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Nasr: Schumacher ist mein Vorbild

Sauber-Rookie Felipe Nasr ist zu jung für Senna-Einflüsse aber alt genug, um neue brasilianische Motorsport-Geschichte zu schreiben

(Motorsport-Total.com) - Mit seinen 22 Jahren ist Felipe Nasr im besten Alter für einen Einstieg in die Formel 1. Nachdem der Brasilianer neben seinen GP2-Tätigkeiten im vergangenen Jahr schon Williams als Testpilot diente, steht er nun vor seinem Debüt als Stammfahrer bei Sauber. Dort soll eine Karriere beginnen, die im besten Fall an den Erfolg brasilianischer Legenden anknüpfen, an die sich Nasr selbst gar nicht mehr erinnert. Vorbilder musste er sich daher außerhalb der Landesgrenzen suchen.

Felipe Nasr

Felipe Nasr will eigene brasilianische Motorsport-Geschichte schreiben Zoom

Südamerikanische Helden wie Emerson Fittipaldi oder Nelson Piquet fuhren lange vor seiner Zeit, und auch die Blütezeit von Ayrton Senna ging an dem jungen Nasr vorbei, der gerade erst zwei Jahre alt war, als sich 1994 die letzte große Tragödie der Königsklasse ereignete. "Ich wurde 1992 geboren, also habe ich Senna nicht erlebt", erklärt Nasr gegenüber 'Formula1.com'. "Ich kenne ihn nur aus Erzählungen und Videos. Aber mit Michael Schumacher bin ich aufgewachsen. Ich würde sagen, dass diese beiden meine Vorbilder sind."

In der Post-Senna-Zeit war es für den kleinen Felipe dann auch nicht mehr selbstverständlich, dass er im Motorsport landete: "Ich habe es mir gerne angesehen, aber es hat mich nicht wirklich gepackt, bis ich dann selbst Gokart gefahren bin, als ich sieben Jahre alt war. In diesem Moment dachte ich mir: 'Racing - Das ist auch etwas für mich.' Davor träumte ich vom Fußball oder wollte Polizist oder Feuerwehrmann werden - so etwas eben."

Felipe Nasr

Bei Williams arbeitete Felipe Nasr mit Landsmann Felipe Massa zusammen Zoom

Nasr begann seine Kart-Karriere im Jahr 2000 - einer Zeit, die bekanntlich von Schumacher und Ferrari dominiert war. An der Seite des Rekord-Weltmeisters fuhr mit Rubens Barrichello zu der Zeit allerdings ebenfalls ein Brasilianer. Ein weiterer Landsmann, der in die Formel 1 einstieg, als Nasr noch in den Kart-Kinderschuhen steckte, ist Felipe Massa, der seine Karriere auch bei Sauber begann. Beide Vorgänger sind in ihrer Heimat äußerst beliebt, wurden in Sao Paulo Jahr für Jahr gefeiert, blieben aber ohne Titel und daher auch ohne Legendenstatus.

Brasilen wartet seit 23 Jahren auf einen Weltmeister aus den eigenen Reihen, und dieser Herausforderung will sich nun auch Nasr stellen. Zum Status eines südamerikanische Superstars meint er: "Ich hoffe, dass ich das eines Tages behaupten kann. Ich bin noch ganz am Anfang, also muss ich noch eine Menge lernen. Eines Tages will ich erfolgreich sein."