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Mineralöl-Partner: Erdbeben auf dem Benzinmarkt

Mit Exxon/Mobil verliert McLaren einen weiteren langjährigen Partner an Red Bull - Ersatzgeschäft mit BP weniger lukrativ - Verliert Mercedes Petronas?

(Motorsport-Total.com) - Der Fahrermarkt erlahmt, das Benzinkarussell dreht sich dafür umso schneller: Die Formel 1 steht vor dem größten Stühlerücken im Benzinsektor seit Jahren. Red Bull wildert weiter bei McLaren herum und hat den Briten Exxon/Mobil nach 21 Jahren Partnerschaft ausgespannt. Der Benzin- und Schmierstofflieferant ist Red Bull zufolge auf das österreichische Topteam zugekommen. McLaren-Honda geht derweil zu BP, die aber auch mit Renault verhandeln. Und Mercedes könnte Petronas verlieren.

Jenson Button

McLaren-Honda verliert den langjägrigen Mineralöl-Partner Exxon/Mobil Zoom

Für McLaren stellt der Verlust von Mobil einen neuen Tiefpunkt dar; ein Partner nach dem anderen hat den Rennstall infolge ausbleibender Erfolge verlassen. Seit Jahren versucht McLaren, neue Partner zu gewinnen, doch ein Titelsponsor hat sich bis heute nicht gefunden. Zuletzt tauchte der Sticker einer Zahnpasta auf den Boliden auf, was jedoch auf eine Kooperation von McLaren Technologies zurückzuführen ist. Durch die sportlichen Misserfolge der letzten Jahre brechen zudem zunehmend FOM-Einnahmen weg. Ron Dennis gerät immer weiter unter Druck.

Seit dem Wechsel zu Mercedes-Motoren waren McLaren und Mobil liiert, der Wegfall dürfte schwer zu kompensieren sein. Als Ersatz beim Benzin kommt nun BP zum Zug. Die verhandeln aber auch gleichzeitig mit Renault über Projekte weit über die Formel 1 hinaus. Die Exklusivität fällt also weg. Bei den Schmierstoffen setzt McLaren-Honda künftig auf Castrol. Für BP wie auch Castrol bedeutet der Schritt eine Rückkehr in die Formel 1.

Regierung hat Petronas in der Hand

Die Mineralölpartner zu wechseln ist kein Kavaliersdelikt. "Es ist eine der fundamentalsten Änderungen, die man einem Formel-1-Auto durchführen kann", bemerkt Honda-Motorenchef Yusuke Hasegawa. Neben der Software, die komplett neu abgestimmt werden muss, muss auch die Kühlung neu angespasst werden. Da sich die Formel-1-Autos 2017 ohnehin stark ändern, schlägt sich das aber etwas weniger durch als bei einem konstanten Reglement.


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McLaren-Rennleiter Eric Boullier bleibt optimistisch, dass der Wechsel reibungslos erfolgen werde: "Ich denke, wir werden genug Zeit haben, um uns aufeinander einzustellen. Wir starten mit derselben Basis, auf der wir aufgehört haben." Bei Red Bull rechnet man derweil mit keinerlei Rückschritten, da Exxon/Mobil viel Erfahrung mitbringt. Bislang haben die Bullen mit Renault-Partner Total zusammengearbeitet. Die Franzosen sind natürlich von den Renault-Gesprächen mit BP wenig begeistert.

Lewis Hamilton

Mercedes könnte Titelsponsor Petronas verlieren Zoom

Von der derzeitigen Dynamik auf dem Benzin- und Schmierstoffmarkt bleibt auch der Goliath der Formel 1 nicht verschont: Petronas könnte das Engagement als Titelsponsor des Mercedes-Teams bald beenden. Der malaiische Staatskonzern leidet stark unter dem Zusammenbruch des Ölpreises. Die Regierung Malaysias hat bereits die Austragung des Formel-1-Rennens ab 2018 in Frage gestellt.

Mercedes hat sich zu den Gerüchten bislang nicht geäußert, doch Petronas-Kommunikationschef Rizan Ismail trat vor die Mikrofone. Er gibt zu, dass die Entscheidung vollständig bei der Regierung liege: "Wir werden uns der Entscheidung unterordnen. Sobald wir über die Entscheidung Bescheid wissen, werden wir die notwendigen Parteien informieren und weitere Maßnahmen ergreifen."