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Nico Rosberg: Auf bester Strecke Chance gegen Hamilton?

Lewis Hamilton gibt zu, dass Spielberg seine schlechteste und Nico Rosbergs beste Strecke ist, weshalb ein Mercedes-Duell um den Sieg nicht ausgeschlossen ist

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg war beim Grand Prix von Österreich in Spielberg (Formel 1 2016 live im Ticker) über weite Strecken des Rennwochenendes der schnellere Mercedes-Fahrer, im Qualifying am Samstag hatte er dann gegen Lewis Hamilton aber um gut eine halbe Sekunde das Nachsehen. Und weil nach seinem FT3-Crash am Vormittag auch noch das Getriebe gewechselt werden musste, startet er statt vom zweiten nur vom sechsten Platz.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Nico Rosberg und Lewis Hamilton liefern sich heute ein Duell um den Sieg Zoom

Angesichts der Trainingsergebnisse und der Streckencharakteristik des Red-Bull-Rings mit drei langen Geraden sollte man meinen, dass ein Mercedes-Fahrer auch aus der dritten Startreihe mindestens Zweiter werden kann. Aber: "Es ist hier nicht so einfach zu überholen, wie wir in den letzten Jahren gesehen haben. Eher sogar schwierig, würde ich sagen", befürchtet der Deutsche. Hamilton stimmt zu: "Es ist eine Downforce-Strecke. Auf denen ist es schwierig, nahe am Vordermann dranzubleiben."

Das haben die vergangenen beiden Jahre in Spielberg gezeigt, und Rosberg hat beide Ferraris vor sich. Die werden sich auf den Geraden mehr wehren können als Daniel Ricciardo (Red Bull) und Jenson Button (McLaren). Und dann ist da auch noch Nico Hülkenberg (Force India), mit Mercedes-Power im Heck. Der Weg zu Platz zwei oder gar zum Sieg ist also kein leichter. "Einen Williams oder Ferrari zu überholen, ist nicht einfach", weiß Hamilton. Und: "Selbst Red Bull hat auf den Geraden deutlich an Leistung zugelegt."

Rosberg: Attacke ja, aber mit Kontrolle

Dazu kommt: "Das größte Ding sind die Reifen", erklärt Rosberg, der bei trockenen Bedingungen auf der weichsten Pirelli-Gummimischung starten muss. "Am Anfang des Rennens kann ich mit dem Ultrasoft nicht attackieren - sonst attackiere ich drei Kurven und dann ist Ende. Ich muss aber attackieren, um zu überholen. Das wird es für mich nicht einfach machen." Andererseits stimmt ihn zuversichtlich: "Wir hatten heute das schnellste Auto. Das ist das Wichtigste."

"Ich werd's auf jeden Fall versuchen. Ich gehe mit dem Gedanken ins Rennen, dass ich bis nach vorne kommen möchte", kündigt der WM-Leader (24 Punkte Vorsprung) an. Hamilton schließt nicht aus, dass ausgerechnet der von hinten kommende Teamkollege sein härtester Gegner sein könnte: "Nico ist hier immer sehr schnell. Es ist eine seiner stärksten Strecken - und wahrscheinlich meine schlechteste. Insofern bin ich über die Pole sehr happy. Jetzt werde ich versuchen, einfach meinen Job zu machen."

Dass die Silberpfeile ihre beste Q2-Runde auf Ultrasoft gefahren sind, während etwa Ferrari heute auf Supersoft starten darf, war so nicht geplant. "All unsere direkten Gegner waren auf Supersoft. Damit hatten wir vor dem Qualifying nicht gerechnet. Ein paar vielleicht, aber nicht alle", gibt Rosberg zu. Andererseits sieht er deswegen nicht zwangsläufig schwarz: "Das macht keinen großen Unterschied. Beide Reifen werden Probleme machen", ist er sich sicher.

Wetter am Sonntag völlig anders

"Das Rennen ist eine große Unbekannte, weil die Temperaturen um zehn Grad niedriger sein sollen. Und wer weiß, wie sich die Reifen dann verhalten? Das müssen wir abwarten. Supersoft und Ultrasoft sind echt ähnlich, haben ähnliche Probleme. So klar ist das nicht, dass die anderen definitiv das Richtige gemacht haben", meint Rosberg, räumt aber grundsätzlich ein, dass die Haltbarkeit der Reifen in Spielberg "katastrophal" sei: "Lewis hat mit dem Ultrasoft drei Runden geschafft, ich fünf."

Nico Rosberg

Nico Rosberg muss heute attackieren, darf es aber zu Beginn nicht übertreiben Zoom

Hamilton macht sich deswegen keine Sorgen, glaubt, dass er auf die kurze Haltbarkeit heute im Rennen rein fahrerisch reagieren kann: "Ich kann meinen Fahrstil anpassen, damit die Reifen länger halten. Das werde ich morgen versuchen", sagt der amtierende Weltmeister, dem ein Sieg in Österreich noch in seiner Sammlung fehlt. "Aber wer weiß, wie lange die Supersofts halten? Außerdem ist Nico auf den gleichen Reifen wie ich. Wir sind also in einer ähnlichen Situation."

Im Übrigen könnte das steirische Wetter ohnehin alle Sorgen bezüglich der Haltbarkeit der Ultrasoft-Reifen wegwehen, weil es zumindest am Sonntagmorgen teilweise stark regnete. Sollte Rennleiter Charlie Whiting ein "Wet Race" ausrufen, wäre der Zwang, auf den Q2-Reifen zu starten, natürlich aufgehoben. Dann wird der Grand Prix von Österreich so oder so zu einer Lotterie, bei der es weniger Unterschied macht, ob man in der ersten oder in der dritten Startreihe steht...

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