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  • 21.08.2005 · 21:10

Merkwürdige Michelin-Reifenschäden noch ungeklärt

Beide BMW WilliamsF1 Team Piloten mussten in Istanbul mit Reifenschäden aufgeben - Michelin tappt vorläufig noch im Dunkeln

(Motorsport-Total.com) - Als Nick Heidfeld schon nach sechs Runden an die Box kommen musste und er und sein BMW WilliamsF1 Team Kollege Mark Webber in weiterer Folge des Rennens in Istanbul insgesamt vier Reifenschäden erlitten - alle rechts hinten -, fühlten sich viele bereits an die Farce von Indianapolis erinnert, als die Michelin-Autos gar nicht erst am Grand Prix der USA teilnehmen konnten. Allerdings dürfte es sich diesmal um ein teamspezifisches Problem gehandelt haben.

Pierre Dupasquier und Patrick Head

Hitzige Diskussion zwischen Dupasquier und Patrick Head während des Rennens Zoom

Die bisherigen Untersuchungen von Michelin sind jedenfalls ergebnislos verlaufen: "Wir haben uns die Reifen angeschaut und konnten keine technischen Anomalien feststellen", erklärte Nick Shorrock, Formel-1-Verantwortlicher des französischen Pneuherstellers. "Wir haben noch nichts in der Hand, um die Ursache identifizieren zu können. Es könnte etwas mit den Randsteinen zu tun haben, es könnte aber auch am Auto selbst liegen."#w1#

Michelin warnte die Partnerteams schon vor dem Rennen

Fest steht nur, dass Michelin im Vorfeld des Rennens eine Warnung herausgegeben hatte, weil die Randsteine innen in der 13. Kurve so scharf sind, dass die Laufflächen zerschnitten werden können, wenn man zu aggressiv darüberfährt. Ein ähnliches Problem hatte vor einem Jahr im belgischen Spa zu mehreren Reifenschäden geführt. Allerdings hatte diesmal nur das BMW WilliamsF1 Team Probleme, während sonst niemand betroffen war.

"Wir werden die Ursachen für diese Zwischenfälle in Zusammenarbeit mit dem BMW WilliamsF1 Team genau untersuchen", fuhr Shorrock fort. "Natürlich werden wir uns diesbezüglich auch mit all unseren weiteren Partnern besprechen, aber wirklich aufgetreten ist das Problem ja nur beim BMW WilliamsF1 Team. Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass das BMW WilliamsF1 Team keine bessere Grand-Prix-Premiere in der Türkei erleben konnte."

Dupasquier lobt "außergewöhnliche Performance" von Räikkönen

Hinwegtrösten konnte man sich bei Michelin mit einem weiteren Sieg durch McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen, der damit in der Weltmeisterschaft den Abstand zum bestplatzierten Bridgestone-Piloten, Michael Schumacher, weiter vergrößert hat: "Das war eine außergewöhnliche Performance von Kimi", staunte Sportdirektor Pierre Dupasquier. "Die Szene, als er zwischen den Renaults hindurch Fisichella überholt hat, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben!"

"Aus Michelin-Sicht ist von Beginn des Wochenendes an bis zur Zielflagge alles nach Plan gelaufen", fuhr der Franzose fort. "Der Regenschauer heute Morgen, den unsere Meteorologen richtig vorhergesagt haben, hat die Strecke ein bisschen gesäubert, aber das hatte keine besonderen Auswirkungen. Vielleicht war die Verschleißrate etwas höher als gestern, aber das bereitete uns keine Sorgen. Dieser Sieg - unser 88. in der Formel 1 - war die Krönung eines weiteren Erfolgswochenendes!"