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Neue Regeln 2010: Ersatzfahrer dürfen testen

Die FIA gab heute ihre Regeln für 2010 bekannt: Wenn in der Formel-1-Saison ein Ersatzfahrer zum Einsatz kommen muss, dann darf dieser einen Tag lang testen

(Motorsport-Total.com) - Jaime Alguersuari hatte am 24. Juli 2009 eine schwierige Aufgabe vor sich: Abgesehen von einigen Geradeaus-Tests zu Aerodynamikzwecken musste der 19-jährige Spanier ohne einen einzigen ernsthaften Testkilometer in das Freie Training des Ungarn-Grand-Prix gehen. Hintergrund war das herrschende Testverbot innerhalb der Saison, wobei auch im Rookie-Fall Alguersuari keine Ausnahme gemacht wurde.

Jaime Alguersuari

Jaime Alguersuari musste am Freitag in Ungarn ohne Testtag auf die Strecke

Ähnliches galt wenige Wochen später, als Michael Schumacher für ein paar Runden in einem Ferrari des Jahrgangs 2007 Platz nehmen musste. Schumacher wollte nach dem schweren Massa-Unfall bekanntlich erkunden, ob er für ein Comeback fit genug sein würde. Frank Williams legte damals sein Testveto ein.#w1#

Williams' logische Begründung lautete: Wenn schon für einen Rookie wie Alguersuari keine Ausnahme gemacht werde, dann bestehe für einen siebenfachen Formel-1-Weltmeister erst recht keine Notwendigkeit dazu. Eigentlich ein völlig unnötiges formales Ärgernis, dem für die Formel-1-Saison 2010 vernünftigerweise Abhilfe geschaffen wurde.

Denn nun hat die FIA in ihrem 38-seitigen "Sportlichen Reglement für die Formel-1-Saison 2010" eine spezielle Ersatzfahrer-Regel beschlossen. Treten 2010 Fälle wie die von Alguersuari oder Michael Schumacher auf, steht dem jeweiligen Kandidaten sinnvollerweise ein kompletter Testtag zur Verfügung.

Testtag nicht auf einer aktuellen Strecke

Michael Schumacher

Michael Schumacher fuhr in Mugello einen Ferrari Jahrgang 2007 Zoom

Die neue Regel im Wortlaut: "Wenn ein Team erklärt, dass einer ihrer aktuellen Piloten von einem Fahrer, der in den beiden vorangegangenen Jahren kein Formel-1-Rennen bestritten hat, ersetzt wird, dann ist diesem ein Testtag erlaubt." Diese Regel gilt für die Zeit zwischen "der Woche vor dem zweiten Rennen und dem Ende der Weltmeisterschaft."

Dabei gelten folgende Einschränkungen: "Dieser Tag darf nur von dem neuen Fahrer bestritten werden und darf nicht auf einer Strecke unternommen werden, die im laufenden Jahr ein Formel-1-Rennen austrägt." Und: "Jeder dieser Testtage muss in einem Zeitraum von 14 Tagen vor der Auswechslung und 14 Tagen nach der Auswechslung stattfinden."

Natürlich gibt es dabei auch eine Strafandrohung für den Fall, "wenn ein Team, nachdem es eine Auswechslung bekannt gegeben hat und diesen Test durchgeführt hat, ein Event nicht mit dem neuen Fahrer bestreitet." Dann wird dieses Team bestraft, in dem es "bei den Vorsaison-Tests des folgenden Jahres einen Testtag abgezogen bekommt."

In Q1 und Q2 scheiden jeweils acht Piloten aus

Timo Glock

Motorschäden können in der Saison 2010 gleich zweimal Folgen haben Zoom

Eine weitere Änderung betrifft die Qualifikation: In der festen Annahme, dass 2010 26 Boliden an den Start gehen, werden beim Knock-Out-Qualifying in Q1 und Q2 jeweils acht Fahrzeuge eliminiert. In Q3 sollen dann - wie bisher - zehn Piloten starten können.

Auch die Acht-Motoren-Regel wurde präzisiert: Sollte ein Auto an einem einzigen Grand-Prix-Wochenende zweimal gegen diese Regel verstoßen, dann wird dieses Fahrzeug an den beiden nächsten Rennwochenenden jeweils um zehn Startplätze strafversetzt. Das gilt für den Fall, wenn Triebwerk Nummer neun und zehn eingebaut werden müssen.

Auch die Geradeaus-Tests wurden von bisher acht auf sechs Testtage reduziert. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, diese Testtage gegen jeweils vier Windkanalstunden einzutauschen, die dann zwar an einem 1:1-Modell abgearbeitet werden dürfen, jedoch binnen 24 Stunden vorgenommen werden müssen.

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