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Berger: "Alonso muss versuchen, bei Red Bull zu fahren"

Warum Ferraris Räikkönen-Angebot keine Reaktion auf Alonsos Red-Bull-Meeting sein kann und was Experte Marc Surer zum Fahrergespannt Vettel/Alonso meint

(Motorsport-Total.com) - Die "Silly Season" 2013 ist um eine Episode reicher: Nachdem die 'Sport Bild' am vergangenen Sonntag über ein Treffen zwischen Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Alonso-Manager Luis Garcia Abad berichtet hatte, tauchte in der heutigen Ausgabe der 'Bild'-Zeitung eine Story auf, wonach Ferrari Kimi Räikkönen ein konkretes Vertragsangebot für 2014 unterbreitet haben soll. "Am Donnerstag vor dem Ungarn-Grand-Prix hat Ferrari den Lotus-Piloten kontaktiert", heißt es in dem Artikel.

Sebastian Vettel, Fernando Alonso

Sebastian Vettel und Fernando Alonso: Rivalen, bald schon im gleichen Team? Zoom

Die Story wurde zunächst als Retourkutsche auf die von Red Bull und Fernando Alonsos Lager geschürten Wechselgerüchte rund um Ferraris aktuellen Teamleader eingestuft, doch das passt zeitlich nicht zusammen. Denn wenn Alonsos Manager erst am Freitag mit Horner in der Energy-Station gesessen ist, wie soll dann Ferraris angebliches Vertragsangebot an Räikkönen am Donnerstag eine Antwort darauf gewesen sein? Möglicherweise war es eher umgekehrt...

Räikkönen fuhr schon von 2007 bis 2009 bei Ferrari, ist bis heute letzter Champion der Scuderia. Allerdings wurde die Ehe Ende 2009 im Unfrieden geschieden, weil die Italiener unbedingt Alonso haben wollten. Räikkönen nahm 17 Millionen Euro Abfindung mit (statt zehn, wenn er für ein anderes Formel-1-Team gefahren wäre) und heuerte für zwei Jahre bei Citroen in der Rallye-WM an. Sein Hauptsponsor damals: Red Bull.

Surer: Keine Probleme zwischen Räikkönen und Ferrari

Marc Surer kann sich den Finnen "sehr gut bei Ferrari vorstellen", wie er gegenüber der 'Sport Bild' verrät. Dass die Animositäten von 2009 bei den Überlegungen noch eine Rolle spielen, glaubt der Formel-1-Experte nicht: "Es war damals der Sponsor von Alonso, wegen dem Kimi gehen musste. Das kann man ihm auch so erklären. Und sein Geld hat er auch weiter bekommen." Außerdem ist der Kontakt zwischen dem "Iceman" und Teamchef Stefano Domenicali nie ganz abgerissen.

Man darf jedoch annehmen, dass Alonso einen starken Teamkollegen wie Räikkönen nicht akzeptieren würde, und der Ferrari-Vertrag des Spaniers läuft bis Ende 2016. Sprich: Das Thema wird voraussichtlich nur konkret, sofern Alonso tatsächlich zu Red Bull wechseln sollte - was im Paddock niemand so recht glauben will. Tatsache ist: Alonso passt es gut in den Kram, das leistungsschwache Ferrari-Team etwas unter Druck zu setzen, und Red Bull hat mit vielen guten Bewerbern in den Vertragsverhandlungen mit anderen Fahrern auch bessere Argumente.


Doch Red-Bull-Freund Gerhard Berger hält einen Alonso-Wechsel nicht für ausgeschlossen: "So, wie ich das sehe, muss Alonso reagieren", wird er von der 'Sport Bild' zitiert. "Er wartet nun schon seit drei Jahren auf den Titel. Jedes Mal stand ihm Red Bull im Weg. Also muss er alles versuchen, 2014 bei Red Bull zu fahren. Dieses Team mit dem genialen Chefdesigner Adrian Newey gibt ihm die Garantie, auf jeden Fall ein siegfähiges Auto zu haben."

Vettel/Alonso bei Red Bull schwer vorstellbar

Aber während eine Paarung Vettel/Räikkönen zumindest als denkbar gilt, kann man sich Vettel/Alonso schwer vorstellen: "Wenn Vettel und Alonso bei Red Bull in einem Team fahren, wird Kimi Räikkönen im Ferrari Weltmeister", glaubt Experte Surer und erinnert an 2007, als sich Alonso und Lewis Hamilton im McLaren-Stallkrieg gegenseitig Punkte weggenommen haben und Räikkönen der lachende Dritte war: "Deshalb glaube ich nicht, dass Red Bull sich diesen Stallkrieg antun wird."

Gerhard Berger

Gerhard Berger versteht, dass Alonso darüber nachdenkt, Ferrari zu verlassen Zoom

Vor dem Grand Prix von Ungarn schien eigentlich schon alles geklärt zu sein, stand die Beförderung von Toro-Rosso-Junior Daniel Ricciardo nach dem erfolgreich absolvierten Young-Driver-Test in Silverstone so gut wie fest. "Aber manchmal tauchen wie aus dem Nichts Optionen auf, über die man noch gar nicht nachgedacht hatte", räumt Christian Horner ein. Für den Red-Bull-Teamchef steht nur eines fest: Vettel wird bleiben und nicht gegen irgendjemanden eingetauscht.

Ins Reich der Fabeln verweist der Brite auch die Theorie, wonach es bei seinem Treffen mit Garcia Abad nur um Red-Bull-Junior Carlos Sainz jun. gegangen sein soll, der in Silverstone ebenfalls getestet hatte: "Unsinn! Warum sollte ich mit ihm über Sainz jun. reden? Der ist doch längst im Red Bull-Juniorkader", stellt Horner gegenüber der 'Sport Bild' klar - und impliziert damit: Es muss tatsächlich um Alonso gegangen sein...

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