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Mercedes-Chef Paddy Lowe: Formel-1-Karriere durch Zufall

Der Mercedes-Technikverantwortliche Paddy Lowe zog eine Formel-1-Karriere nie in Betracht: Wie sich der Sport vom Hinterhof-Dasein zur Königsdisziplin wandelte

(Motorsport-Total.com) - Paddy Lowe ist heute bei Mercedes der Technikverantwortliche des aktuell erfolgreichsten Formel-1-Rennstalls. Dass er allerdings überhaupt in der Königsklasse des Motorsports landete, ist purer Zufall, wie er nun verrät. "Ich bewarb mich nur deshalb bei einem Team, weil ein Freund meinte: 'Warum arbeitest du nicht bei einem Formel-1-Rennstall?'", sagt der Brite, der 1984 in Cambridge sein Ingenieursdiplom erlangte und 1987 bei Williams im Elektronikbereich anheuerte, gegenüber 'ESPN F1'.

Paddy Lowe

Mercedes-Erfolgsarchitekt Paddy Lowe: Eigentlich zog es ihn nicht in die Formel 1 Zoom

Das lag allerdings nicht an seinem allgemeinen Desinteresse an der Formel 1 - Lowe war durchaus Motorsport-affin -, sondern an der Tatsache, dass dieser Bereich für eine Ingenieurskarriere einfach nicht in Betracht gezogen wurde. "Damals war es relativ ungewöhnlich, dass Absolventen von Cambridge oder einer anderen Topuniversität in die Formel 1 gehen", erklärt Lowe. "In den Schulen oder an der Universität war das sicher nirgends ausgeschrieben, und niemand hatte die Formel 1 auf dem Radar. Sie hätten mich bloß mit leerem Blick angestarrt."

Dennoch stellte sich Lowe damals mit 25 Jahren dieser Herausforderung. 1993 wechselte er als Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu McLaren. "Die Formel 1 hatte damals den Ruf eines Hinterhof-Betriebs - und das nicht zu unrecht", blickt er in Richtung seiner Anfangstage. "Obwohl sogar damals schon großartige Ingenieure in diesem Sport tätig waren, waren wir im Vergleich zu viel ausgereifteren und besser finanzierten Industrien wie der Luftfahrt oder dem Kraftfahrzeug-Sektor im Hintertreffen, wenn man die Regeln und die verfügbare Technologie gegenüberstellt."

Nigel Mansell, Michele Alboreto

Als Lowe 1987 zu Williams in die Formel 1 kam, war er dort einer von 20 Ingenieuren Zoom

Das barg aber auch Chancen, wie Lowe erzählt: Dem Forscher- und Erfindergeist waren zumindest auf kreativer Ebene kaum Grenzen gesetzt. "Es war deshalb auch eine interessante Zeit, denn wir haben alle möglichen Technologien für das Auto erfunden, ob die aktive Radaufhängung, die Traktionskontrolle, Servolenkung oder Differenzial - also jede Menge Dinge, die vom Regelwerk nicht abgedeckt wurden."

Inzwischen hat sich die Formel 1 komplett gewandelt. Heute arbeiten bei einem Spitzenteam rund 400 Ingenieure, während es zu Lowes Anfangszeiten nicht mehr als 20 waren - bei einem Spitzenteam wie Williams. Und der Motorsport wird heute auch als Karriereoption im technischen Bereich wahr- und ernstgenommen.

"Nicht alle, aber viele Topingenieure sehen die Formel 1 heute als Königsdisziplin, was natürlich gut für uns ist", meint Lowe, der in diesem Zusammenhang auch die Aufbauarbeit von F1 in Schools und Formula Student lobt. Durch diese beiden Programm kommen Schüler und Studenten schon früh mit den technischen Herausforderungen und dem Reiz des Motorsports in Kontakt.

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