in den Ardennen: "Damals lief Spa für mich sehr gut. In diesem Jahr haben wir uns auf manchen Strecken selbst überrascht. Ich schätze, wir werden auch in Spa ein recht gutes Auto haben."

Daniel Ricciardo, Max Verstappen

Zum ersten Mal seit Ungarn 2015 standen zwei Red-Bull-Piloten auf dem Podest Zoom

Mit Spielberg, Silverstone, dem Hungaroring und Hockenheim war Red Bull auf unterschiedlichen Strecken mit unterschiedlichem Asphalt konkurrenzfähig. "Das ist ein gutes Zeichen für die restliche Saison", hofft Horner. Zuletzt stand man auch dreimal in Folge mit beiden Autos in der zweiten Startreihe. In den vergangenen vier Rennen sammelte Red Bull 116 WM-Punkte, während Ferrari nur auf 65 Zähler kam. Mercedes kam in diesem Zeitraum auf 157 Punkte. Der Trend ist eindeutig, die Zahlen untermauern die Hackordnung.

Nach der Sommerpause lautet das Red-Bull-Ziel, den zweiten Platz zu festigen und wenn möglich den Rückstand auf Mercedes etwas zu verringern. "Ich denke, unser Ziel sollte lauten, das zweitbeste Team zu sein", meint Ricciardo nach der Siegerehrung in Hockenheim. "Wir wollen natürlich gewinnen, aber wenn wir vor Ferrari bleiben, dann ist das momentan gut für uns. Klar, es fehlten weniger als zehn Sekunden auf den Sieg. Das ist ein schöner Anfang. Hoffentlich sind wir in Spa wieder näher dran und können den Rückstand reduzieren."

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