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Paul Stoddart von Gianmaria Bruni enttäuscht

Minardi-Teamchef Paul Stoddart ist von Gianmaria Bruni enttäuscht, dafür gibt es Lob für den Ungar Zsolt Baumgartner

(Motorsport-Total.com) - Paul Stoddart ist es mittlerweile gewöhnt, dass er praktisch in jedem Jahr mit zwei neuen Fahrern an den Start geht. Dem Australier bleibt keine andere Wahl, denn erstens muss er sehen, dass er Piloten verpflichtet, die möglichst viel Sponsorengelder mitbringen, zweitens sind die Autos des kleinsten Teams der Formel 1 so schlecht, dass jeder Fahrer das Team verlässt, sobald sich ihm eine andere gute Möglichkeit bietet.

Gianmaria Bruni

Fiel zuletzt gegenüber Baumgartner ab: Gianmaria Bruni

In diesem Jahr hat der 49-Jährige jedoch mit Gianmaria Bruni einen Fahrer verpflichtet, der von einigen Experten und Stoddart zu Saisonbeginn selbst als echtes Talent eingestuft wurde. Immerhin wurde der Italiener 1999 Formel Renault Eurocup-Meister und 2001 Dritter in der Britischen Formel 3, die als Talentschmiede bekannt ist.#w1#

Der zweite Fahrer des Teams, Zsolt Baumgartner, wurde von den Experten von Anfang an als so genannter "Bezahlfahrer" eingestuft. Natürlich ist auch der 23-Jährige ein guter Rennfahrer, aber ihm fehlt eben diese gewisse Extraklasse, die man in der Formel 1 gewohnt ist. Immerhin wurde der Rennfahrer aus Budapest jeweils Zweiter der Deutschen und Europäischen Formel-Renault-Meisterschaft, in der Formel 3000 fuhr er jedoch von 2001 bis 2003 hinterher.

Doch es ist Baumgartner, der in Indianapolis den so wichtigen ersten WM-Punkt für das Team eingefahren hat, nicht Bruni. "Der Unterschied zwischen unseren beiden Fahrern ist der, dass Zsolt Rennen beendet", kritisiert sein Chef gegenüber der 'Autosport'. "Wenn man sein Auto nie ins Ziel bringt, dann wird man nie ein Rennen beenden. Zsolt hört auf das, was ihm das Auto sagt und er ist ein Arbeitstier."

Beim Großen Preis der USA war Bruni in den Massencrash in der ersten Kurve kurz nach dem Start verwickelt - laut Stoddart hätte sein Fahrer das Rennen trotzdem durchaus beenden können. Negativ war der 23-Jährige zuletzt auch deshalb aufgefallen, weil er sich kritisch über die Arbeit des Teams geäußert hatte. Dabei sollte jedem Rennfahrer klar sein, dass Minardi im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten gute Arbeit leistet.

"Klar hatte Gimmi Pech, aber das Auto hätte nicht ausgemacht werden dürfen, man hätte mit ihm weiterfahren können", glaubt Stoddart. "Wenn er weitergefahren wäre, dann hätten wir um diesen Punkt kämpfen können. Niemand wird mehr wissen als er, dass er diesen Punkt hätte holen können. Das ist etwas, dass das Team mit ihm besprechen muss. Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass man mit dem Auto hätte weiterfahren können."

Mit einer Ausfallrate von 66 Prozent ist Gianmaria Bruni der Fahrer mit den bisher meisten Ausfällen in dieser Saison. Sein Teamkollege Zsolt Baumgartner hat nur halb so viele Ausfälle auf dem Konto. Nicht nur die Zielankunft ist für Minardi wichtig, sondern auch die Fernsehpräsenz, um mehr Geld von den Sponsoren zu bekommen. Bruni spulte rund 1.500 Rennkilometer ab, bei Baumgartner waren es in diesem Jahr bereits rund 2.100.