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Palmer sauer auf Alonso: Wie Magnussen gegen Hülkenberg!

Wie den "völlig ausgewechselten" Jolyon Palmer am Renntag in Spa doch wieder das Pech einholte, wieso er sauer auf Alonso ist und wie stark er wirklich war

(Motorsport-Total.com) - Es war der Tiefpunkt eines überraschend starken, aber unglücklichen Wochenendes: Jolyon Palmer wird vom wütenden McLaren-Superstar Fernando Alonso nach einem mehrere Kurven tobenden Rad-an-Rad-Duell in Kurve 9 von der Strecke gedrängt. Und versteht nach dem Rennen, das er nur auf Platz 13 beendet, die Welt nicht mehr. "Zwischen diesem Manöver und dem, was Kevin Magnussen in Ungarn mit Nico Hülkenberg gemacht hat, gibt es überhaupt keinen Unterschied. Es war identisch! Also muss auch Alonso eine Strafe erhalten. Er hat mich ganz offensichtlich von der Strecke gedrückt und mir so zwei Plätze gekostet."

Jolyon Palmer

Bitter enttäuscht: Palmers tolles Wochenende endete ohne Erfolg Zoom

Doch die Rennkommissare um den ehemaligen Ferrari-Piloten Mika Salo blieben diesmal stumm. All das passt perfekt zum unglücklichen Wochenendverlauf von Palmer, der gerade jetzt im Kampf um ein Cockpit für die Saison 2018 dringend ein gutes Ergebnis brauchen würde. "Ich hatte den Eindruck, als hätten wir es mit einem anderen Kerl zu tun", lobt ihn Renault-Betriebsleiter Alan Permane gegenüber 'Autosport'.

"Das war zweifellos sein bestes Rennwochenende in diesem Jahr. Normalerweise ist er fünf oder sechs Zehntel hinter Nico, aber diesmal war er drei bis vier Zehntel schneller", vergleicht er den bislang in dieser Saison punktelosen Underdog mit seinem angesehenen Teamkollegen Nico Hülkenberg. "Er war wirklich sehr gut. Nur im Rennen hatte Nico die Lage wieder im Griff."

Warum das Qualifying-Pech auch Palmers Rennen verpatzte

Die Gründe liegen auf der Hand: Während Hülkenberg ein problemloses Qualifying erlebte, ging bei Palmer, der selbst mit seiner Q2-Zeit auf Platz sieben gekommen wäre, in Q3 das Getriebe kaputt. Durch den Wechsel musste der Brite als 14. starten, während Hülkenberg auf Startplatz sieben stand. Und das, obwohl Palmer nicht nur im Qualifying, sondern auch in den Freien Trainings zur Verwunderung aller den besseren Eindruck gemacht hatte.

"Ich hatte den Eindruck, als hätten wir es dieses Wochenende bei Jolyon mit einem anderen Kerl zu tun." Alan Permane

Im Rennen potenzierten sich dann für den Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Jonathan Palmer die Probleme: Neben dem schlechten Startplatz litt der eigentlich Zehntplatzierte auch unter den gebrauchten Ultrasoft-Reifen, während seine direkten Gegner freie Reifenwahl hatten. Und dann wurde ihm auch noch die Charakteristik des Renault-Boliden zum Verhängnis.

"Schon die ersten Runden waren sehr hart, denn der Reifen baute schnell ab", schildert Palmer. "Dann kommt dazu, dass abgesehen vom McLaren jedes andere Auto auf den Geraden schneller ist. Es ist zwar schnell, wenn man von allen liegt und sich auf das eigene Tempo konzentrieren kann, aber wenn man im Verkehr steckt und aufgehalten wird, dann ist es fast unmöglich, ein Rennen zu fahren."

Ständig im Verkehr: Nur am Ende drehte Palmer auf

Das Team entschied sich, Palmer bereits in Runde 8 hereinzuholen, um den Ultrasoft-Reifen loszuwerden, doch auf der Soft-Mischung kam ihm Alonso im Duell um Platz zwölf in die Quere. Nach einem erneuten Wechsel auf Ultrasoft-Reifen hatte er immerhin am Ende ein paar Runden, in denen er nicht im Verkehr steckte. "Ich habe Perez überholt, und dann konnte ich sehen, wozu das Auto im Stande gewesen wäre." Tatsächlich drehte Palmer am Ende noch auf und fuhr in der letzten Runde seine persönliche Bestzeit - 0,361 Sekunden langamer als Teamkollege Hülkenberg.


Fotostrecke: GP Belgien, Highlights 2017

Die zehntbeste Rundenzeit war immerhin ein Lebenszeichen Palmers. "Wegen des Verkehrs war das wirklich ein Horrorrennen", seufzt er. Dennoch sieht er das Wochenende positiv: "Ich war wirklich zufrieden mit dem Auto, hatte das Vertrauen, das ich schon lange nicht mehr hatte, konnte attackieren, das Auto herumwerfen, ohne zu denken, dass ich im nächsten Moment in der Mauer lande. Eigentlich wollte ich so in die Saison starten."

Renault hofft auch in Monza auf starken Palmer

Doch statt mit guten Leistungen zu beeindrucken, wechselten sich Eigenfehler mit technischen Gebrechen ab, wodurch bereits in der Sommerpause Gerüchte laut wurden, er könnte in Belgien von Robert Kubica oder Carlos Sainz ersetzt werden. "Jetzt hoffe ich, dass ihm dieses Rennen keinen Knacks gegeben hat und dass er in Monza dort weitermacht, wo er aufgehört hat", sagt Betriebsleiter Permane.

Genau das ist übrigens Palmers Plan, der schon im Vorjahr erst gegen Saisonende richtig in Form gekommen ist: "Ich habe mich in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits an diesen Druck gewöhnt. Das macht mir keine Sorgen. Ich werde auch nach Monza kommen, um dort ein großartiges Ergebnis einzufahren. Und ich werde weder an Singapur, noch an die Zukunft oder die Vergangenheit oder irgendetwas anderes denken."

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