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Mercedes-Meeting: Rosberg akzeptiert Schuld

Nico Rosberg nimmt die Schuld für die Kollision in Belgien auf sich - Disziplinarmaßnahmen beschlossen - Mika Häkkinen sieht WM-Titel noch in Gefahr

(Motorsport-Total.com) - Beim heutigen Krisenmeeting zwischen Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Sportchef Toto Wolff und Technikdirektor Paddy Lowe in der Mercedes-Fabrik in Brackley wurde die Eskalation im "Krieg der Sterne" beim Grand Prix von Belgien aufgearbeitet. Und die beste Nachricht vorweg: Zumindest laut offizieller Auskunft darf weiterhin frei gefahren werden, ohne eine Teamorder.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Nico Rosberg und Lewis Hamilton dürfen weiter gegeneinander racen Zoom

Geklärt ist intern nun auch die Schuldfrage: "Während dieses Meetings übernahm Nico die Verantwortung für die Berührung in Runde zwei des Belgien-Grand-Prix. Er entschuldigte sich für seine Fehleinschätzung", teilt Mercedes in einer Aussendung mit. Rosberg bestätigte dies wenig später auf Facebook, und auch Hamilton meldete sich in den sozialen Medien zu Wort. Gleichzeitig habe man "angemessene Disziplinarmaßnahmen" beschlossen.

"Mercedes-Benz bleibt seiner Linie von hartem, aber fairem Rennsport weiterhin treu. Dies ist der richtige Weg, um Weltmeisterschaften zu gewinnen. Es ist gut für das Team, die Fans und die Formel 1", heißt es. Und weiter: "Lewis und Nico verstehen und akzeptieren die oberste Maxime des Teams: Die Fahrzeuge des Teams dürfen sich auf der Strecke nicht berühren."

Null Toleranz für weitere Kollisionen

"Es wurde klargestellt, dass ein weiterer solcher Zwischenfall nicht toleriert wird. Aber Nico und Lewis sind unsere Fahrer und wir glauben an sie", so die Aussendung. "Die Fahrer dürfen für den Rest der Formel-1-Weltmeisterschaftssaison 2014 weiter frei gegeneinander fahren."


Fotostrecke: Pressestimmen zum GP Belgien

Bereits vor dem heutigen Meeting in Brackley hat sich der ehemalige Mercedes-Pilot Mika Häkkinen zum "Krieg der Sterne" geäußert. "Ein Zusammenstoß von Teamkollegen, wie er in Spa passiert ist, hätte in jedem Fall verhindert werden müssen", findet er. "Die Fahrer sollten in der Lage sein zu bedenken, dass das Rennen noch lang ist und sich Taktieren auf das Endergebnis auswirken kann. Deshalb lohnt es sich in den ersten Runden nicht, irgendwelche todesmutigen Versuche zu unternehmen."

Um die Frage, ob "die Schuld eindeutig bei Rosberg" liege, windet er sich aber: "Ich verstehe Nico insofern, als dass er sofort zuschlagen wollte, wenn sich die erste Gelegenheit bietet. Wenn Lewis es geschafft hätte, etwas weiter wegzukommen, hätte sich das beispielsweise auf die Boxenstopps ausgewirkt. Wenn man versucht außen zu überholen, wird man in der Regel Zweiter. In Spa kam die nächste Kurve so schnell, dass dies Nicos Chancen eher eingeschränkt hat. Ich will niemanden verteidigen und auch nicht beschuldigen, aber das war schon negativ für den Rennstall."

Häkkinen sieht Ricciardo als Gefahr

"Ich glaube, dass es nach wie vor einen starken Konkurrenzkampf zwischen Nico und Lewis gibt und keiner nachgeben wird." Mika Häkkinen

"Natürlich kann der Rennstall interne Regeln einführen. Sie können beispielsweise von den Fahrern verlangen, dass es in der ersten Kurve auf keinen Fall zu einem Zusammenstoß kommen darf. Aber dann beginnt die Wettfahrt aufs Neue", so der Weltmeister von 1998 und 1999 in seinem Hermes-Blog. "Ich glaube, dass es trotz der Entspannungsbemühungen nach wie vor einen starken Konkurrenzkampf zwischen Nico und Lewis gibt und keiner nachgeben wird."

Häkkinen glaubt sogar, dass Mercedes nun besonders auf der Hut sein muss, denn: "Meiner Ansicht nach stellt Ricciardo eine Gefahr dar. Er fährt für einen Rennstall, der mehrfach in Folge die Meisterschaft gewonnen hat. Red Bull hat viel Erfahrung in solchen Situationen und zeigt eine gewisse Gelassenheit. Bei Mercedes herrscht mehr Druck, und die Konflikte zwischen den Fahrern sind auch nicht gerade hilfreich für die Zielsetzung, den Meistertitel zu holen."