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Motor und Chassis aus einer Hand: Vorteil Ferrari?

James Allison sieht Ferrari als Motor- und Chassis-Hersteller 2014 im Vorteil und freut sich darüber, dass der Einfluss des Auspuffs ausgemerzt wird

(Motorsport-Total.com) - Bei der Entwicklung der Formel-1-Fahrzeuge des Jahrgangs 2014 nehmen mit Mercedes und Ferrari zwei Teams eine Sonderstellung ein. Denn beide sind auch gleichzeitig Motorenhersteller, hatten daher früher als ihre Konkurrenten Einblick in die neuen V6-Turbomotoren und konnten diese Erkenntnisse bei der Entwicklung des Chassis berücksichtigen. Das sollte ihnen 2014 zu gute kommen - meint zumindest James Allison.

Titel-Bild zur News: James Allison

James Allison glaubt, dass Ferrari 2014 einen Vorteil hat Zoom

"Den Motor und das Chassis gemeinsam zu bauen, ist für Ferrari auf jeden Fall ein schöner Vorteil", sagte der Technische Direktor der Scuderia gestern bei der Vorstellung des neuen Motors in Maranello. "Andere Teams können das nicht, und in diesem Jahr ist die Installation der neuen Antriebseinheit ins Chassis eine komplexere Aufgabe als je zuvor."

Allison vergleicht seine Erfahrungen bei Ferrari mit seiner Zeit bei Lotus, für die er bis Mitte 2013 tätig war. "Es stimmt zwar, dass der Motorenhersteller versucht, deine Anforderungen zu erfüllen, aber es ist nicht das gleiche wie hier, wo die Entwicklung des neuen Autos traditionell eine Gemeinschaftsaufgabe ist."

"Wir haben im Laufe der Jahre immer Seite an Seite mit unseren Chassis-Kollegen gearbeitet", bestätigt auch Luca Marmorini, Chef der Motorenabteilung. "Wir als Motoren-Ingenieure wissen, dass es nicht sinnvoll ist, zu große Anstrengungen in ein Einzelprojekt zu stecken, wenn es nicht zu einem Siegerauto passt."

"Wir haben im Laufe der Jahre immer Seite an Seite mit unseren Chassis-Kollegen gearbeite." Luca Marmorini

Das sieht auch Allison so: "Ich stimmt Luca zu. Dieses Argument wurde in den vergangenen Jahren durch ein Element bestätigt, das im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand: Der Auspuff. Die Nutzung der Auspuffgase eröffnete interessante technische Herausforderungen." Dass diese nun wegfallen, da das Endrohr oben mittig aus der Motorabdeckung austritt, kann Allison gut verschmerzen. "Persönlich bin ich froh darüber, dass dies nun eliminiert wurden, denn nun können wir den Auspuff wieder so konstruieren, dass er die größte Leistung aus dem Motor herausholt."