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Pirelli in Singapur: 2,2 Sekunden zwischen Soft und Ultrasoft

Pirelli hat in Singapur einen deutlichen Performance-Unterschied zwischen den Mischungen erlebt - Reifenabbau im Rennen wohl der limitierende Faktor

(Motorsport-Total.com) - Der Ultrasoft-Reifen hat seine Premiere in Singapur gut überstanden. Auf dem Marina Bay Street Circuit wurde der lila umrandete Pneu erstmals seit dem Rennen in Spielberg wieder eingesetzt und war sogar schon im ersten Training stark im Einsatz. Laut Reifenhersteller Pirelli hat es dabei keine Probleme gegeben, sodass die Wahl der drei weichsten Mischungen für Singapur nicht die falsche war.

Jolyon Palmer © xpbimages.com
Der Ultrasoft-Reifen hat in Singapur heute den Belastungstest bestanden

"Der Ultrasoft war gut", lobt Pirelli-Manager Mario Isola und sieht eine gute Möglichkeit, dass der Reifen auch im Rennen eine gute Rolle spielt. Denn in Sachen Performance hat er gegenüber seinen härteren Mischungen einen deutlichen Vorteil und könnte so am Sonntag eine wichtige Waffe werden. 0,9 Sekunden soll der Unterschied auf eine Runde zum Supersoft betragen, der Unterschied zwischen Supersoft und Soft soll gar 1,3 Sekunden sein - das macht 2,2 Sekunden zwischen Ultrasoft und Soft!

Das komme vor allem daher, weil man in Singapur eine Menge Traktion benötigt, den der lila Reifen bieten kann. Und weil auch der Reifenverschleiß in Singapur keine Rolle spielt, könnte der Ultrasoft der Reifen der Wahl am Sonntag sein. Einzig der Reifenabbau sei laut Isola ein limitierender Faktor, und der war heute am Freitag ziemlich hoch. "Aber das haben wir erwartet", meint der Italiener dazu.

Das mag aber für den Sonntag nicht unbedingt etwas heißen: "Im Vorjahr hatte auch der Supersoft im Training einen hohen Abbau, aber im Rennen konnte man es managen", sagt Isola und wäre nicht überrascht, wenn es mit dem Ultrasoft auch der Fall wäre. Die Frage ist nur, ob man den Ultrasoft lange genug fahren kann, um eventuell eine Dreistoppstrategie zu umgehen, die theoretisch die wahrscheinlichste Variante ist.

"Aber die Teams werden es auf zwei Stopps drücken wollen", glaubt Isola, weil man durch das niedrigere Geschwindigkeitslimit in der Boxengasse von Stadtkursen noch mehr Zeit als sonst verliert. Somit könnte auch der Soft im Rennen ein beliebter Reifen werden. "Alle drei Mischungen sind im Rennen nutzbar. Es gibt viele Möglichkeiten", hält der Pirelli-Mann einen bunten Mix an Strategien für möglich.