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Mateschitz: "Rennsport muss Rennsport bleiben"

Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz über die "gesunde Distanz" zum Sport und Fairness im Wettbewerb: "Fahr mir vor, wenn du kannst" - Gigantische TV-Präsenz

(Motorsport-Total.com) - Red Bull ist in aller Munde - nicht nur in flüssiger Form. Weil Mark Webber und Sebastian Vettel auf der Zielgeraden der aktuellen Formel-1-Saison noch mitten im Titelkampf stecken, kann der österreichische Energydrink-Hersteller davon ausgehen, dass sich die grundlegenden Erwartungen erfüllen. Die Marke soll noch bekannter werden, das Image jugendlich, frisch und "in" sein.

Dietrich Mateschitz (Red Bull-Boss)

Dietrich Mateschitz hat an seinem Formel-1-Engagement viel Freude Zoom

In den Marketingaktivitäten von Red Bull nimmt die Formel 1 "neben drei vier anderen Projekten" höchsten Stellenwert ein, sagt Unternehmensgründer Dietrich Mateschitz im Interview mit 'Spiegel online'. Er erklärt: "Letztlich geht es immer um die Bekanntheit und die Wertschätzung einer Marke und des dazugehörigen Unternehmens. Es ist uns mit dieser Philosophie gelungen, dass Red Bull inzwischen zu den wertvollsten Marken der Welt gehört."

Mateschitz nutzt die große Bühne Formel 1 perfekt aus. Man spielt mit Emotionen, ruft Begeisterung hervor und wahrt sich ein Image größter Sportlichkeit. Nicht ohne Grund gibt es im aktuellen teaminternen Duell keine Stallregie. "Es ist ein Sport, wo der Beste gewinnen sollte. Macht und Machtmissbrauch, Politik, Manipulation und so weiter müssen daher möglichst fern gehalten werden, und man muss versuchen, das Flair der frühen Jahre nicht zu vergessen", sagt Mateschitz.

"Das Spiel heißt immer noch 'Fahr mir vor, wenn du kannst' und nicht 'Lass mich vor, weil ich so gut bin'. Rennsport muss Rennsport bleiben", erklärt der Österreicher, der darauf pocht, dass man Vettel und Webber freie Fahrt zugesteht - selbst wenn man so den Titelgewinn verpassen sollte. "Einflussnahmen und Bestrafungen, die nicht nachvollziehbar sind, zählen für mich zu den größten Gefahren und werden von den Zusehern auch nicht akzeptiert."

¿pbvin|512|3248||0|1pb¿"Meine Liebe zum Rennsport im Allgemeinen und zur Formel 1 als Königsdisziplin im Besonderen teile ich mit vielen, und dies von Kindheit an", sagt der 66-Jährige Selfmademan aus der Steiermark. Er fügt hinzu: "Die Richtigkeit und Sinnhaftigkeit von Entscheidungen setzen aber ausreichend Distanz und einen kühlen Kopf voraus - diese schließen ein Wort wie Leidenschaft eher aus."

Hinter dem Red-Bull-Konzept steht Berechnung. Rund 475 Millionen Euro hat man seit 2005 in das Formel-1-Team gepumpt. Der Gegenwert? Allein bei den ersten 15 Grand-Prix-Wochenenden der diesjährigen Saison war das Logo des Unternehmens laut Studie von Margaux Matrix fast viereinhalb Stunden auf den TV-Bildschirmen zu sehen. Zum Vergleich: Ferraris springendes Pferd sah man nur 52 Minuten.

"Es ist eine Geschmacksfrage, ob man lieber mit 'Jung-Siegfried' oder 'Winnetou' in den Krieg ziehen möchte." Dietrich Mateschitz

Mateschitz hält sich zwar im glamurösen Formel-1-Zirkus oft im Hintergrund, aber er ist es dennoch persönlich, der die Fäden in der Hand hält. "Als Gesellschafter der Teams ist Red Bull letztverantwortlich, dementsprechend werden alle wichtigen Maßnahmen und Entscheidungen koordiniert und gemeinsam getroffen", erklärt der Milliardär. Und gemeinsam entschied man, keine Stallorder anzuwenden.

"Sie sind zwar unterschiedlich in ihren Persönlichkeiten, aber beide gleichermaßen schnell", sagt Mateschitz über die beiden Toppiloten. "Eine vergleichende Wertung lassen die beiden nicht zu. Es ist lediglich eine Geschmacksfrage, ob man lieber mit 'Jung-Siegfried' oder 'Winnetou' in den Krieg ziehen möchte. Dementsprechend ist die Konkurrenzsituation zwischen ihnen zweifelsohne vorhanden und nahezu kontrolliert."

Ob man die "Bullen" auch in den verbleibenden zwei Saisonrennen kontrollieren kann, bleibt abzuwarten. Mateschitz sieht den Finalläufen mit Spannung entgegen. Der Champagner für einen möglichen Titelgewinn ist noch nicht kalt gestellt. "An sich bin ich jemand, der sich eher über etwas freut, als dass er es feiert", sagt der Mann, der auch Toro Rosso weiterhin behalten möchte. "Es ist nach wie vor unser Rookie-Team. Über dieses Team führen wir unsere besten Talente in die Formel 1."

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