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Melbourne: Politische Kontroverse um Kosten für Steuerzahler

Eine Bürgerbewegung beschwert sich darüber, dass in der Bilanz des Melbourne-Grand-Prix 40 Millionen Dollar vor dem Steuerzahler versteckt wurden

(Motorsport-Total.com) - Eine Woche vor Beginn der Formel-1-Saison 2018 gibt es in Australien neuerlich eine Kontroverse um den Grand Prix im Albert Park von Melbourne (Formel 1 2018 live im Ticker). Gegenstand der Diskussionen ist der hohe finanzielle Verlust des Events, der auf die Steuerzahler umgelegt wird. Denn dieser ist offenbar höher als bisher angenommen.

Fans in Melbourne

Der Grand Prix in Melbourne ist in der Bevölkerung nicht ganz unumstritten Zoom

Seit Jahren kommuniziert die zuständige Australian Grand Prix Corporation (AGPC), dass sich der Verlust des Formel-1-Rennwochenendes auf rund 60 Millionen Australische Dollar beläuft. Das sind umgerechnet fast 40 Millionen Euro.

Schlimm genug, könnte man meinen - aber in Wahrheit zahlt der Steuerzahler offenbar viel mehr drauf. Denn wie die Bürgerinitiative "Save Albert Park" beim genauen Studium der AGPC-Bilanzen herausgefunden hat, wurde ein signifikantes Minus einfach in der Bilanz "versteckt".

57,561 Millionen Dollar sind ausgewiesen als direkte Regierungsgelder für den Grand Prix; weitere 12,304 Millionen als Aufwendungen für damit in Zusammenhang stehende Infrastruktur. So weit, so transparent.

Weniger offensichtlich ist ein Punkt, der in der Bilanz als "finanzielle Instrumente, finanzielle Assets, Derivate" ausgewiesen ist. Dieser schlägt mit weiteren 30,648 Millionen Dollar zu Buche.

Gemeint ist damit ein Hedgefonds, der von der öffentlichen Hand hinterlegt wurde, um Kursverluste bei Zahlungen in Fremdwährungen auszugleichen. Zuletzt wurden in diesem Kontext im Jahr 2015 46,495 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt - und seither auch schon aufgebraucht, behauptet Save Albert Park.


Inside GP Melbourne: Willkommen Down Under

In Australien leben nicht nur wegen des alljährlichen Formel-1-Rennens äußerst glückliche Menschen Weitere Formel-1-Videos

"Die Steuerzahler sollten wissen, wie viel sie wirklich jedes Jahr für diesen Event bezahlen", erklärt Peter Logan, Sprecher von Save Albert Park. "Warum werden solche Nebelgranaten geworfen, um diesen Event durchzuführen?"

Die Kritik am Grand Prix in Melbourne ist übrigens nicht neu. Schon bei der Premiere im Jahr 1996 gab es massive Proteste von Bürgerbewegungen. Damals standen allerdings noch weniger finanzielle Verluste im Vordergrund als vielmehr Umweltaspekte.

Der Albert Park ist das grüne Herz von Melbourne, ähnlich wie der Central Park in New York oder der Hyde Park in London ...

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