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Michael Schumacher: So wichtig waren Sportwagenrennen für seine Karriere

Vor seinem Einstieg in die Formel 1 fuhr Michael Schumacher unter anderem Sportwagenrennen - Warum das für ihn trotz ausbleibender Erfolge so wichtig war

(Motorsport-Total.com) - Als siebenmaliger Weltmeister schrieb Michael Schumacher in der Formel 1 Geschichte. Doch der Weg des Deutschen in die Königsklasse war damals eher ein ungewöhnlicher. Während es heutzutage mit Formel 2 (ehemals GP2) und Formel 3 einen vorgezeichneten Weg in die Formel 1 gibt, war Schumachers Pfad ein ganz anderer.

Karl Wendlinger, Michael Schumacher, Peter Sauber

Michael Schumacher fuhr als Mercedes-Junior für das Team von Peter Sauber Zoom

So fuhr "Schumi" vor seinem Formel-1-Debüt 1991 unter anderem in der DTM und in der Sportwagen-Weltmeisterschaft. "Ich habe das gepusht und wollte, dass er das macht. Dafür haben mich einige Journalisten in Grund und Boden geschrieben", erinnert sich Schumachers langjähriger Manager Willi Weber im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Ich würde die Karriere Schumacher kaputtmachen, das ist eine Altherrenriege, das hätte ich niemals tun dürfen", so Weber. Stattdessen hätte Schumacher in die damalige Formel 3000 gehen sollen, die laut Webers Aussage allerdings "auf wackeligen Beinen stand, wo man nie wusste, in welches Team soll man eigentlich gehen."

Schumacher sollte vor allem lernen

"Erstens war das zu teuer, und zweitens zu unsicher. In diesem Gruppe-C-Team, bei [Peter] Sauber, bin ich heute noch der Meinung, dass das die richtige Entscheidung war", betont Weber. Schumacher war 1990 Mercedes-Junior und fuhr Sportwagenrennen für den späteren Formel-1-Teamchef Peter Sauber in dessen Rennstall.


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Weber erklärt seine damals kontroverse Entscheidung: "Er hat den Umgang gelernt mit mehr als vier Mechanikern. Er musste lernen, Qualifying zu fahren, mit einem Team umzugehen, das in der Öffentlichkeit steht. Er musste lernen, was Pünktlichkeit ist, was ist dies und was ist das. Und deswegen sage ich: Diese Zwischenstation war sehr gut."

"Er hat da viel gelernt für die Zukunft. Das hat man nachher auch gemerkt", ist sich Weber sicher. Ähnlich sieht es auch der ehemalige Formel-1-Pilot Stefan Johansson, der vor und nach seiner Zeit in der Königsklasse ebenfalls Sportwagenrennen bestritt und 1997 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans feiern konnte.

Sportwagenrennen das beste Training?

"Wenn man einen Prototypen über so eine lange Distanz fährt, dann muss man permanent improvisieren. Es gibt Verkehr, [unterschiedliche] Wetterbedingungen, Schmutz auf der Strecke, dies und das. Man muss immer improvisieren und mit Gefühl fahren", erklärt der heute 64-Jährige im Podcast 'Beyond The Grid'.


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Johanssons Meinung nach ist es "noch schwieriger", unter solchen Bedingungen schnell zu sein, "als einfach ein Auto am Limit zu fahren, bei dem alles zur Verfügung steht", sagt der Schwede und verrät: "Jeden Fahrer, mit dem ich arbeite, ermutige ich dazu, mehr Sportwagenrennen zu fahren, denn es gibt kein besseres Training."

"Man braucht eine besondere Technik, um [unter diesen Voraussetzungen] den Speed herauszuholen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass Schumacher [in der Formel 1] deswegen einen Vorteil hatte - denn er ist einige Jahre Sportwagenrennen gefahren", so Johansson. Übermäßig erfolgreich war "Schumi" damals übrigens nicht.

Keine großen Erfolge, aber ...

"Es war nicht sein Ding", erinnert sich Weber zurück und erklärt: "Das ist kein Formelauto. Das kann man nicht in die Ecke schmeißen wie einen Formel Ford oder einen Formel 3 oder später einen Formel 1, den er präzise gefahren ist wie ein Schweizer Uhrwerk. Da hat das Auto nicht in die Gesamtheit gepasst."

Michael Schumacher, Peter Sauber

Große Erfolge feierte Michael Schumacher in dieser Zeit nicht Zoom

Laut Weber war es aber auch gar nicht das Ziel, Schumacher zum Sportwagen-Champion zu machen. "Nicht das Auto war meine Intention, sondern der Umgang mit dem großen Team", betont er und ergänzt: "Der Umgang mit der Öffentlichkeit, mit den Journalisten. Alles, was da auf ihn eingeprasselt ist, war eine Lernphase."

"Nicht das Autofahren lernen und dieses Auto beherrschen - das war überhaupt nicht Sinn und Zweck dieser Aktion. [...] Deswegen war ich auch nicht enttäuscht, dass er nicht immer der Schnellste war. Er war der Konstanteste, aber nicht der Schnellste. Aber das habe ich gar nicht erwartet", so Weber.

Trotzdem hat Schumacher in dieser Zeit eine Menge Dinge für seine weitere Karriere gelernt - auf und abseits der Rennstrecke.

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