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Montezemolo: Domenicalis Image leidet unter WM-Niederlagen

Ferrari-Boss Luca di Montezemolo findet, dass Stefano Domenicali in seiner Teamchef-Karriere viel Pech hatte, fordert aber mehr Härte von ihm ein

(Motorsport-Total.com) - Bereits im Winter rankten sich Gerüchte um eine mögliche Ablöse von Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, doch diese erwiesen sich bislang als haltlos, und der Mann aus Imola sitzt bei der "Scuderia" nach wie vor im Sattel. Der Druck ist allerdings enorm, denn Ferrari droht auch diese Saison wieder eine Niederlage im Titelkampf. Es wäre das sechste Mal seit dem Erfolg von Kimi Räikkönen 2007, der allerdings noch unter der Führung von Ex-Teamchef Jean Todt errungen wurde.

Felipe Massa, Luca di Montezemolo, Fernando Alonso, Stefano Domenicali

Die Ferrari-Ära mit Domenicali und Alonso brachte bislang nicht die großen Erfolge Zoom

Dabei vergisst man gerne darauf, dass Ferrari unter Domenicali immerhin 2008 einmal Konstrukteurs-Weltmeister wurde, auch wenn dies den hohen Ansprüchen Ferraris nicht genügt - damals schrammte Felipe Massa nur um ein Haar am Fahrer-Titel vorbei. Ferrari-Boss Luca di Montezemolo zeigt trotz der mäßigen Bilanz Verständnis für den aktuellen Teamchef.

"Unter seiner Führung haben wir einen Konstrukteurs-Titel geholt und waren drei Fahrer-Titeln sehr nahe", verweist er gegenüber 'Corrierre della Serra' auf 2008 und die beiden Niederlagen von Fernando Alonso gegen Sebastian Vettel 2010 und 2012 im jeweiligen Saisonfinale. "Zwei dieser drei Titel hätten wir leicht gewinnen können, und dann wäre die Meinung über Domenicali ganz anders."

Domenicali genießt bei Ferrari viel Respekt, da er sich als ehemaliger Mugello-Rennleiter über die Sponsoring-Abteilung von Ferrari bis zum Teamchef-Posten hochgedient hat. "Er wuchs aus Management-Sicht mit Ferrari auf", zeigt sich Montezemolo stolz. "Als Sportsmann weiß er aber, dass er Ergebnisse braucht."

Der langjährige Ferrari-Teamchef, der nun die Geschicke des gesamten Unternehmens leitet, fordert von seinem Formel-1-Verantwortlichen mehr Härte ein: "Es gibt eine Sache, an die ich ihn sehr oft erinnere: Er muss das Maximum aus jedem Einzelnen in seinem Unternehmen herausholen, darf nie zufrieden sein. Und wenn es nötig ist, muss er harte und schmerzhafte Entscheidungen treffen."