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  • 22.10.2015 · 23:19

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Nico Rosberg will WM-Wunder: "Schwierig, nicht unmöglich"

Wieso für den Deutschen sein Abschneiden aktuell "enttäuschend" ist und er den Gewinn der Konstrukteurs-WM für einen Vorteil hält: "Ich fahre auf Attacke"

(Motorsport-Total.com) - Damit, dass Nico Rosberg sich noch zum Formel-1-Weltmeister der Saison 2015 krönt, rechnen im Vorfeld des US-Grand-Prix in Austin am kommenden Wochenende nicht einmal mehr die kühnsten Optimisten. Sogar die Vizemeisterschaft der Fahrer ist angesichts des aktuell auf dem zweiten Rang rangierenden Sebastian Vettel für den Wiesbadener alles andere als gesichert. Rosberg will nicht aufstecken: "Es sind noch vier Rennen und ich denke nicht eine Sekunde daran, am Ende Dritter zu sein", sagt er.

Nico Rosberg

Nico Rosberg mit entschlossenem Blick: Er will noch den großen Coup landen Zoom

Nach eigenem Bekunden ist er über den aktuellen Bronzerang "sehr enttäuscht", dennoch schielt er weiter auf den WM-Führenden Lewis Hamilton. Obwohl der Brite bereits 73 Punkte einteilt ist und sich praktisch bei jedem Rennen einen Ausfall leisten müsste, um den Titel noch zu verspielen, hat Rosberg noch Hoffnung. "Das sind richtig viele", sagt er über die Zähler, die ihm auf den Ex-Kumpel fehlen. Trotzdem befindet Rosberg: "Das ist schwierig, aber nicht unmöglich. Ich brauche viel Glück."

Glück und die Brechstange? Für Rosberg ist klar, dass er zum Ende der Saison härtere Bandagen anlegt: "Ich fahre auf Attacke und mit dem Fokus auf dem Rennsieg", demonstriert er eine breite Brust und will in einem möglichen Zweikampf mit Hamilton bei seiner Linie bleiben, ohne sich von dem WM-Stand beeinflussen zu lassen: "Es ist simpler. Es gibt nur eine Richtung und es kann nur besser werden. Ich denke nicht darüber nach, aggressiver oder sanfter zu fahren. Das spielt keine Rolle."


Fotostrecke: Nico Rosberg - 10 Rückschläge im Titelkampf

Dass nach der Verteidigung der Teamkrone mehr Freiheiten im Duell der Silberpfeile herrschen, kann sich Rosberg zumindest vorstellen, auch wenn die Führung um Sportchef Toto Wolff von dem infolge des Flügelsalats von Spa-Francorchamps 2014 aufgestellten Verhaltenskodex wohl kaum abrücken wird: "Die Teamstrategie spielte eine Rolle, bis wir Konstrukteurs-Weltmeister waren. Das wird wegfallen. Dadurch wird sich der Fokus auf die Fahrerwertung verschieben."

Rosberg weiß aber auch, wie er sich als Mercedes-Angestellter zu verhalten hat: "Man muss vorsichtig sein, es nicht zu weit zu treiben." Wenn allerdings überhaupt jemand dem Team helfen kann, dann ist es Hamilton. Steckt er für den Stallgefährten zurück, sichert Rosberg den Stuttgartern im Duell mit Vettel wohlmöglich die Plätze eins und zwei in der Fahrer-WM. Mit Schützenhilfe rechnet der Deutsche aber nicht "Das ist ein merkwürdiger Gedanke", findet er.

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