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Räikkönen: Seine schlechteste Saison in der Formel 1?

Kimi Räikkönen sah bei seiner Ferrari-Rückkehr kein Land: 2014 war seine schlechteste Saison, doch auch in der Vergangenheit unterlag er schon im Teamduell

(Motorsport-Total.com) - Vor zwölf Monaten ging die Formel-1-Szene von einem Mega-Duell zwischen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen bei Ferrari aus. Daraus wurde allerdings nichts. Der F14T war nicht konkurrenzfähig und zum ersten Mal seit 1993 konnte die Scuderia kein einziges Rennen gewinnen. Auch im Teamduell hatte Alonso klar die Oberhand. Der Spanier sammelte 161 WM-Punkte, während Räikkönen nur auf 55 Zähler kam. Damit beendete Räikkönen die Saison als WM-Zwölfter.

Kimi Räikkönen

Der vierte Platz in Spa-Francorchamps war der einzige Lichtblick in dieser Saison Zoom

So weit hinten war der "Iceman" in seiner gesamten Karriere noch nie zu finden. Selbst sein Debütjahr mit Sauber 2001 beendete Räikkönen als WM-Zehnter. Negativ ist auch das Bild im Vergleich zu Alonsos Ergebnissen, denn der Finne kam nur bei einem Rennen (Spa-Francorchamps) vor seinem Teamkollegen ins Ziel. "Ich hatte schon früher schwierige Jahre. So ist es eben", meint der Weltmeister von 2007. "Natürlich war es ein hartes Jahr und wir müssen das Ruder herumwerfen."

Es war nicht das erste Mal, dass Räikkönen in seiner Karriere das Nachsehen hinter seinem Teamkollegen hatte. 2002 wurde McLaren-Kollege David Coulthard WM-Fünfter, Räikkönen Sechster. 2003 hatte er den Schotten im Griff und verpasste den WM-Titel nur um zwei Punkte. Auch 2004, einem schwierigen Jahr für McLaren-Mercedes, war Räikkönen erfolgreicher als Coulthard.

2005 und 2006 hatte der heute 35-Jährige die Nase vor Juan-Pablo Montoya. Nach dem WM-Gewinn 2007 war anschließend Ferrari-Teamkollege Felipe Massa klar stärker als Räikkönen. 2009 wurde zu einer enttäuschenden Saison der Scuderia. Räikkönen sorgte für vereinzelte Spitzenergebnisse, während Massa durch den Unfall in Ungarn ausfiel. Bei Räikkönens Rückkehr in die Formel 1 hatte er bei Lotus in den Jahren 2012 und 2013 seinen Teamkollegen Romain Grosjean im Griff.

Kimi Räikkönen

WM-Platz zwölf ist das schlechteste Endergebnis in seiner Karriere Zoom

Dennoch waren die Erwartungen für das Comeback bei Ferrari größer. "Leider war die Saison nicht sehr gut. Wenn man nicht um die WM kämpft, macht es keinen Unterschied, ob man Fünfter oder schlechter wird", sagt Räikkönen gewohnt cool. "Es war generell sehr schwierig, aber wir haben uns verbessert und gelernt. Das gehört zum Motorsport dazu. Wir können nur uns selbst die Schuld geben. Ich glaube, dass wir es im nächsten Jahr besser machen können."

Ferrari steht 2015 vor einem großen Neuanfang. Nicht nur Sebastian Vettel soll für frischen Wind sorgen, sondern auch Teamchef Maurizio Arrivabene muss die richtigen Weichen für eine erfolgreichere Zukunft stellen. Räikkönen will aus den gemachten Erfahrungen dieser Saison die richtigen Schlüsse ziehen. Wenn dir das Auto nicht passt, dann ist es nicht einfach, die Dinge rasch zu verändern. Wir haben einen klaren Plan, wie wir uns verbessern müssen. Die Veränderungen im Team und in anderen Bereichen werden einen großen Fortschritt bedeuten."

"Solche Jahre sind weder für mich noch für Ferrari gut, aber so ist der Motorsport. Es ist nicht das erste Mal, dass es eine schwierige Saison war. Wir müssen die positiven Dinge mitnehmen und sichergehen, dass es im nächsten Jahr nicht mehr passiert", lautet Räikkönens Optimismus. "Das Endergebnis ist zwar schlecht, aber es gibt viele positive Ansätze."