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Mercedes-Motorenchef: Unser Antrieb ist komplett neu

Mercedes hat den Antriebsstrang für die kommende Saison konsequent weiterentwickelt - Motorenchef Andy Cowell macht sich über die Token keine Sorgen

(Motorsport-Total.com) - Die Saison 2015 ist das zweite Jahr der neuen Hybrid-Antriebe in der Formel 1. Mercedes, Renault und Ferrari konnten ihre Triebwerke anhand der Erkenntnisse des vergangenen Jahres verbessern. Honda ist neu im Geschäft und muss sich erst gegen die Konkurrenz beweisen. Mercedes hatte 2014 den besten Antrieb, während Renault und Ferrari aufholen mussten. Die Silberpfeile sollen zwischen 50 und 60 PS mehr unter der Haube gehabt haben.

Mercedes Motor

Beim Verbrennungsmotor nahm Mercedes einige Veränderungen vor Zoom

Die Antriebe bestimmen auch in diesem Jahr die Hackordnung. Aerodynamik und Fahrwerk sind zwar ebenfalls wichtig, doch die Antriebe sind entscheidend. Technikguru Adrian Newey kritisiert diesen Umstand: "Die Performance in der Formel 1 sollte zu gleichen Teilen vom Fahrer, dem Chassis und dem Antrieb abhängen. Bei den aktuellen Regeln spielt meiner Meinung nach der Antrieb eine zu große Rolle, während die Regeln beim Chassis sehr restriktiv sind."

Renault konnte im Vorjahr immerhin drei Rennen gewinnen, während Ferrari leer ausging. Beide Werke haben über den Winter kräftig gearbeitet. Vor allem Renault hat viel in die Waagschale geworfen. "Bis jetzt haben wir rund zwei Drittel der verfügbaren Token genommen, um unseren Motor zu verbessern", sagt Cyril Abiteboul, Geschäftsführer von Renault Sport. Jeder Hersteller hat 32 Token zur Verfügung, die er über das Jahr verteilt zur Weiterentwicklung einsetzen darf.


Fotos: Präsentation des Mercedes F1 W06 Hybrid


Aber auch bei Mercedes stand in der Motorenschmiede im britischen Brixworth das Rad nicht still. "Die Regeln erlauben viele Weiterentwicklungen, und jeder Hersteller wird das gemacht haben", sagt Mercedes-Motorenchef Andy Cowell. "Wir dürfen nicht selbstzufrieden werden, dürfen uns aber auch nicht ständig umdrehen um zu sehen, was unsere Rivalen machen."

Andy Cowell

Mercedes-Motorenchef Andy Cowell im Gespräch mit Nico Rosberg Zoom

Außerdem bestätigt Cowell am Rande der ersten Wintertests in Jerez, dass auch die Mercedes-Antriebseinheit komplett neu ist: "Wir haben unsere Ideen bei der Entwicklung umgesetzt. Das Packaging ist anders. In manchen Bereichen ist es für die Teams einfacher, in anderen etwas schwieriger geworden." Dennoch bestätigte Pat Symonds vom Kundenteam Williams, dass beim Bau des FW37 der Einbau der Mercedes-Antriebseinheit kein Problem darstellte.

Wenn Renault schon mehr als die Hälfte der verfügbaren Token eingesetzt hat, wie sieht die Situation bei Mercedes aus? "Der Verbrennungsmotor entspricht drei Token", erklärt Cowell. "Man kann den Zylinderkopf, die Kolben, die Drosselklappen und die Einspritzung verändern. 32 Token sind sehr großzügig. Außerdem kann man an der Zuverlässigkeit arbeiten. Jedem war das für dieses Jahr bewusst, jeder kann für diese Saison alles verändern."