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Nach Stroll-Aktion & Ocon-Rempler: Sebastian Vettel in Monza nur Zwölfter

Sebastian Vettel beendet den Grand Prix von Italien im Aston Martin nach heiklen Szenen mit Lance Stroll, Esteban Ocon & Mick Schumacher nur auf P12

(Motorsport-Total.com) - "Mit Sicherheit hat die erste Runde das Rennen heute für mich kaputt gemacht", meint ein enttäuschter Sebastian Vettel nach dem Grand Prix von Italien. Sein eigener Teamkollege Lance Stroll sorgte dafür, dass der Aston-Martin-Pilot am Ende nur Zwölfter wird. Außerdem war Vettel in zwei heikle Szenen mit Esteban Ocon und Mick Schumacher verwickelt.

Esteban Ocon, Sebastian Vettel

Vettel duelliert sich am Sonntag in Monza mit Ocon Zoom

Was ist in der ersten Rennrunde passiert? Vettel erwischte einen "ordentlichen" Start und fuhr Seite an Seite mit Fernando Alonso durch die erste Schikane. Er konnte am Spanier vorbeigehen, und sich auch Teamkollegen Lance Stroll schnappen.

Doch als sich in der Variante della Roggia (Kurven 4 und 5) Alfa-Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi mit Ferrari-Kontrahenten Carlos Sainz anlegte und sich daraufhin drehte, begann für Vettel die Misere. Er musste dem Italiener, der quer über die Fahrbahn schlitterte, ausweichen.

Runde 1: Stroll drängt Vettel in der Lesmo-Kurve ab

Dadurch kam Teamkollege Stroll wieder näher heran, der Kanadier setzte sich hin zur ersten Lesmo-Kurve auf die Innenbahn neben den Deutschen und drängte ihn in weiterer Folge am Kurvenausgang ins Kiesbett. "Ich habe die Schikane erwischt und dann musste ich ausweichen, und habe dann eigentlich alle Plätze verloren."

Direkt an den Pranger will er seinen Teamkollegen allerdings nicht stellen. "Das muss ich mir anschauen", meint er einmal mehr auf das Manöver von Stroll angesprochen. "Offensichtlich habe ich dadurch viele Positionen verloren und danach war klar, dass das Rennen gelaufen ist."

Konkret schlüpfte nicht nur Alonso wieder durch, sondern nutzten auch Esteban Ocon und Nicholas Latifi die Gunst der Stunde und überholten den viermaligen Weltmeister. "Und danach war uns klar, dass es mit unserem Topspeed sehr schwer wird zu überholen."


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Oder anders formuliert: "In der ersten Runde wurde ich fast von der Strecke gedrängt, da habe ich praktisch alle Positionen verloren, die ich am Start gewinnen konnte. Danach war mein Rennen gelaufen." Denn auch sein Frontflügel wurde bei der Aktion von Stroll leicht beschädigt.

"Ja, wir haben das beim Boxenstopp versucht zu reparieren, aber dennoch haben wir insgesamt verloren." Denn der Aston Martin war laut Vettel "das langsamste Auto auf den Geraden" - und das auf der Hochgeschwindigkeitspiste schlechthin, mit einem Mercedes-Motor im Heck.

"Ich habe mich das ganze Rennen schwer getan, auch mit ein bisschen Schaden am Auto war da nicht mehr viel möglich." Doch es sollte nicht bei der einen heiklen Szene in der ersten Runde bleiben für Vettel. Nachdem er sich auf Position 13 einsortiert hatte, holte er Zeit auf Ocon auf.

Runde 16: Ocon und Vettel touchieren in Della-Roggia

In Runde 16 setzte er in der Della-Roggia-Schikane zum Überholversuch an. Vettel versuchte es auf der Außenbahn, doch der Franzose zog zu stark nach rechts, wodurch sich die beiden Autos berührten. "Er hat mir keinen Platz gelassen und mich von der Strecke gedrückt", funkte der Deutsche verärgert.

Bei dieser Meinung bleibt er auch nach dem Rennen: "Esteban hat mir einfach keinen Platz gelassen. Ich denke, er war sich dessen nicht bewusst, dass ich da war. Wir haben uns berührt. Das war sehr knapp, dass wir uns beide fast rausgekegelt hätten."

Die FIA-Rennkommissare reagierten und untersuchten den Vorfall. Ocon erhielt dafür eine 5-Sekunden-Zeitstrafe.

Nach seinem ersten Boxenstopp in Runde 22 - Vettel steckte vom Medium auf den Hard um - kam er in der Safety-Car-Phase nach dem Crash zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen in Runde 26 direkt noch einmal an die Box, um auf einen frischen Satz Medium-Reifen zu wechseln.

"Ich denke, der Hard ist langsam", berichtete er seinem Renningenieur. Dieser machte die Chance eines freien Stopps aus, daher stoppte der Deutsche erneut. Im Nachhinein gibt er aber zu: "Das Safety-Car hat uns auch nicht geholfen." Denn schließlich stoppte er kurz davor schon einmal.

Nachdem das Rennen wieder freigegeben war, versuchte Haas-Rookie Mick Schumacher in Kurve 1 an Vettel vorbeizugehen. Er positionierte sich auf der Innenbahn, doch Vettel zog nach rechts rüber - die beiden berührten sich leicht.

Runde 31: Schumacher und Vettel berühren sich in Kurve 1

"Mick habe ich nicht gesehen. Ich habe versucht, mich für die nächste Gerade einzureihen. Vielleicht war das für ihn überraschend", merkt der Aston-Martin-Pilot zur Szene an. Danach duellierte er sich noch mit Räikkönen-Ersatzmann Robert Kubica, wie schon in Zandvoort.

"Das hat Spaß gemacht. Robert hatte das schnellste Auto auf den Geraden heute, aber er war nicht so schnell in den Kurven. Bei uns war es genau andersrum." Aston Martin war "schneller in den Kurven und am langsamsten auf den Geraden", daher sei es "sehr schwierig" gewesen, den Polen zu überholen.

"Am Ende habe ich es geschafft, da ich mich mit der Energie spielte und versucht habe, seinen Rhythmus zu lesen. Aber das hat keinen großen Unterschied gemacht." In Runde 46 schließlich versuchte es Vettel erneut in der Schikane nach der Curva Grande, diesmal ging das Manöver glatt und er konnte den Routinier überholen.

Das reichte für den zwölften Rang, auf Latifi im Williams fehlten im Ziel 0,8 Sekunden. "Ich muss sehen, ob ich irgendwo etwas anders hätte machen können, aber ich denke, ich habe getan, was ich konnte. Das ist enttäuschend. Denn es gab einen Crash vorne, davon hätten wir profitieren können."

Vettels nüchternes Fazit: "Das war nicht unser Tag, nicht mein Tag heute."


Fotos: F1: Grand Prix von Italien (Monza) 2021


Aston-Teamchef Otmar Szafnauer fasst zusammen: "Sebastian hatte einen ereignisreichen Nachmittag. In der ersten Runde kam es zu einer Berührung mit Lance, und später wurde er von [Esteban] Ocon übel geschnitten. Der Unfallschaden forderte gegen Ende des Rennens seinen Tribut, was es schwieriger machte, zu kämpfen."

Stroll hingegen konnte sich in den Punkterängen halten, er wurde Siebter. Das sei ein "großartiges" Rennen vom Kanadier gewesen, merkt Szafnauer lobend an. "Platz sieben ist ein gutes Ergebnis. Auf den Geraden waren wir nicht ganz so schnell wie einige der anderen, aber in den Kurven waren wir stark."

Diesen vermeintlichen Vorteil konnte er anscheinend besser nutzen als Vettel. "Ich denke, der siebte Platz war das Maximum, das wir heute angesichts unserer Rennpace hätten erreichen können", resümiert Stroll.

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