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Nürburgring: Ecclestone wünscht sich neuen Betreiber

Bernie Ecclestone streckt dem Nürburgring die Hand aus, um das Rennen im Kalender zu behalten, doch die aktuellen Turbulenzen gefährden seinen Plan

(Motorsport-Total.com) - Das Wetter in der Eifel ist ohnehin schon berüchtigt, aber über der Formel-1-Zukunft des Nürburgrings ziehen immer dunklere Gewitterwolken auf: Grund ist ein drohender Rechtsstreit, der laut Experten über 18 Monate dauern könnte. Die Landesregierung hat vor wenigen Tagen als Mehrheitseigentümer der Nürburgring GmbH den Pachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) gekündigt, doch diese droht mit einer Klage.

Fahrerlager am Nürburgring © xpb.cc
Wird die Formel 1 je wieder auf den Nürburgring zurückkehren?

Zudem behaupten die NAG-Bosse Jörg Lindner und Kai Richter, dass sie einen unterschriftsreifen Formel-1-Vertrag zu günstigen Konditionen bis 2021 vorliegen haben. Einiges deutet darauf hin, dass man so das Land Rheinland-Pfalz unter Druck setzen möchte, denn durch den Rauswurf der NAG ist auch der Formel-1-Vertrag hinfällig.

Doch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone erklärt nun, dass er zu neuen Verhandlungen bereit ist. "Was wir möglich machen können, werden wir auch möglich machen", sagt der 81-Jährige gegenüber der 'Rhein-Zeitung'. "Alles, was die Verantwortlichen erreichen müssen, ist, einen neuen Betreiber zu finden".

Ecclestone will Nürburgring nicht verlieren

Kein Wunder, dass Ecclestone den Grand Prix von Deutschland nicht verlieren möchte. Mit Sebastian Vettel stammt nicht nur der derzeitige Weltmeister aus Deutschland - mit insgesamt fünf Piloten stellt man auch den Löwenanteil des Formel-1-Fahrerfelds. Und: Mit Mercedes rüstet ein deutscher Premium-Hersteller drei Rennställe mit Motoren aus und ist zudem mit einem eigenen Team am Start. Ohne den Nürburgring würde die Formel 1 aber nur mehr alle zwei Jahre in Hockenheim fahren.

"Alles, was die Verantwortlichen erreichen müssen, ist, einen neuen Betreiber zu finden." Bernie Ecclestone

Ecclestone zeigt Verständnis für das Verhalten der Landesregierung und wundert sich über die Klagsdrohungen der NAG: "Ich verstehe da die Aufregung nicht. Wenn jemand einen Vertrag nicht einhält, ist es ja nur normal, wenn die andere Seite diesen Vertrag dann kündigt", ist die Situation für den Briten sonnenklar.

Auch wenn Ecclestone auf neue Verhandlungen drängt, stellt sich nun ein Problem dar: Der neue Verhandlungspartner Ecclestones wäre die Landesregierung Rheinland-Pfalz. Es ist allerdings nur schwer vorstellbar, dass die Grünen einem neuen Kontrakt für ein Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring zustimmen würden.

Ecclestone wartet auf Anruf von Lewentz

Kein Wunder, dass Infrastruktur-Minister Roger Lewentz mittels Ausschreibung einen neuen Betreiber für den Nürburgring finden möchte. Er hält einen Grand Prix im Jahr 2013 bereits für unrealistisch und peilt ein Rennen im Jahr 2015 an. Bleibt die Frage, ob ein spätes Comeback auch für Ecclestone in Frage kommt.

"Wir würden uns schon einig werden." Bernie Ecclestone

Lewentz wollte persönlich mit Ecclestone Kontakt aufnehmen und so Klarheit in die diffuse Situation zu bringen. Doch laut dem Formel-1-Boss ist es dazu noch nicht gekommen: "Bislang habe ich noch nichts von ihm gehört. Ich würde mich aber wirklich freuen, wenn wir zu einem neuen Vertrag kommen. Ebenso, wie ich mich freuen würde, wenn Deutschland sein jährliches Formel-1-Rennen behält."

Ecclestone scheint es ernst zu meinen. "Ich würde mir wünschen, dass irgendjemand die Hand hebt und sagt, dass er das Rennen am Nürburgring umsetzt - dann würden wir uns schon einig werden", gibt er sich erstaunlich kooperativ. Einziges Problem: Die Lage ist so verworren, dass selbst Ecclestones ausgestreckte Hand nicht ausreichen könnte, um die Zukunft der Formel 1 auf dem Nürburgring zu sichern.

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