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Ferrari: Mehr war beim Abschied von Alonso nicht drin

Fernando Alonso und Kimi Räikkönen beenden den Grand Prix von Abu Dhabi nur auf den Plätzen neun und zehn - Emotionalen Szenen bei der Scuderia

(Motorsport-Total.com) - Auch beim Finale der Formel-1-Saison 2014 kann sich der lahme Gaul von Ferrari nicht noch einmal aufbäumen. In Abu Dhabi müssen sich Fernando Alonso und Kimi Räikkönen mit den Plätzen neun und zehn zufrieden geben und haben gegen die technisch überlegene Konkurrenz keine Chance. Alonso verabschiedet sich dabei emotional von der Scuderia. Räikkönen blickt der Zukunft im Team zuversichtlich entgegen.

Fernando Alonso, Kimi Räikkönen, Daniil Kwjat

Für Ferrari gab es in Abu Dhabi nur eine geringe Punkteausbeute Zoom

Von den Startplätzen sieben und acht aus sah es zunächst gar nicht so schlecht für die Ferrari-Piloten aus. Gleich zu Beginn konnten beide je zwei Plätze gut machen und sich hinter den Mercedes, Felipe Massa (Williams) und Jenson Button (McLaren) einreihen. Mit ihren frühen Boxenstopps in den Runden sechs und sieben landeten sie allerdings mitten in einem Pulk überholresistenter Kollegen. Von da an taten sie sich schwer, höhere Top-10-Platziereungen zu erreichen.

"Es war ein schwieriges Rennen, aber wir haben von Anfang an gewusst, dass es für uns auf dieser Strecke hart werden würde", kommentiert Räikkönen das Geschehen. Der Finne war vor seinem Teamkollegen gestartet, aber hinter Alonso ins Ziel gekommen. "Der Start war gut, aber beim ersten Stopp habe ich schon ein paar Plätze verloren und konnte nicht mehr aufholen. Das Auto hat sich gut angefühlt und ich hatte keine besonderen Probleme. Uns hat es nur an Geschwindigkeit gefehlt, die wir zum Attackieren benötigt hätten."

Chancenlos gegen die Konkurrenz

Auch Alonso hatte seine Mühe, mit Kollegen wie Button mitzuhalten. Den McLaren-Piloten begegnete er vor allen nach den zweiten Stopps noch einmal in einem heißen Duell, das aber zugunsten des Mercedes-betriebenen Briten ausging. "Wir waren nicht in der Lage, etwas gegen die uns technisch überlegenen Rivalen auszurichten, doch wir haben bis zum Ende gekämpft und unser Bestes gegeben", so Alonso.


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Abu Dhabi, Sonntag


"Kimi und Fernando haben über 55 Runden lang mit der Zuverlässigkeit Probleme gehabt", erklärt Chefingenieur Pat Fry. "Nachdem sie zwei Plätze beim Start gut machen konnten, mussten wir unsere ersten Stopps für einplanen, da die Reifen stark abgebaut haben. Danach gerieten wir in den Verkehr und da wir auf die Antriebseinheiten und die Reifen achtgeben mussten, war es schwierig, zum Überholen anzusetzen."

"Das Rennen war ein Epilog einer schwierigen Saison für das Team an der Strecke und den Männern und Frauen der Scuderia Zuhause", weiß auch Teamchef Marco Mattiacci. "Es war der letzte Tag einer Saison, die der Beginn einer technischen Revolution war, die eine besondere Herangehensweise forderte und bei der es für alle viel zu lernen gab."

Räikkönen zuversichtlicht - Alonso emotional

Ferrari beendet die Saison mit den zusätzlichen sechs Punkten somit auf Platz vier in der Konstrukteurswertung. Mit insgesamt 216 Zählern liegen sie am Ende 104 Punkte hinter Williams und 25 Zähler vor McLaren. Fernando Alonso rutscht in der Fahrerwertung noch auf Platz sechs runter. Kimi Räikkönen schließt als Gesamtzwölfter ab.

"Wir haben die ganze Saison über eine Reihe an Schwierigkeiten gehabt, in deren Lösung wir viel Arbeit gesteckt haben und von denen wir auch viel lernen konnten", meint der Finne. "Wir wissen, in welche Richtung wir arbeiten müssen, um so schnell wie möglich konkurrenzfähiger zu werden. Ich habe absolutes Vertrauen in das Team."

Alonso hatte in Abu Dhabi nicht nur mit dem F14-T sondern auch mit seinen Emotionen zu kämpfen. Das finale Rennen der Saison war auch sein letztes in Rot. "Nach fünf Jahren ist es nicht einfach, sich von einem Team zu verabschieden, in dem ich als Fahrer wie auch als Person gewachsen bin", so der Spanier. "Ich möchte allen Ferraristi für ihre Unterstützung danken. Ich werde das Team, die Fans und Italien vermissen. Auch wenn wir getrennte Wege gehen werden, habe ich eine einzigartige Erfahrung machen können, von der jeder Formel-1-Fahrer träumt."

Das Ende der Alonso-Ferrari-Ära

Auch Mattiacci wünscht ihm noch einmal alles Gute auf seinem Weg, dessen Richtung uns noch unbekannt ist: "Im Namen des Teams möchte ich Lewis Hamilton zu seinem fantastischen Sieg gratulieren und auch noch einmal Fernando danken. Wir bedauern, dass wir mit ihm keinen Titel holen konnten. Dennoch haben wir unvergessliche Momente mit ihm geteilt, die nun ein Teil der Ferrari-Geschichte sind."

Der Teamchef, dessen Zukunft bei der Scuderia ebenfalls unsicher ist, blickt aber auch schon voraus: "Ich möchte auch Kimi danken, der in diesem Jahr geduldig mit einem Auto umgehen musste, dass nicht einfach in den Griff zu bekommen war. Ich bin sicher, er wird schon bald in der Lage sein, sein großartiges Talent besser zur Geltung zu bringen."

Der Finne wird im kommenden Jahr an der Seite von Sebastian Vettel Fahren. Dem viermaligen Weltmeister will man dann einen stärkeren Ferrari bauen. "Wir werden nun auf unserer systematische und disziplinierte Art mit der Arbeit in Maranello beginnen, um unseren Fahren ein konkurrenzfähiges Auto geben zu können, dass so bald wie möglich wieder an die Spitze dieses Sports zurückkehren kann", verspricht Mattiacci.

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