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Mercedes-Boxenproblem gelöst? "Haben die Köpfe rauchen lassen!"

Toto Wolff und James Allison haben durchschaut, wie es zum Boxenchaos beim Doppelstopp in Bahrain kommen konnte, und eine Problemlösung entwickelt

(Motorsport-Total.com) - Die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass bei George Russell beim Grand Prix von Sachir Reifen montiert wurden, die für Valtteri Bottas vorgesehen waren, ist beantwortet. Und das Mercedes-Team hat für das bevorstehende Formel-1-Saisonfinale 2020 auch eine schnelle Übergangslösung entwickelt, die eine Wiederholung des Zwischenfalls verhindern soll.

George Russell

Der Doppelstopp von Mercedes in Bahrain ist kräftig in die Hose gegangen Zoom

Man sei noch am Sonntagabend zusammengesessen und habe "die Köpfe rauchen lassen, wie wir das in der Zukunft lösen wollen", verrät Teamchef Toto Wolff bei einem vom TV-Sender 'Sky' gehosteten Medienevent (Das ganze Interview auf den YouTube-Kanälen von Motorsport-Total.com und Formel1.de!). "Da sind ein paar sehr pragmatische Antworten gefallen, die wir schon ab Abu Dhabi einsetzen können."

Man habe in dieser Diskussion viel gelernt, gibt Wolff zu, und eine veränderte "Priorität auf dem Intercom und auf den diversen Funkkanälen" als Sofortmaßnahme beschlossen. Denn die Ursache für das Chaos, das dann beim Doppelstopp entstanden ist, war eine falsche Prioritätensetzung der Boxenfunk-Software.

"Masi", sagt Wolff, "hat das Safety-Car deployed, als Russell praktisch schon am Boxeneingang war. Und Russell hat gesagt: 'Stay out?' Als Frage. Währenddessen hat die Boxenmauer den Call an die Garage gemacht, um zu sagen: 'Red Crew ready.' Das wäre der Call gewesen, an Russells Crew die Reifen zu tauschen."

Wolff erklärt neueste Erkenntnisse

"Das haben die aber nicht gehört, weil sich diese Calls überlappt haben und der Fahrer immer Priorität hat. So ist es dazu gekommen, dass Russell die Bottas-Reifen montiert bekommen hat, und das mussten wir dann eine Runde später wiedergutmachen. Was passiert ist, war sehr ungewöhnlich, und wieder etwas, wo wir dazugelernt haben", so der Mercedes-Teamchef.


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Technikchef James Allison erklärt: "Die Boxencrews können potenziell zwar mehrere Input-Quellen hören, aber immer nur eine Quelle nach der anderen. Nicht wie bei einer Telefonkonferenz, wo möglicherweise mehrere Personen gleichzeitig sprechen, sondern immer nur einen Kanal. Das ist normalerweise ihr Chef an der Boxenmauer." Also Sportdirektor Ron Meadows.

"Ron sagt ihnen, wann sie in die Boxengasse herauskommen müssen, um einen Reifenstopp zu absolvieren", erklärt Allison. "Aber ihre Funkgeräte sind nicht nur auf Ron Meadows eingestellt, sondern scannen auch ihren jeweiligen Fahrer." Sprich: Die Russell-Crew kann hören, was Russell gerade live sagt, die Bottas-Crew kann hören, was Bottas sagt.

Russell redete zum falschen Zeitpunkt ...

Als Meadows in Bahrain den Befehl gab, sich für einen Reifenwechsel bereitzumachen, hörte die Hälfte der Russell-Crew gerade ihren Fahrer, der just zu dem Zeitpunkt auch am Boxenfunk sprach. Und das System bewertete die Priorität der Aussage des Fahrers höher als die des Sportdirektors.


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"Als alle zu den Boxenstopps rauskamen, lagen nur die Hälfte von Georges Reifen bereit, und das bedeutete, dass die Reifen, die bereitlagen, zur Hälfte die von George und zur Hälfte die von Valtteri waren, weil Valtteris Reifensatz vollständig da war. So kam es, dass die Mechaniker zur Hälfte die richtigen Reifen für George montiert haben, zur Hälfte aber die falschen", erklärt Allison.

In der Box war zu dem Zeitpunkt bereits Chaos ausgebrochen, denn als Russell einmal unterwegs war, war der Crew das Problem bereits bewusst; für Bottas lag aber kein kompletter Reifensatz mehr bereit. Also wurde Bottas wieder mit dem Reifensatz rausgeschickt, mit dem er kurz zuvor reingekommen war, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

"Ein winziger Fehler hat dieses ganze Chaos verursacht. Weil die Funkgeräte so programmiert waren, dass der wichtige Call von Ronnie Meadows übertönt wurde", sagt Allison. "Wir hatten Glück, dass das jetzt passiert ist, wo die WM schon entschieden ist, und uns das nächstes Jahr nicht mehr passieren wird, wenn wir womöglich gerade im WM-Kampf stecken."

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