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Michael: "Verstellbarer Heckflügel wird kaum etwas bringen"

Sam Michael erwartet vom neuesten Hilfsmittel für Überholmanöver keine Wunderdinge - Anpassungen kurzfristig notwendig - Reifen weitaus entscheidender

(Motorsport-Total.com) - Williams-Technikchef Sam Michael ist sich nicht sicher, ob der neue verstellbare Heckflügel tatsächlich das wird halten können, was er auf dem Papier verspricht. Der Australier wäre nicht überrascht, wenn sich in Melbourne die Auswirkungen des neuen aerodynamischen Hilfsmittels in Grenzen halten. "So wie es im Moment aussieht, wird der Effekt kaum spürbar sein - wenn überhaupt", so Michael gegenüber 'Autosport'.

Sam Michael © xpb.cc
Sam Michael ist sekptisch, was die Auswirkung des neuen Heckflügels betrifft

Das System ist - so wie es im Moment konzipiert ist - nach Ansicht Michaels nicht effektiv genug, um einen entscheidenden Unterschied dahingehend zu machen, dass die Autos ab sofort nur noch so aneinander vorbei fliegen. "Dafür reicht es nicht aus. Der Flügel wird dem Hinterherfahrenden allenfalls in einer Situation helfen, wo er ohnehin fast am Vordermann vorbei ist. Dann wird das Manöver dank des neuen Systems gelingen", vermutet Michael.

Der Australier kann sich allerdings gut vorstellen, dass man seitens der FIA nachbessert: "Nach zwei, drei Rennen könnten sie es dahingehend ändern, dass der Flügel grundsätzlich auf einer längeren Geraden aktiviert werden kann." Für den Saisonauftakt erwartet er den Einsatz des neuen Hilfsmittels nur auf der Start-Ziel-Geraden. "Ich hätte mir gewünscht, dass er in Melbourne auch zwischen den Kurven zwei und drei sowie auf der Gegengeraden vor der schnellen Schikane eingesetzt werden darf, aber das wird wohl nicht passieren", so Michael.

Die Flexibilität der neuen Regel ist es, weshalb sich der Williams-Technikchef keine allzu großen Gedanken darüber macht: "Die FIA kann in diesem Bereich sehr schnell reagieren", analysiert Michael und spricht damit auf eine kurzfristige Veränderung der Parameter zur Aktivierung an. Unterm Strich erwartet er die weitaus größere Beeinflussung der Rennen ohnehin von den Reifen: "Solange der Abrieb so hoch bleibt wie bei den Testfahrten, brauchen wir keinen verstellbaren Heckflügel. Die Fahrer werden einfach außen um die Gegner herumfahren", so die Befürchtung Michaels angesichts der gravierenden Unterschiede im Gripniveau der Pirelli-Reifen nach wenigen Runden.

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