powered by Motorsport.com

Nach PK-Aufreger: Toto Wolff nimmt Lewis Hamilton in Schutz

Toto Wolff zeigt Verständnis für Lewis Hamiltons Auftritt bei der Pressekonferenz in Suzuka und verweist auf den hohen Druck, unter dem der Weltmeister aktuell steht

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton präsentierte sich in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Donnerstag in Austin ganz brav. Nachdem es der Brite bei der PK in Suzuka noch vorzog, lieber mit seinem Handy herumzuspielen, als das Geschehen zu verfolgen, zeigte sich der Weltmeister zwei Wochen später von einer deutlich professionelleren Seite. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Mercedes-Chefetage um Toto Wolff und Niki Lauda Hamilton den Kopf gewaschen hat, nachdem dieser für seinen Auftritt heftig kritisiert wurde.

Toto Wolff, Lewis Hamilton

Toto Wolff nimmt Lewis Hamilton für dessen Verhalten in Suzuka in Schutz Zoom

"Wir hatten einige Gespräche, aber da ging es generell eher darum, wie man die Dinge verbessern kann. Wir haben ihm keine Ansage gemacht", erklärt Wolff in Austin und nimmt Hamilton für sein Verhalten in Suzuka in Schutz. "Ich denke, dass wir alle unterschätzen, unter welchem Druck diese Jungs stehen. Es sind nur noch ein paar Rennen bis zum Saisonende, und es geht um alles", erklärt Wolff.

Der Österreicher glaubt, dass Hamilton das Rennen in Malaysia nur schwer verkraften konnte. "Er lag in Führung, hatte 25 Punkte vor Augen, und dann ging sein Motor hoch", erinnert Wolff und erklärt: "Das war eine Situation, mit der er nur schwer umgehen konnte. Ganz egal, wie cool jemand äußerlich wirkt: Innerlich frisst es dich auf, und vielleicht war das Wochenende in Suzuka emotional deshalb etwas schwierig für ihn."


Fotostrecke: Formel-1-Strecken 2016: Austin

"Aber er weiß ganz genau, dass er im Auto einen Job erledigen muss, und dass es auch einen Job außerhalb des Autos gibt", stellt Wolff klar. Nachdem Hamilton sich in Suzuka nach dem Qualifying noch weigerte, die Fragen einiger Journalisten zu beantworten, stand er den Medienvertretern in Austin am Donnerstag und Freitag brav Rede und Antwort. Ein weiterer Aufreger bleib bisher aus.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zeigt übrigens ebenfalls Verständnis für das Verhalten des Weltmeisters. "Ich würde Lewis tun lassen, was er möchte", stellt Ecclestone gegenüber der 'Daily Mail' klar und erklärt im Hinblick auf Hamiltons Lustlos-Auftritt in der Suzuka-PK: "Er tut das vermutlich, weil er gelangweilt ist. Er würde nicht zur Pressekonferenz gehen, wenn er nicht müsste."