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  • 10.07.2011 · 19:02

  • von Fabian Hust

McLaren-Mercedes: Zu viele Pannen an den Boxen

Während Jenson Button wegen einer Panne an den Boxen sogar ausschied, konnte Hamilton nicht so viel Gas geben wie gewollt

(Motorsport-Total.com) - Trotz widriger Bedingungen auf der Strecke waren es nicht die Fahrer, die sich beim Großen Preis von Großbritannien bei McLaren-Mercedes Fehler erlaubten. Es war das Team, das sich sowohl bei Jenson Button als auch bei Lewis Hamilton Fehltritte erlaubte.

Lewis Hamilton

Mit Ach und Krach konnte Lewis Hamilton Rang vier ins Ziel retten

Bei Button versagte bei einem Boxenstopp der Schlagschrauber, worauf der Mechaniker zum Ersatzgerät greifen wollte. Doch da hatte man bereits das Signal zum Losfahren gegeben. Button musste sein Auto mit losem rechtem Vorderrad an der Ausfahrt der Boxengasse abstellen.

Lewis Hamilton wurde in der Schlussphase des Rennens unterdessen durch eine Fehlkalkulation des Teams behindert. Man hatte ihn schlichtweg mit zu wenig Benzin ins Rennen geschickt, weswegen er die Schlussphase ruhig angehen lassen musste. Am Ende rettete er noch den vierten Rang ganz knapp vor Felipe Massa ins Ziel.

"Vor dem Ende musste ich beginnen, Benzin zu sparen", so Hamilton. "Man muss vom Gas gehen und es laufen lassen, was bedeutet, dass die Temperaturen in den Bremsen nachlassen. Ich hatte aus diesem Grund keine Bremsen, und das ist der Grund, warum ich ständig die Reifen blockierte. Das gestattete es Mark Webber, vor mich zu kommen, und bedeutete, dass ich mich in der Schlussphase gegen Felipe Massa verteidigen musste."

"In der letzten Runde wies mich das Team an, so viel Druck wie möglich zu machen, aber Felipe hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Lücke geschlossen, es war aus diesem Grund schwierig, mich zu verteidigen. Diese letzte Runde war so knapp, wie es sie nur sein kann. In der letzten Kurve blieb ich innen und bremste so hart, wie ich nur konnte. Glücklicherweise kamen wir beide in einem Stück durch die Kurve und ich konnte ihn im Ziel knapp schlagen."

"Die Unterstützung, die ich erhielt, als sich die Ziellinie überfuhr, war so, als hätte ich das Rennen gewonnen. Ich möchte mich aus diesem Grund sehr bei allen bedanken. Fakt ist, dass die Fans das gesamte Wochenende über wahnsinnig waren. Ich habe nie so viele Leute in Silverstone gesehen. Ich konnte fühlen, wie sie mich antreiben. Ich denke, dass dies einer der besten Großen Preise von Großbritannien war. Ich freue mich schon darauf, kommendes Jahr wieder hierher zurückzukehren."

"In meinem Rennen hätte heute so viel passieren können", so Button. "Vor meinem letzten Stopp hatte ich eine großartige Geschwindigkeit, schnappte mir Lewis, Sebastian Vettel und Mark Webber. Als sie an die Box gingen, blieb ich eine weitere Runde draußen und denke, dass wir gleichzeitig an die Box hätten kommen sollen, oder sogar davor."

"Als ich jedoch aus der Boxengasse fuhr, löste sich mein rechtes Vorderrad und ich war gezwungen, sofort anzuhalten. Der Kerl vorne rechts verlor die Radmutter und nahm sich eine weitere. Als er sich drehte, denke ich, hat er seine Hand bewegt und der Kerl vorne am Wagenheber hatte das Gefühl, dass dies das Signal ist, um das Auto runter zu lassen. Dann wurde der Lollipop. Hoffentlich haben wir ein solches Problem nicht nochmal."

"Es ist enttäuschend, besonders vor dem Heimpublikum, denn ich habe das Rennen wirklich genossen. Ich hatte den gesamten Nachmittag über eine gute Geschwindigkeit und habe diese vielen Zweikämpfe wirklich genossen, besonders das Überholmanöver an Felipe innen in der Vale."

"Ich denke, dass wir den Fans etwas zum Jubeln gegeben haben, auch wenn es schade war, dass wir nicht mehr WM-Punkte sammeln konnten. Jeder, der am Ende des Rennens die Geschwindigkeit hatte, hatte eine gute Chance. Und ich denke, dass wir hier heute definitiv einen Platz auf dem Podium geholt hätten."

"Unsere Geschwindigkeit war heute im Rennen gut", so Teamchef Martin Whitmarsh. "Aber dennoch war es für uns ein schwieriger Nachmittag, und schlussendlich für das Team und für alle britischen Rennsport Fans ein enttäuschendes Ergebnis."

"Jenson fuhr ein exzellentes Rennen, kämpferisch aber dennoch diszipliniert, und ich denke, dass er ohne Probleme seine erste Zielankunft auf dem Podium geholt hätte, hätte es nicht die Probleme beim Boxenstopp gegeben, die sein Rennen vorzeitig beendeten."

"Unsere Mannschaft an den Boxen hat das gesamte Jahr über fantastische Arbeit geleistet, aber in diesem Fall haben sie Jenson losgelassen, bevor sein Vorderrad ordentlich montiert war. Das war im Eifer des Gefechts ein menschlicher Fehler. Aber wie ich schon sagte, und ich möchte diesen Punkt hervorheben, hat unsere Boxenmannschaft in dieser Saison Dutzende fehlerfreier Boxenstopps unter extremen Druck absolviert, und der heutige Fehler war aus diesem Grund total untypisch."

"Auch Lewis hat eine sehr starke Leistung geboten. Wir erwarteten, dass er im ersten Teil des Rennens mehr in Verkehr gerät, als dies tatsächlich der Fall war. Und als Ergebnis dessen verbrauchte er zu Beginn mehr Benzin, als wir angenommen hatten. Da dies der Fall war, baten wir ihn, in den letzten Runden Benzin zu sparen. Dies bedeutete, dass er dazu gezwungen war, seine Geschwindigkeit zu reduzieren, was es Mark erlaubte, vorbei zugehen, und Felipe, aufzuholen."


Fotos: McLaren, Großer Preis von Großbritannien, Sonntag


"Die letzte Runde des Rennens muss für die Zuschauer an der Strecke und die Zuschauer am Fernsehen wunderbar anzusehen gewesen sein. Die Tatsache, dass Lewis in der Lage war, den vierten Platz vor Felipe zu holen und als Ergebnis dessen zwölf wertvolle WM-Punkte geholt hat, ist meiner Meinung nach ein Beweis seiner unermüdlichen Konkurrenzfähigkeit."

"Der Große Preis von Großbritannien war eine tolle Veranstaltung. Die Tribünen waren voll gepackt, und ich bin froh zu sagen, dass zahlreiche Fans, welche sie füllten, die rote McLaren-Mercedes-Kappen getragen haben."

"Aber nun müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf eine weitere historische Motorsportveranstaltung, den Nürburgring, richten, welche dieses Jahr den Großen Preis von Deutschland austragen wird, das Heimrennen unseres Motorenpartners Mercedes. Wie immer hat Mercedes dieses Jahr fantastische Arbeit geleistet, und zusammen ist es unsere Absicht, in zwei Wochen in Deutschland voll konkurrenzfähig zu sein."

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