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Maulkorb: So ernst wurde es bei Mercedes nach Spa wirklich

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff enthüllt, wie drastisch der Spa-Crash zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg behandelt wurde

(Motorsport-Total.com) - Als das Feuerwerk nach dem Finale der Formel-1-Saison 2014 erloschen war, gaben sich Weltmeister Lewis Hamilton und der geschlagene Nico Rosberg die Hand. Es war das versöhnliche Ende eines Motorsportjahres, das vor allem von der Rivalität der beiden Mercedes-Piloten geprägt war. Den Höhepunkt hatte das teaminterne Duell bereits zu Mitte der Saison beim Grand Prix von Belgien erreicht, als die Silberpfeile kollidierten. Drei Wochen nach Ende der Saison und nachdem sich die Wogen wieder geglättet haben kommt nun ans Licht, wie ernst die Lage damals wirklich war.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Bis zur Spa- Standpauke mussten Lewis Hamilton und Nico Rosberg schweigen Zoom

Es war ein warmer August-Sonntag in Spa-Francorchamps, als das Duell um die WM-Krone plötzlich so richtig Fahrt aufnahm. Dem zwölften Rennen der Saison waren zwar schon einige Nickligkeiten zwischen Hamilton und Rosberg vorangegangene, wie beispielsweise die Monaco-Qualifying-Kontroverse oder der Ungarn-Teamorder-Konflikt, wie verhärtete die Fronten aber bereits waren, zeigte sich erst in der Heimat von Eau Rouge und La Source.

Der bis dahin in der Gesamtwertung führende Rosberg startete von der Pole-Position, wurde beim Start von seinem Teamkollegen kassiert und versuchte sich schnellst möglich, wieder gegen Hamilton zu behaupten. Als Aktion ohne Rücksicht auf Verluste könnte man seinen Überholversuch wohl bezeichnen, als er es schon in Runde zwei innen versuchte, dabei mit seinem Frontflügel den Hinterreifen des Briten touchierte und damit für einen Schaden an beiden Boliden sorgte.

Kleine Berührung, große Wellen

Mit lädierter Frontpartie gelang es Rosberg selbst noch weiterzufahren und Platz zwei hinter Daniel Ricciardo zu ergattern. Hamilton musste mit seinem Reifenschaden jedoch an die Box, verlor eine Menge Plätze und schied schließlich ganz aus. Die Konsequenz: Geschockte Fans, wütende Teamverantwortliche und eine Welle der Antipathie gegenüber dem Deutschen, die sich nicht zuletzt in Pfiffen während den Podiumszeremonien äußerte.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

In Belgien gerieten die Silberpfeile nah aneinander - zu nah! Zoom

Mit dieser Eskalation fürchtete man vor allem am Mercedes-Kommandostand um den verdienten Erfolg einer dominanten Saison. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und der Vorstandsvorsitzenden Niki Lauda konnten ihre Wut vor den Kameras nicht verstecken und fällten noch am vor Ort eine drastische Entscheidung.

Wie 'Autosport' berichtet, soll es sowohl Rosberg als auch Hamilton verboten worden sein, miteinander oder zu anderen Mitgliedern des Teams zu sprechen, bis die Teamführung ihnen wieder grünes Licht dafür gab. Schon am Montag nach dem Rennen folgten zurück in Brackley dann intensive Gespräche mit den Beteiligten, bei denen klare Worte gefallen sein sollen. Was bisher nur vermutet werden konnte: Es ging dabei auch um die Jobs der Piloten!

Klarstellung: Das Team kommt vor dem Fahrer

"Wir sind aus der Sache sehr gestärkt hervorgekommen", so Wolff im Rückblick auf die aufwühlenden Geschehnisse. "Wir haben das überstanden und gesagt: 'Kein Fahrer kann dem Team dazwischen kommen. Wir sind ein Team'. Die Kräfteverhältnisse haben sich vielleicht ein wenig verschoben, aber wir sind dadurch zusammengewachsen. Es gibt keine Machtspielchen mehr, denn so etwas kann sich fatal auswirken und in einem Team geht so etwas nicht."


Fotostrecke: Wo die WM entschieden wurde

"Als wir im Hauptquartier darüber gesprochen haben, haben sie es verstanden", so Wolff weiter. "Wir haben ihnen erklärt, dass sie so etwas nicht noch einmal machen können, denn wir hatten Teile am Auto, die noch in Monza und Singapur eingesetzt werden sollten. Es gab Menschen, die nächtelang daran gearbeitet haben und ihre Familien nicht gesehen haben und sie haben das in der zweiten Runde weggeschmissen. Wir haben nicht gesagt, es war zu 100 Prozent die Schuld des einen, aber 51 Prozent sind genug. Deswegen erklärten wir: 'Tut das nicht noch einmal, oder wir werden überlegen, ob wir mit dieser Fahrerpaarung weitermachen wollen'. Diese halb-offizielle Ansage hat unsere Position gestärkt."

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