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McLaren-Teammanager: "Idiotischer menschlicher Fehler"

Teamchef und Teammanager von McLaren sprechen über die technischen Probleme und die nahende Stallorder

(Motorsport-Total.com) - "Coulthard hatte eine Schraube locker" - das war der Kommentar einer britischen Zeitung zu dem Rennen des Schotten in Montreal. McLaren-Teammanager Martin Whitmarsh drückte das Problem etwas direkter aus: "Ein ziemlich idiotischer menschlicher Fehler", so der Brite gegenüber dem 'Guardian'. Mittlerweile ist somit geklärt, dass wohl ein Mechaniker die Schraubenmutter im Innenraum des MP4-16 an der Vorderradaufhängung nicht richtig angezogen hat und sie sich nach ein paar Runden im Warm Up in der Einführungsrunde löste. Coulthard fuhr somit mit einer lockeren Vorderradaufhängung - ein schwieriges und auch nicht ganz ungefährliches Unterfangen, aus dem Coulthard in Runde 54 von einem Motorschaden "erlöst" wurde.

Ron Dennis und Norbert Haug

Lange Gesichter bei McLaren - längst ein gewohntes Bild... Zoom

Für Whitmarsh leistet sich das Team momentan zu viele Fehler. Aufhängungsschaden bei Häkkinen in Melbourne, Kupplungsprobleme bei Häkkinen in Brasilien, Probleme mit der Launch-control bei Coulthard in Barcelona, Motorschaden bei Häkkinen in Barcelona, bei Coulthard in Montreal und ein Motormanagement-Problem bei Coulthard in Monaco haben viele WM-Punkte gekostet: "Wir haben als Team nicht die gewünschten Leistungen erbracht und nicht die Ergebnisse erreicht, die wir uns erhofft hatten, aber der Abstand auf Ferrari ist bei weitem noch nicht so groß, dass wir aufgeben."

Auch Teamchef Ron Dennis beruhigt die Gemüter: "Keine Panik. Die Leute haben schon davor McLaren und andere Teams abgeschrieben und wurden eines Besseren belehrt. Der Unterschied zwischen Topp und Hopp ist in diesem Sport nicht sehr groß. In solchen Situationen ist es das Dümmste, was man tun kann, in Panik zu geraten. Wir streichen immer wieder stolz hervor, welch diszipliniertes Team wir sind, und im Normalfall ist unsere Zuverlässigkeit gut. Aber man muss sich nur einmal die anderen Teams anschauen, um zu sehen, wie schwierig es ist, in der Formel 1 ein Rennen zu beenden."

Ganz interessant: Eigentlich hatte man bei McLaren-Mercedes bisher immer davon gesprochen, eine Stallorder erst dann auszusprechen, wenn einer der Piloten mathematisch keine Chance mehr auf den Titel hat. Doch scheinbar dachte man bei den Silbernen in Kanada angesichts der angespannten Lage schon etwas anders: "Wenn wir bis zum Ende gefahren wären", fährt Dennis fort, "dann wären wir mit dem Problem konfrontiert worden, dass Mika Dritter und David Vierter ist. Diese Entscheidung wurde uns durch die Vorkommnisse abgenommen, aber ich überlegte, was die richtige Entscheidung gewesen wäre, als David aufgeben musste..."

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