• 29.08.2003 19:42

  • von Fabian Hust

Michelin beteuert: Verwendete Reifen sind legal

Verwundert und erbost zeigt sich Reifenhersteller Michelin angesichts der überraschenden Reglementsänderung durch die FIA

(Motorsport-Total.com) - Für viel Wirbel sorgt der Beschluss des Automobilweltverbandes FIA, mit sofortiger Wirkung das Reifenreglement zu ändern. Statt die Kontaktbreite der Reifen nur vor dem Rennen zu messen, soll der Zollstock in Zukunft nach der Verwendung der Pneus angelegt werden.

Titel-Bild zur News: Michelin

Verärgert reagiert man bei Michelin auf die FIA-Forderung

Hinter den Kulissen dürfte die Bridgestone-bereifte Konkurrenz die FIA zum Handeln aufgefordert haben. Angeblich soll der Michelin-Vorderreifen die zulässige Kontaktfläche, die über die Maximalbreite von 207 Millimetern definiert ist, bei der Nutzung der Reifen überschreiten. Durch den Einsatz breiterer Vorderreifen hatte man im Verlauf der Saison einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht.

Michelin hat in einer Pressemitteilung nun auf die Vorwürfe reagiert und erklärt, dass die Reifen von der FIA schriftlich als reglementkonform bestätigt worden sind. Die Kontrollen seien wie laut Artikel 77 des Technischen Reglements vor dem Einsatz der Pneus erfolgt. Die Prozeduren der neuen Messmethode seien im Moment unbekannt, was eine weitere Entwicklungsarbeit verunmögliche.

"Wir können einige Schwierigkeiten bei der Definition erwarten, denn ein Reifen kann bei seinem Einsatz Kontakt mit verschiedenen 'Objekten' haben, zum Beispiel mit Randsteinen, die je nach Profil und Position den Reifen bis zur Mitte der Seitenwand berühren können", zeigen die Franzosen auf, dass im Moment völlige Unklarheit herrscht.

Laut Michelin seien alle Partner des Teams "besorgt über die Änderung am Reglement, da sie alle das gleiche Vorderreifenprofil verwenden". Weiter heißt es: "Wir sind bereit dazu, über die gewünschten Reglementsänderungen zu diskutieren, um eine Messprozedur zu definieren, die 2004 in Kraft treten könnte. Wir haben das Gefühl, dass es natürlich nicht realistisch ist, dies vor dem Italien-Grand-Prix zu verlangen."

Interessant ist, dass sich Michelin offenbar nicht in der Lage sieht, bis Monza auf das geänderte Reifenreglement zu reagieren, was im Prinzip nichts anderes heißt, als dass man nicht garantieren kann, dass die maximal erlaubte Auflagebreite auch nach Benutzung der Reifen nicht überschritten wird. Allerdings: Die derzeit verwendeten Pneus von Michelin sind legal, verlangte das Reglement doch keine Messung nach Verwendung der Reifen.

Die hastige Änderung der Vorschriften drei Rennen vor Saisonende ruft natürlich wieder die Kritiker auf den Plan. Möchte man durch die Änderung am Reglement dafür sorgen, dass die Weltmeisterschaft bis zum letzten Rennen spannend bleibt und Ferrari eine Chance gegen BMW-Williams und McLaren-Mercedes hat? Muss Michelin tatsächlich so kurzfristig allen Teams neue Pneus zur Verfügung stellen, dürfte dies spürbare Auswirkungen auf die Rundenzeiten haben.

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