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  • 24.07.2021 · 13:18

  • von Tobias Ebner, Co-Autor: Haydn Cobb

McLaren-Teamchef Andreas Seidl fordert: F1-Sprint nur auf bestimmten Strecken

Das Silverstone-Format mit Sprintqualifying stieß in der Formel-1-Gemeinde auf ein geteiltes Echo - McLaren-Teamchef Andreas Seidl will es nicht überall haben

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 hielt beim Großbritannien-GP in Silverstone ihr mit Spannung erwartetes erstes Sprintqualifying in ihrer Geschichte ab. Vor dem Rennwochenende und damit auch vor dem Verstappen-Hamilton-Crash war es der große Aufreger. Und es wurde von der Chefetage rund um Ross Brawn als Erfolg verbucht. Geht es nach McLaren-Teamchef Andreas Seidl, sollte das neue Wochenend-Format nicht zum Fixpunkt werden.

Andreas Seidl

McLarens Andreas Seidl hofft, dass das Sprint-Format nicht zur Regel wird Zoom

"Ich denke, und das ist nur eine erste Einschätzung, es ist eine gute Idee, es nur für bestimmte Veranstaltungen und Strecken zu nutzen. Ich sehe nicht, dass es zum Beispiel der Standard für alle Wochenenden sein wird", erklärt Seidl.

Welche Strecken das sein sollen, lässt der McLaren-Teamchef offen. Außerdem sei es noch "zu früh", eine Maximalanzahl an Sprints für 2022 festzusetzen. In diesem Jahr ist das neue Wochenendformat noch für den Italien-GP in Monza und ein weiteres Formel-1-Rennen vorgesehen. Im Hinblick auf 2022 ist noch gar keine Entscheidung gefallen.


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Der Zeitplan für Silverstone sah vor, dass am Freitag ein Freies Training und das traditionelle Qualifying mit den gewohnten drei Abschnitten über die Bühne gehen. Nach einem zweiten Freien Training am Samstag ging es abends in das Sprintqualifying, ehe am Sonntag der traditionelle Grand Prix auf dem Plan stand. Zudem galten bereits vor dem Qualifying am Freitag Parc-ferme-Regeln.

Andreas Seidl: Gut, dass man das Sprint-Format testet

"Es ist gut, dass wir das jetzt in diesem Jahr an drei Wochenenden testen", ist Seidl grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber der Neuerung. Nun geht es darum, die guten und schlechten Seiten eingehend zu analysieren.

"Wie ich schon gesagt habe, denke ich, dass es auch gut ist, sich gemeinsam mit den Fans und unseren Partnern und allen Teams, mit der Formel 1, mit der FIA, Zeit zu nehmen, um genau zu analysieren, wie dieses Wochenende gelaufen ist, und dann darauf basierend Schlüsse zu ziehen", gibt Seidl die Marschroute vor.

Die Reaktionen im Fahrerlager fielen gemischt aus. Begeistert zeigten sich unter anderem Ross Brawn und Ferrari-Pilot Charles Leclerc. Während Brawn das "pure Racing" lobte und sich F1-Sprints "täglich anschauen" könnte, fühlte sich Leclerc in die Zeit der Nachtank-Ära versetzt.

Kritische Stimmen gab es unter anderem von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, für dessen Geschmack die angesetzte Distanz zu lang für ein klassisches Sprintrennen war. "Statt 17 Runden wäre es gut, nur fünf oder acht zu fahren", schlug Wolff am Samstagabend vor.

Sprint-Wochenende lief nach den Erwartungen von McLaren ab

Seidl steht der Sache recht neutral gegenüber. "Ich würde sagen, das Wochenende hat sich in Sachen Strategie und Reifen so abgespielt, wie wir es erwartet haben", so der McLaren-Teamchef, dessen Fahrer Lando Norris und Daniel Ricciardo im Sprint auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel kamen.


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"Das Sprintrennen gab am Ende ein gutes Bild davon ab, wo jeder in Bezug auf die Rennpace steht. Es war klar zu sehen, dass Charles schon sehr stark war und wir ihn am Samstag nicht schlagen konnten und das gleiche passierte auch am Sonntag wieder", bilanziert Seidl.

"Ich würde sagen, dass es keine großen Überraschungen und keine großen Erkenntnisse aus dem Sprintrennen gab, die irgendetwas für das Rennen heute verändert haben", meint er. Ob das in Monza genauso sein wird, bleibt abzuwarten. Eine Abwechslung stellte der Sprint in jedem Fall dar.

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